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«Schichtwechsel» auf dem geschichtsträchtigen Chamer Papieri-Areal

Das Papieri-Areal wird bald belebt: Ab Freitag zeigen Studierende der Hochschule Luzern des Masters Kunst dort ihre Abschlussarbeiten. Mit dem Aufbau ihrer Werke sind sie schon jetzt beschäftigt.
Vanessa Varisco
Rahel Scheurer zeigt ihre Arbeiten im oberen Stock des alten Portierhäuschens. (Bild: Stefan Kaiser, Cham, 11. Juni 2019)

Rahel Scheurer zeigt ihre Arbeiten im oberen Stock des alten Portierhäuschens. (Bild: Stefan Kaiser, Cham, 11. Juni 2019)

Ein Areal im Umbruch: Auf dem Papieri-Gebiet in Cham hat der Rückbau begonnen. Doch das ist nicht das einzige Projekt, das dort aktuell Fahrt aufnimmt. Zurzeit stellen die Studierenden des Masters Kunst von der Hochschule Luzern – Design und Kunst – auch ihre Abschlussarbeiten auf. Insgesamt 19 Arbeiten aus den drei Majors Art in Public Spheres, Critical Image Practice und Art Teaching werden der Öffentlichkeit ab diesem Freitag im Innen- und Aussenraum des geschichtsträchtigen Areals gezeigt. Das alles unter dem Titel «Schichtwechsel». «Denn schliesslich befindet sich das Gebiet in einer Zeit des Wandels und Wechsels», findet Patric Fasel, welcher gemeinsam mit Professor Stephan Wittmer die Kuration und Projektleitung für die Abschlussarbeiten übernommen hat. Vor rund eineinhalb Jahren wurde das Papieri-Areal festgelegt für die Ausstellung. Danach folgten immer wieder Begehungen mit den Studierenden, die sich Gedanken dazu machten, was sie gestalten möchten auf diesem verlassenen Fabrikareal – von dem die meisten begeistert sind.

Persönliche Note in den Arbeiten

Im Hintergrund hämmern Maschinen, während die beiden Kuratoren zu den verschiedenen Orten führen, an welchen einige Arbeiten bereits stehen und andere noch im Aufbau sind. «Ein Thema wurde den Studierenden nicht vorgegeben», erläutert Wittmer, als er die Arbeit von Cindy Heller ansteuert. Sie hat sich entschieden auf Stellwänden mitten auf den Schienen, die das Areal durchziehen, mit Zeichnungen und dazugehörigen, tagebuchartigen Einträgen ihre Zeit auf Reisen und im Zug festzuhalten. «Ich bin sehr viel unterwegs, weshalb für mich bald klar war, dass ich diese Reisezeit sinnvoll für meine Abschlussarbeit nutzen möchte», erinnert sie sich. Passend zum Areal folgte sie ausserdem den Spuren von Papier der letzten 150 Jahre in ihrer Familiengeschichte in Zusammenhang mit Kunst, Fotografie, Gestaltung, Literatur und mehr. Auf jeder Stellwand ist so eine in sich geschlossene Bildergeschichte entstanden.

Raphael Burger installiert letzte Details an seiner Arbeit. (Bild: Stefan Kaiser, Cham, 11. Juni 2019)

Raphael Burger installiert letzte Details an seiner Arbeit. (Bild: Stefan Kaiser, Cham, 11. Juni 2019)

Ein Rundgang über das Gelände zeigt: Die Studierenden haben sich mit verschiedensten Themen auseinandergesetzt und jeder hat die Umgebung Papieri-Areal anders in seine Arbeit eingeflochten. Beinahe alle Studierenden haben sich allerdings von ihren persönlichen Erlebnissen und Lebensumständen beeinflussen lassen.

«Ich konnte mich richtig austoben»

So auch Rahel Scheurer. Sie hat sich im oberen Stock des Portierhäuschens einquartiert und eine ganze Wohnung in Anspruch genommen. «Schon von Anfang an war klar, dass ich viel Platz brauchen werde», verrät sie und schaut sich um. Ihre Bilder zeigen Alltagssituationen und -gegenstände: ein Hund in der Küche oder ein Pferd auf der Weide. Gemalt hat sie ihre Werke auf Leinwand und jene schliesslich ohne Rahmen an die Wände getackert. «Ich komme ursprünglich aus der Theatermalerei und hatte zu Beginn des Studiums Mühe, meinen eigenen Stil zu finden. Mit der Abschlussarbeit ist es mir schliesslich gelungen», freut sie sich und ergänzt: «Eins war mir wichtig: Ich wollte die Arbeit mit Humor nehmen.»

Auf dem Papieri-Areal wird geklebt, gemalt und geschrieben. Was dabei besonders schön sei, verrät Raphael Burger, welcher seine grossen und kleinen Bilder im Kesselhaus mit den überhohen Räumen aufgehängt hat: «Da die Gebäude sowieso um- oder rückgebaut werden, konnte ich mich richtig austoben und auch die Wände bemalen. Einfach toll.» Und wie die anderen Studierenden freut er sich, zu sehen, welche Wirkung sein Schaffen auf die Besucher hat an der Ausstellung.


Die Ausstellung des Masters Kunst Luzern ist ab Freitag, 14. Juni geöffnet und dauert bis zum Sonntag, 23. Juni. Die genauen Öffnungszeiten der Ausstellung sind unter www.schichtwechsel19.ch einsehbar. Neben Führungen durch die Ausstellungen können die Studierenden getroffen werden. Ausserdem findet am Sonntag, 23. Juni, von 10 bis 12.30 Uhr ein Urban Sketching statt. Der Eingang zur Ausstellung befindet sich beim Portierhäuschen an der Knonauerstrasse.

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