Scheinzuger geraten immer mehr ins Visier

Reiche Ausländer steuern in Zug, ohne wirklich hier zu wohnen. Dies beschäftigt zunehmend die Behörden.

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Der Russische Investor Viktor Vekselberg bei einer Medienkonferenz in Zürich im September 2010. (Bild: Keystone)

Der Russische Investor Viktor Vekselberg bei einer Medienkonferenz in Zürich im September 2010. (Bild: Keystone)

Ist Viktor Vekselberg wirklich ein Zuger? Diese Frage hat das kantonale Grundbuchamt zu erörtern. Denn obwohl sich der Milliardär eine 5,5 Millionen Franken teure Wohnung am Zuger Hang leistete, ist er bis heute nicht im Grundbuchamt eingetragen. Kein Wunder. Der reiche Russe glänzt zumeist durch Abwesenheit. Das tut auch ein anderer Milliardär.

Der Austrokanadier Frank Stronach (80) hat zwar in Österreich eine Protestpartei ins Leben gerufen – doch von rechts wie links wird ihm in seinem Heimatland vorgeworfen, er betreibe Steuerflucht: weil er eben in Zug Steuern zahle. Dabei residiert er gar nicht in Zug – obwohl er dort eine Wohnung im Metalli hat, seit Jahren.

Der Aufwand ist enorm

Solche Fälle wie Stronachs Fall sind den Zuger Behörden immer häufiger ein Dorn im Auge. Wie Mélanie Schenker von der Stadtzuger Einwohnerkontrolle verrät, sei der Aufwand, solchen Fällen von Verdacht auf Wohnortsschwindel nachzugehen, enorm. Und solche Fälle, bei denen die Zuger Behörden durch verschiedenste Hinweise hellhörig werden, nehmen deutlich zu.

Das bestätigt auch das Zuger Steueramt. «Es dürften zehn bis zwanzig Fälle pro Jahr sein, bei denen das Zuger Steueramt in Sachen Scheinwohnsitz mit Nachdruck nachforscht – doch in Wirklichkeit werden sehr viel mehr Fälle angeschaut, bei denen es um den Verdacht auf falschen Steuerwohnsitz geht», so Guido Jud, Leiter des Zuger Steueramts.

Karin Nachbaur, Assistentin des Milliardärs, argumentiert indes: «Frank Stronach hat in Zug einen Wohnsitz, nicht aber seinen Hauptwohnsitz – daher hält er sich dort auch nicht dauernd auf.»

Wolfgang Holz

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Dienstag in der Neuen Zuger Zeitung und im E-Paper.