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Schaffen Linke die Wende?

Die National- und Ständeratssitze des Kantons Zug sind alle von bürgerlichen Politikern besetzt. Die vereinigten Linken wollen diese Vormachtstellung brechen.
Der vorläufig letzte Nationalrat der Alternative-die Grünen: Jo Lang kurz nach seiner Abwahl am 23. Oktober 2011. (Bild Stefan Kaiser)

Der vorläufig letzte Nationalrat der Alternative-die Grünen: Jo Lang kurz nach seiner Abwahl am 23. Oktober 2011. (Bild Stefan Kaiser)

Harry Ziegler

Ihr erklärtes Ziel ist es, den 2011 an die FDP verlorenen Sitz im Nationalrat zurückzuholen. Deshalb haben sich die Zuger Linksparteien SP und die Alternative-die Grünen (ALG), weitere linke Listen sowie die Piratenpartei zu einem grossen Wahl-Zweckbündniszusammengefunden. Geschielt wird hier in erster Linie auf das schwächste Glied im bürgerlichen Lager, auf den von Bruno ­Pezzatti gehaltenen Sitz der FDP. Diesen hat die FDP vor vier Jahren nur dank einer Listenverbindung mit der CVP gewonnen. Verlierer dieser Wahl war der prominente Alternative Jo Lang. Die Linke machte damals den massiven Stimmenverlust der SP für die Abwahl mitverantwortlich. Die SP verlor gegenüber der Wahl von 2007 fast 4 Prozentpunkte Wähleranteile. 2011 erreichte sie noch marginale 5,3 Prozent (siehe Grafik). Sogar die erstmals angetretene GLP konnte mehr Wähler von sich überzeugen.

FDP aus eigener Kraft?

«Obwohl die Linke den Sitz vor vier Jahren nur knapp verloren hat, dürfte sie es schwierig haben, diesen zurückzuerobern», sagt Olivier Dolder, Politologe bei Interface Politikstudien in Luzern. «Die Linke hat ihren Sitz 2011 nicht nur wegen der ­Stimmverluste abgeben müssen, sondern auch wegen der erstmaligen Listenverbindung von CVP und FDP.» Ob die FDP in diesem Jahr wiederum auf die Listenverbindung angewiesen ist oder ob sie den Sitz aus eigener Kraft sichern kann, wird sich laut Dolder zeigen. «Aber wenn eine Partei von dieser Listenverbindung profitieren kann, dann ist es die FDP. Die ­vereinigte Linke (Alternative-die Grünen und SP; Anm. der Red.) hatte in den Wahlen 2011 einen grösseren Wähleranteil als die FDP.»

Klar ist: «Die Rückeroberung wird schwierig», so Dolder. Er macht dafür drei Gründe aus: «Erstens treten CVP und FDP in diesem Jahr wieder gemeinsam an und werden sogar noch von den Grünliberalen unterstützt. Zweitens werden die vereinigte Linke und insbesondere die Grünen kaum in grossem Masse Wähleranteile gewinnen. Eher drohen Stimmverluste. «Und drittens müssen die Grünen gegen drei bisherige Kandidaten antreten – und das ohne ein Aushängeschild, wie es Jo Lang war», erklärt der Politologe. Zwar verfügt die Alternative-die Grünen mit dem 29-jährigen Andreas Lustenberger über einen jungen, einigermassen bekannten Hoffnungsträger – die vereinigte Linke ist aber wohl noch zu schwach, um einen Sitz in Bern zu erobern.

In Position bringen

Das zeigen nicht nur die Resultate der letzten nationalen Wahlen 2011, sondern auch jene der letzten Kantonsratswahlen 2014, in denen SP und ALG zusammen nur gerade 17 der 80 zu verteilenden Mandate erringen konnten. Immerhin: Die Alternative-die Grünen stellt im Kanton Zug mit Manuela Weichelt eine Vertreterin in der Zuger Exekutive. Lustenberger dürfte mit seiner Doppelkandidatur – er kandidiert auch für einen Sitz im Ständerat – seinen Bekanntheitswert weiter steigern. Zudem wird er weit über das linke Lager hinaus als viel versprechendes politisches Talent bezeichnet. Wie er am 8. September in einem Interview mit der «Neuen Zuger Zeitung» sagte, traue er sich durchaus zu, einst in der Exekutive zu politisieren.

CVP und SVP wohl problemlos

Die beiden bisherigen und wieder kandidierenden Nationalräte Gerhard Pfister (CVP) und Thomas Aeschi (SVP) dürften die Wiederwahl ohne Mühe schaffen. Thomas Aeschi schaffte die Wahl vor vier Jahren ohne Hilfe der CVP oder der FDP.

Die GLP hingegen, die mit CVP und FDP eine Listenverbindung eingegangen ist, dürfte zu klein für einen Sitzgewinn sein. Ebenso wie die Piratenpartei, die mit zwei Kandidaten zur Nationalratswahl antritt.

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