Zuger SBB-Viaduktbögen haben Potenzial

Mit einem Postulat beauftragte die CVP-Fraktion die Stadtregierung, die Nutzung des Bahnviadukts zu prüfen. Die Möglichkeiten sind zwar beschränkt, aber die Bögen sollen langfristig aufgewertet werden.

Andrea Muff
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Eisenbahn-Viadukt in Zug. (Bild: Stefan Kaiser, Zug, 14. Mai 2018)

Eisenbahn-Viadukt in Zug. (Bild: Stefan Kaiser, Zug, 14. Mai 2018)

Das SBB-Viadukt zieht sich durch die Stadt Zug, und die höher gelegenen Eisenbahngleise prägen zudem das Stadtbild. Das Bahnviadukt ist auch ein historischer Zeitzeuge der Entwicklung, die der Anschluss an die Gotthardlinie in der Stadt zur Folge hatte. Mit einem Postulat beantragte die CVP-Fraktion des Grossen Gemeinderats der Stadt Zug (GGR) die Prüfung verschiedener Nutzungsmöglichkeiten des SBB-Viadukts und die Überprüfung der aktuellen Beleuchtungssituation.

Im Bericht und Antrag des Stadtrates macht es den Eindruck, dass die Fraktion offene Türen eingerannt hat. Denn im anfangs Mai publizierten Stadtraumkonzept Zug 2050 kommt das Bauwerk im Kapitel Ausblick unter «Gestaltungskonzept Eisenbahnviadukte als Ankerpunkte der Vernetzung» auch zur Sprache. Darin steht: «Die Viaduktbögen sind konsequent zu öffnen und sollen als Teil des öffentlichen Raums erlebbar werden. Die Möglichkeiten für punktuelle publikumsattraktive Umnutzungen sind ebenfalls zu prüfen.» So beantragt die Stadtregierung, auf die Vorlage einzutreten, den Bericht zur Kenntnis zu nehmen und das Postulat der CVP-Fraktion als erledigt abzuschreiben. In der Vorlage verweist der Stadtrat darauf, dass sich die insgesamt 20 Bögen im Besitz der SBB befinden. Die Stadt sieht in den acht Bögen südlich der Kreuzung Bundesstrasse/Bahnhofstrasse mehr Potenzial für eine Aufwertung als in den nördlich liegenden.

Gespräche mit den SBB

Die Bahnstrecke Zug-Walchwil führt auf dem Viadukt durch die Stadt Zug. Ab Juni 2019 bis Ende 2020 wird die Strecke Zugersee Ost gesperrt. Bei dieser Gelegenheit werden die Viaduktbögen durch die SBB gereinigt, heisst es im stadträtlichen Bericht. Betreffend Beleuchtungssituation will die Stadt das Gespräch mit den SBB suchen. Die Reinigung werde aber zur Verbesserung der Situation beitragen, ist der Stadtrat sich sicher.

Weiter schreibt er, dass bereits 2013 und erneut Anfang 2016 Gespräche mit den SBB geführt worden seien betreffend späterer Nutzung der Bögen und hinsichtlich einer Öffnung und Aufwertung aus städtebaulicher Sicht. Auch verweist der Stadtrat darauf, dass die Bögen von der Grösse her keinesfalls mit denjenigen in Zürich zu vergleichen seien. «Die Bögen in Zug weisen kleine Flächen und eine geringe Höhe auf und sind deshalb für geschlossene Verkaufsräume und dergleichen nicht geeignet», so der Stadtrat.

Zeitnahe Nutzung nur begrenzt möglich

Zudem müsse die Grundstruktur der Bögen von innen sichtbar sein. Dies ist eine Bedingung der SBB. «Eine öffentliche Nutzung im Sinne des Postulates ist zeitnah lediglich in den Bögen 14 und 16 möglich, wo keine im Grundbuch vermerkten Dienstbarkeiten, sondern kündbare Mietverträge bestehen», heisst es in der Vorlage. Aber: «Die SBB haben nicht die Absicht, laufende Verträge zu kündigen», weiss der Stadtrat.

Trotz all der Schwierigkeiten hält der Stadtrat fest, dass er die Absicht verfolge, die SBB-Viaduktbögen langfristig aufzuwerten und anderen Nutzungen zuzuführen. Daher soll das Viadukt in die Umgestaltung des Bundesplatzes mit einbezogen werden.