Zuger- und Ägerisee
Zuger Schifffahrt kostet wegen Corona eine Dreiviertelmillion mehr – Kanton und Gemeinden springen ein

Der Einbruch der Passagierzahlen auf Zuger- und Ägerisee hinterlässt ein Loch in der Kasse der Schifffahrtsgesellschaft. Die Zuger Gemeinden müssen tiefer in die Taschen greifen.

Linda Leuenberger und Jürg Auf der Maur
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Ein Schiff der Zugersee Schifffahrt AG bei der Anlegestelle Cham.

Ein Schiff der Zugersee Schifffahrt AG bei der Anlegestelle Cham.

Bild: Stefan Kaiser (1. September 2020)

Wegen der Auswirkungen der Coronapandemie war der Schifffahrtsbetrieb im letzten Jahr nur eingeschränkt möglich. Auf dem Zugersee waren 2020 nur halb so viele Passagiere unterwegs wie noch ein Jahr zuvor. Auch auf dem Ägerisee verzeichnet die Zugersee Schifffahrt AG einen Rückgang: Die Passagierzahl ist dort um rund 40 Prozent eingebrochen. Zudem wurde die Saison frühzeitig beendet. Und nun klafft ein Loch in der Kasse der Zugersee Schifffahrt AG.

Um dieses Defizit stemmen zu können, müssen der Kanton Zug und alle Zuger Gemeinden mit anpacken. Dass sie sich mit jährlichen Zahlungen an der Schifffahrt auf den Zuger Seen beteiligen, ist allerdings nichts Neues. In einem Kantonsratsbeschluss von 2010 ist mit einem Verteilschlüssel geregelt, inwiefern der Kanton Zug und die Zuger Gemeinden die Schifffahrt mitfinanzieren – auch in Krisenzeiten.

Auch aus Schwyz kommt Geld

Nun ist für das Geschäftsjahr 2020 die sogenannte Abgeltungssumme von knapp 930'000 Franken auf 1,678 Millionen Franken gestiegen. Das ist ein Anstieg von fast 750'000 Franken. Diese Mehrkosten werden gemäss der Baudirektion nun auf den Kanton Zug, alle Zuger Gemeinden sowie auf die Gemeinden Arth und Küssnacht verteilt.

Die Schwyzer Gemeinden Arth und Küssnacht steuern eine beträchtliche Summe zur Unterstützung der Zugersee Schifffahrt bei, da sie am Zugersee liegen und Anlegestellen betreiben. Die Zuger Baudirektion schreibt auf Anfrage: «Ausserkantonale Gemeinden, welche aus der Schifffahrt auf den Zuger Seen direkte Vorteile erhalten, müssen sich an der jährlichen Abgeltung beteiligen.» Insgesamt zahlen Arth und Küssnacht im Vergleich zum letzten Jahr 43'000 Franken obendrauf. Das macht pro Gemeinde einen Mehraufwand von 20'000 beziehungsweise 23'000 Franken.

Kanton Zug übernimmt zwei Drittel

Der Rest der Mehrkosten wird – wie es der Verteilschlüssel will – zu zwei Dritteln vom Kanton Zug übernommen. Im Vergleich zum Vorjahr ist diese Summe um über eine halbe Million gestiegen. Die Baudirektion nennt auf Anfrage eine konkrete Zahl:

«Die Beteiligung des Kantons Zug an der Schifffahrt auf den Zuger Seen hat sich um 546’000 Franken erhöht.»

Das übrige Drittel der Mehrkosten wird von den Zuger Gemeinden gestemmt – auch von denen, die keine Anlegestelle am Zuger- oder Ägerisee betreiben. Insgesamt zahlen sie für das vergangene Geschäftsjahr 273'000 Franken obendrauf.

Welche Gemeinde genau wie viel draufzahlt, teilt die Baudirektion auf Anfrage nicht mit. Was aber klar ist: Pro Gemeinde erhöht sich der Beitrag an die Schifffahrtsgesellschaft im Durchschnitt um etwa 30 Prozent. Je nachdem, wie hoch die Einwohnerzahl oder die Zahl der Anlegestellen in der jeweiligen Gemeinde sind, variieren die Beiträge zudem.

Kanton Schwyz beteiligt sich beim Vierwaldstättersee

Ebenfalls ist bereits seit längerem bekannt, dass auch die Schifffahrtsgesellschaft Vierwaldstättersee mehr Geld braucht, um nicht in die Schulden abzudriften. Die Schwyzer Regierung wollte helfen und beantragte deshalb beim Kantonsrat, dass rund die Hälfte eines Darlehens nicht zurückbezahlt werden müsste. Die Regierung ihrerseits schlägt vor, dass rund 500'000 Franken abgeschrieben werden.