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Zug: Sauerei im Schrebergarten an der Dammstrasse

Die Häuschenbesitzer an der Dammstrasse sind es gewohnt, immer mal wieder Abfälle oder ungebetene Gäste zu finden. Diesen Winter sei es jedoch besonders schlimm, wie zwei Leser berichten.
Laura Sibold
Karl Stocker versucht, ungebetene Gäste mit Warnschildern von seinem Schrebergarten fernzuhalten. (Bild: Stefan Kaiser (Zug, 15. Januar 2019))

Karl Stocker versucht, ungebetene Gäste mit Warnschildern von seinem Schrebergarten fernzuhalten. (Bild: Stefan Kaiser (Zug, 15. Januar 2019))

So etwas habe er in den zwölf Jahren als Besitzer eines Schrebergartens noch nie erlebt, versichert Kurt Stocker. Der Baarer hat sich kürzlich mit einem handschriftlichen Leserbrief an unsere Zeitung gewandt. Er und Mitbesitzerin Claudia Truttmann berichten darin von den teilweise schlimmen Zuständen in der Schrebergartensiedlung an der Dammstrasse in Zug. Entlang des Baarer Fusswegs, zwischen dem Siemens-Parkhaus und den Bahngeleisen, stehen sieben kleine Häuschen, inmitten von Industriebauten und Geschäftshäusern.

«Jedes Mal, wenn ich zwischen Oktober und Dezember in meinen Garten gekommen bin, fand ich eine riesige Sauordnung vor», schreibt Kurt Stocker im Brief. Auf dem Boden hätten PET- und Glasflaschen herumgelegen, Zigarettenkippen und gebrauchte Kondome habe er auch schon gefunden. An Weihnachten erlebten Stocker und Truttmann schliesslich eine böse Überraschung.

Schöne Bescherung an Weihnachten

Als die beiden Baarer am 25. Dezember ihr Schrebergartenhäuschen besuchten, war eine Fensterscheibe eingeworfen. «Auch im Innern war alles durcheinander. Lebensmittel, kaputte Teller und viel Güsel lagen auf dem Boden herum. Gestohlen wurde aber nichts», erinnert sich Kurt Stocker. Der Besitzer des Nachbargartens fand an Weihnachten in seinem Häuschen ebenfalls Spuren von Einbrechern. Das habe schliesslich den Ausschlag gegeben, dass er sich bei der Polizei gemeldet habe, bekräftigt Stocker. Noch am selben Tag kamen Polizisten zur Spurensicherung vorbei und erstellten einen Rapport. «Das war wie im Krimi. Die Polizisten kamen mit ihren Silberköfferchen, suchten nach Spuren und nahmen Fingerabdrücke von den herumliegenden Bierdosen.»

Frank Kleiner, Mediensprecher der Zuger Strafverfolgungsbehörden, bestätigt, dass zwei Strafanzeigen gegen unbekannt eingereicht wurden und die Ermittlungen laufen. Auch im Gebiet rund um den Bahnhof Zug mache die Polizei regelmässig Patrouillen. «Wir empfehlen den Besitzern, ihre Häuschen gut abzuschliessen und ungewöhnliche Beobachtungen umgehend zu melden.»

Mehrere Nachtlokale befinden sich in der Nähe

Die eingeschlagene Fensterscheibe in Stockers Häuschen ist mittlerweile ersetzt worden. Er habe grundsätzlich nichts gegen Besuch, versichert der Frühpensionär. In der Schrebergartensiedlung sei man sich gewohnt, immer wieder mal auf unerwartete Gäste zu treffen. Schlimm sei es nur dann, wenn Dinge kaputt gemacht werden. Kurt Stocker vermutet, dass sich gewisse Leute abends einen Unterschlupf zum Trinken suchen. «Die Eindringlinge nahmen sogar eigene Getränke mit. Meine Biervorräte haben sie nie angezapft.»

Beim Nachtclub Lounge & Gallery (LG), der sich in unmittelbarer Nähe zur Schrebergartensiedlung befindet und abends viele Partygänger anzieht, bedauert man den Vorfall. In einer Stadt sei es aber normal, dass Leute nachts herumstreifen und nach Erlebnissen suchen, sagt Inhaber Philipp Waldis. «Mit unserem Sicherheitskonzept stellen wir sicher, dass wir keinen Nachbarn stören. So darf zum Beispiel kein Besucher mit einem Getränk den Club verlassen.» Waldis betont auch, dass sich rund um den Bahnhof verschiedenste Lokalitäten in Gehdistanz befinden und das Areal besonders an Wochenenden belebt sei.

In der Schrebergartensiedlung an der Dammstrasse ist derweil wieder etwas Ruhe eingekehrt. Die Türen sind wieder abgeschlossen, die Unordnung aufgeräumt. Dennoch beschleiche ihn ab und an ein komisches Gefühl, wenn er in seinem Häuschen nach dem Rechten sehe, gibt Kurt Stocker zu.

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