Leserbrief

Schlägt jetzt die Stunde des Staats?

Zur Ausbreitung des Corona-Virus

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Corona-Virus, nicht zum ersten Mal so! Wenn ein internationales Problem auftaucht, welches keine Rendite nach Franken und Rappen verspricht, dann folgt der Ruf nach dem Staat. Auch Politiker, welche vorher die öffentliche Hand möglichst ausgehungert haben, vergessen die Schuldenbremse und erwarten ohne klare Rechtsgrundlage finanzielle Unterstützung.

Trifft den Staat eine Verantwortung für die Corona-Krise? Man kann ihn mit den von uns gewählten politischen Vertretern nur in dem Sinne verantwortlich machen, als er tatenlos einer verhängnisvollen Fehlentwicklung unseres Wirtschaftssystems zuschaute. Ob Rohstoffe, Lebensmittel, Medikamente, Industrieprodukte oder PC-Technologie: Der Grossteil stammt aus dem entfernten Ausland. Wir zahlen dadurch zwar etwas billigere Preise, entsprechend sind wir aber auch erpressbar. Noch bis vor wenigen Monaten betonten die Tourismusverantwortlichen in der Zentralschweiz, wie wichtig und notwendig es sei, möglichst viele Touristen der chinesischen Oberschicht durch das Land zu schleusen. Wie wir mit Schrecken feststellen, sind aber mit der modernen Massenwanderung von Menschen und Materialien auch die Krankheitserreger und Selbstmordattentäter «multikulturell» geworden.

Wenn der feste Wunsch besteht, der Staat solle trotz wackeliger Rechtsgrundlage den Spitzensport und die Vergnügungsindustrie finanziell unterstützen, dann kommen höchstens befristete Darlehen in Frage, welche nach Ende der Notlage sukzessive zurückzuzahlen sind. Im Gegenzug könnte man übrigens – etwa mit gleich wackliger rechtlicher Grundlage – auch jene Gruppen zusätzlich besteuern, welche von der aktuellen Epidemie-Drohung finanziell profitieren. Auch solche gibt es, wie man in dieser Zeitung ausreichend nachlesen konnte. Dies erschiene angemessen im Sinne der etwa beim Umweltschutz immer wieder beschworenen Staatsquoten-Neutralität.

Jürg Röthlisberger, Cham


Es ist seltsam mit dieser Corona-Geschichte. Nun wird eifrig nach Impfstoff gesucht – aber warum eigentlich redet niemand von gewissen Prophylaxe-Massnahmen/Vorbeugung?

Eine der effizientesten wäre Verzicht auf Gen-Manipulation. Denn solange in Bio- und Gen-Labors Erbgut verändert wird, entstehen Mutationen und dürften immer wieder mal so als kleine Monster ausbüxen oder freigesetzt werden.

Die aufwendige Info-Kampagne des BAG in Ehren, doch wo bleiben – nebst dem anerkannten Händewaschen mit Seife – die Empfehlungen zu anderen altbewährten und einfach zugänglichen Mitteln, wie z.B. Sonnenlicht, frischer Luft, Bewegung, freudigen Tätigkeiten, Knoblauch, Zwiebeln, Ingwer, Lebertran, Bonbons lutschen, Gurgeln ...?

Der bekannte Immunologe Beda Stadler gab in allerersten Interviews zu Corona bekannt (u.a. in der «Zuger Zeitung»), dass Sonnenlicht antiviral wirkt und meist reicht, doch in den BAG-Aushängen wird das nicht mehr erwähnt. Antibakterielle und antivirale Wirkung ist auch für Knoblauch (in Deutschland Heilpflanze des Jahres 1989) bekannt; für Zwiebeln (Heilpflanze des Jahres 2015) zumindest antibakterielle Wirkung. Wo figuriert die gute alte Breitband-Vorbeugung Lebertran (heute auch Halibut-Kapseln), womit seit Urgrossmutters Zeiten viele heil durch den Winter kommen? Um den Selbstreinigungsmechanismus der Atemwege anzuregen, gibt es weiter einfache Massnahmen: Bonbons lutschen, Gurgeln und lokal anwendbare, antiviral wirkende ätherische Öle ...

Das Immunsystem wird vorzüglich gestärkt durch Bewegung, frische Luft und – Freude! Prophylaxe hat nur ein Handicap: Sie ist unspektakulär!

Dr. Marie-Theres Annen, Hünenberg See


Der Bundesrat beginnt nun, Teile der Armee für die Bewältigung der Corona-Epidemie einzusetzen.

Aber Vorsicht! Mit Ausnahme von wenigen Armee-Sanitätern und -Sanitäterinnen ist die Armee für solche Einsätze denkbar ungeeignet. Die Armee hat bekanntlich primär einen Kampfauftrag. Die Armee ist somit von ihrer Ausbildung und Doktrin her höchstens dann einzusetzen, wenn es etwa um die Abriegelung von Grenzabschnitten oder Regionen geht. So weit sind wir noch nicht.

Zum Glück gibt es den Zivildienst. Jeden Tag stehen zurzeit durchschnittlich 4500 Zivildienstleistende (Zivis) im Einsatz. Über 70 Prozent davon leisten Einsätze im Gesundheits- und Sozialwesen. Die Zivis unterstehen dem neu geschaffenen Bundesamt für Zivildienst (Zivi), also dem Bundesrat direkt.

Anstatt fachlich nicht qualifizierte Angehörige der Armee für die Bewältigung der medizinischen Corona-Krisenlage aufzubieten, wäre es viel sinnvoller, dafür die Zivis zu mobilisieren. Auch wenn sie in ihren jetzigen Arbeitseinsätzen «nur» Hilfsfunktionen ausüben, sind sie doch ungleich besser mit dem Gesundheitswesen vertraut.

Ähnlich wie im Militär Durchdiener auch nach abgeleisteter Dienstpflicht im Krisenfall wieder aufgeboten werden können, könnten auch Zivis wieder reaktiviert werden, welche ihre Dienst-Dauer bereits hinter sich haben. Damit erweitern sich die personellen Möglichkeiten um weit über 10000 mögliche Hilfspersonen.

Es erstaunt doch sehr, dass der Bundesrat noch immer auf der längst überholten Vorstellung fixiert ist, die Armee sei gleichsam das «Mädchen für alles», wenn es irgendwo brennt. Derweil die gesetzlichen Grundlagen für den Einsatz von Zivis in Notlagen durch den Bund im Zivildienstgesetz (ZDG) seit Jahren vorhanden sind.

In Italien musste man mangels medizinischem Personal bereits zur Triage übergehen. Das bedeutet, dass man nur mehr diejenigen intensiv behandelt, denen man noch eine Überlebenschance gibt. Alte oder schwache Patienten werden nicht mehr mit maximalem Umfang versorgt, was ihre Überlebenschance noch einmal stark schmälert. Die Triage ist eigentlich ein Verfahren, das nur in Kriegszeiten oder in extremen Katastrophenlagen vorgesehen ist.

Das Gesundheitswesen wird auch bei uns rasch an seine Kapazitätsgrenzen stossen. Zur Überlastung von Spitälern, Kliniken und Arztpraxen hinzu kommt, dass mit fortschreitender Epidemie das darin beschäftigte Personal selber behandelt werden muss oder in Quarantäne geht. Diese Ausfälle müssen dann zusätzlich kompensiert werden, um ein Zusammenbrechen des Gesundheitswesens mit brutalen Folgen zu verhindern.

Die Stunde der Zivis ist gekommen! Die Zivis könnten der Bevölkerung beweisen, dass die Institution des Zivildienstes tatsächlich einen Sinn hat und nicht bloss eine Art Arbeitstherapie an der Grenze zur Zwangsarbeit darstellt.

Willi Vollenweider, alt Kantonsrat, Zug