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Schattenseiten der sozialen Medien in Zug thematisiert

Mit einem Referat zum Thema «Jugendliche in Zeiten von Selbstoptimierung» startete eine Veranstaltungsreihe zu digitalen Themen.
Sabina South
Durch Apps wie Facebook ist man kontant mit seinen Freunden in Verbindung. (Bild: Jenny Kane/AP)

Durch Apps wie Facebook ist man kontant mit seinen Freunden in Verbindung. (Bild: Jenny Kane/AP)

Wir alle kennen sie, die kleinen Symbole auf unseren Smartphones. Ein Telefonhörer für Whatsapp, ein Fotoapparat für Instagram und die Silhouette eines Gespenstes für Snapchat. Laut einer JIM-Studie (Jugend, Information, Medien) des vergangenen Jahres gehören diese Apps zu den beliebtesten sozialen Medien unserer Zeit.

Am Mittwochabend, 11. September, konnten Interessierte in der Zuger Stadtbibliothek auch etwas über die Schattenseiten des digitalen Austausches erfahren. Das Kantonale Amt für Gesundheit holte zu diesem Anlass die Gastreferentin Saskia Nakar aus Deutschland in die Zuger Altstadt.

Bedürfnisse der Jugendlichen sind dieselben

Die Medienpädagogin aus Stuttgart äusserte sich gut zwei Stunden lang über diverse Themen wie Entwicklungsaufgaben in der Pubertät, Bildmanipulation, Schönheitsideale, Körperempfinden und Stärkung von Jugendlichen. Anwesend waren vorwiegend betroffene Eltern, die im gut gefüllten Dachgeschoss auf neue Impulse hofften.

«Die Bedürfnisse der Jugendlichen sind ja auch heute, im digitalen Zeitalter, noch dieselben», betonte Nakar. Dazu gehöre beispielsweise das Streben nach Zugehörigkeit und Anerkennung, die Entwicklung der eigenen Identität. «Schliesslich ist die Pubertät eine Zeit des körperlichen und psychischen Umbruchs.» Vermeintlich perfekte Instagram-Bilder könnten da besonders bei Mädchen die Unzufriedenheit mit ihrem Aussehen steigern.

«Durch Messenger, ob Whatsapp, Instagram oder Snapchat, ist man konstant virtuell mit seinen Freunden in Verbindung, die Anerkennung kann mit der Anzahl von ‹Likes› gemessen werden», so Nakar.

Deswegen müssten sich die Jugendlichen Kompetenzen aneignen, um ihr Selbstwertgefühl nicht von der Anzahl Likes abhängig zu machen. Fakt ist, dass täglich über 95 Millionen Fotos hochgeladen werden auf Instagram. Im Snapchat sind es 528000 Snaps, die minütlich verschickt werden. Am Beispiel des Instastars Pamela Reif lässt sich aufzeigen, wie damit körperliche Standards gesetzt werden können. Mehr als 1000 Bilder von inszenierten Posen ihres scheinbar perfekten Körpers werden von gut vier Millionen Followers auf Instagram begutachtet. Das Risiko einer Internalisierung der Schönheitsideale liege da auf der Hand, betonte Nakar. Doch Eltern und Lehrerschaft seien angesichts dieser Problematik alles andere als machtlos: «Wichtig ist, sich des vielseitigen Angebots auf Instagram bewusst zu werden.»

Ausgleich schaffen

Die Filterblase könne durchaus durchbrochen werden. Die australische Komikerin Celeste Barber, die sich mit ihren Celebrity-Parodien im Internet einen festen Platz geschaffen hat, schafft beispielsweise Ausgleich. «Eltern und Bezugspersonen können mit Jugendlichen ins Gespräch kommen und ihnen bei der Suche nach alternative Rollenbildern Hilfestellung leisten.»

Die Werteinstanz der Eltern könne dabei eine zentrale Rolle spielen. «Wie sehen in anderen Ländern schöne Menschen aus? Was ist überhaupt ein Schönheitsideal? Fragen, die Jugendliche zum Nachdenken anregen. In nächster Zeit bestimmt auch die Jugendlichen aus Zug.

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