SBB: Die Bahn gibt trotz 30 Einsprachen Gas

Gegen die Sanierung und den Spurausbau am Zugersee-Ostufer opponieren 30 Parteien. Die SBB halten trotzdem an ihrem ambitionierten Zeitplan fest.

Marco Morosoli
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Rund 190 Millionen Franken sollen in diesen Streckenabschnitt investiert werden. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)

Rund 190 Millionen Franken sollen in diesen Streckenabschnitt investiert werden. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)

 Die Sanierung am Zugersee-Ostufer und die Doppelspurverlängerung in Walchwil haben zahlreiche Gegner.
Die Planungsunterlagen für die geplanten Bauarbeiten am Zugersee-Ostufer sind während eines Monats öffentlich aufgelegen. Bekanntlich soll die mehrheitlich einspurige SBB-Strecke umfassend saniert und am Nordkopf des Bahnhofs Walchwil eine um 1,7 Kilometer verlängerte Doppelspur erhalten. «Es sind insgesamt 30 Einsprachen bei uns eingegangen», sagt Andreas Windlinger, Pressesprecher des Bundesamtes für Verkehr (BAV), das diese Einsprachen behandeln wird. Zuerst werden sie nun aber an die SBB weiter geleitet, die zu jedem Einwand eine Stellungnahme einreichen können.

Ein besonders umfangreiches Dossier hat die Interessengemeinschaft Neat Zug eingereicht. Auf 33 Seiten begründet die IG ihre Opposition gegen das umfangreiche Projekt am Zugerseeostufer, welches ab Ende 2016 innerhalb einer Zeitspanne von 18 Monaten realisiert werden soll. Um ihre Begründungen zu vertiefen, haben die Einsprecher, die in einem Verein organisiert sind, noch einen 60-seitigen Anhang mitgeliefert. Im Einführungstext schreiben die Einsprecher: «Das Projekt der SBB zerstört das schöne Landschaftsbild und die Siedlungsqualität am östlichen Zugersee sowie auch den Wert der Liegenschaften der Vereinsmitglieder erheblich.» Sie verlangen denn auch, dass die Betroffenen, deren Liegenschaften tangiert sind, eine Entschädigung zugesprochen erhalten sollen.

Alles in allem stellt die IG Anträge in sechs Teilbereichen. So machen sie beliebt, dass die Position der Doppelspur verschoben wird. Die schon von anderer Seite propagierte Ausweichstelle Murpfli, sie liegt auf halben Weg zwischen Zug-Oberwil und Walchwil, wird wieder propagiert. Die SBB wie auch die Zuger Regierung haben diese Option bereits mehrfach abgelehnt.