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SCHLAGZEILEN: Diese News aus Zug gingen um die Welt

Der Kanton Zug ist klein. Dafür kam er in der Berichterstattung im Ausland 2017 jedoch überdurchschnittlich oft vor. Es geht um Kryptowährungen, einen Baarer Rohstoffkonzern, ein deutsches Tennisidol und einen israelischen Geschäftsmann.
Christoper Gilb und Livio Brandenberg
Die Stadt und der Kanton Zug sorgten im Jahr 2017 für zahlreiche internationale Schlagzeilen – vor allem bei Wirtschaftsthemen. (Bild: Stefan Kaiser (29. Dezember 2017))

Die Stadt und der Kanton Zug sorgten im Jahr 2017 für zahlreiche internationale Schlagzeilen – vor allem bei Wirtschaftsthemen. (Bild: Stefan Kaiser (29. Dezember 2017))

Christoper Gilb und Livio Brandenberg

redaktion@zugerzeitung.ch

Es hat Seltenheitswert, dass man als Reporter einer Schweizer Lokalzeitung plötzlich telefonisch und per Mail von Ressortleitern bekannter deutscher Nachrichtenportale und Zeitungen kontaktiert wird. Doch genau dies passierte am 12. Juli dieses Jahres. Es ging um ein deutsches Idol, um Boris Becker – und vor allem um dessen Finanzlage. Doch nicht nur dieses Thema mit Bezug zum Kanton Zug beschäftigte 2017 die Presse im Ausland. Der Kanton Zug ist Sitz vieler Konzerne, ob bei guten Nachrichten oder wenn sie in Kritik geraten – der Name des Standorts ihres Hauptsitzes wird in den Artikeln oft genannt. Das war bei der Berichterstattung über die sogenannten Paradise Papers Anfang November auch der Fall, es ging um den Baarer Rohstoffmulti Glencore. Gleich erging es der Tezos-Stiftung, um die ein erbitterter Kampf ausgebrochen ist. Dabei geht es um Hunderte Kryptomillionen und Bereicherungsvorwürfe. Ebenfalls in die internationalen Schlagzeilen geschafft haben es dieses Jahr die Stadt und die Region Zug, die sich als Vorreiterin der Digitalisierung positioniert haben.

Boris Becker und sein Zuger Geschäftspartner

Ende Juni hatte ein Londoner Insolvenzgericht Ex-Tennisstar Boris Becker (50) für Bankrott erklärt. Daraufhin verschickte der Zuger Anwalt Oliver Habke im Namen des deutschen Millionärs Hans-Dieter Cleven, der im Kanton Zug lebt, eine Pressemitteilung. Darin stand, dass Cleven, mit dem Becker einst eine Stiftung gründete, eine Forderung in Höhe von etlichen Millionen Euro gegen Becker beim Londoner Insolvenzverwalter geltend machen werde. Dieser habe seine Rückzahlungsversprechen für das entsprechende Darlehen nicht eingehalten. Die Mitteilung sorgte vor allem in Beckers Heimat Deutschland für Aufsehen. «Becker in Not: Ex-Geschäftspartner fordert 36,5 Millionen Euro», hiess es etwa auf «welt.de». Doch dann wurde bekannt, dass bezüglich der Forderung schon ein Entscheid des Zuger Kantonsgerichts ergangen war, welcher am Montag, den 12. Juli zur Einsicht aufliegen werde. Der Tag, an dem die Telefone in unserer Redaktion klingelten. Das Gericht wies die Zivilklage jedenfalls ab, da das entsprechende Darlehen nicht rechtsgültig gekündigt worden sei. «Teilerfolg für Boris Becker: Schweizer Gericht lehnt Klage ab», titelte daraufhin «Focus Online». Doch Cleven ist anderer Meinung als das Kantonsgericht: «Ex-Partner von Boris Becker geht in Berufung», titelte am 13. Juli deshalb «Spiegel Online». Insgesamt wurde es in der Presse dann wieder ruhig um den Fall in Zug. Das Verfahren sei momentan vor dem Obergericht hängig, sagt Oliver Habke auf Nachfrage. «Auf unsere Berufung hin hat Herr Beckers Rechtsvertreter eine Stellungnahme eingereicht, wir vor kurzem auf Veranlassung des Obergerichts darauf eine Replik, und nun hat die Gegenseite wieder eine Frist zur Einreichung einer Duplik in der Angelegenheit erhalten.» 2018 werde dann hoffentlich eine Entscheidung fallen. Der Showdown in Zug folgt also noch.

Eine Enthüllung führt zum Baarer Rohstoffkonzern Glencore

«Der Fall Glencore: Kampf um Katanga», titelte die «Süddeutsche Zeitung» am 6. November. Es war eine der Hauptgeschichten aus den Paradise Papers, die geleakten Dokumente der Kanzlei Appleby auf den Bermudas, die die Aktivitäten der Superreichen und Unternehmen in der Offshore-Welt zeigen. Im Mittelpunkt des Artikels steht der Rohstoffkonzern Glencore mit Sitz in Baar, der sich den Zugriff auf Kupfer- und Kobaltvorkommen im Kongo mit Hilfe des umstrittenen israelischen Geschäftsmanns Dan Gertler zu besonders günstigen Konditionen gesichert haben soll. Glencore bestritt die Vorwürfe. Berichtet wurde weiter. «Glencore und Co: Milliardendeals auf Kosten von Afrikas Armen?» Fragte etwa am 10. November die «Deutsche Welle». Das Neuste zum Thema verrät ein Titel der englischen Tageszeitung «The Times» vom 21. Dezember: «Glencore cuts ties with ‹corrupt› Israeli billionaire Dan Gertler» – «Glencore bricht die Verbindung zum ‹korrupten› israelischen Milliardär Dan Gertler ab». Der Hintergrund: Die USA haben Gertler kürzlich wegen Korruption auf eine Sanktionsliste gesetzt. Man halte sich an die Sanktionen, so der Konzern.

Der Bitcoin-Hype und das Crypto Valley Zug

Schon 2016 katapultierte sich die Stadt Zug in die internationale Presse, als sie bekannt gab, als erste Behörde weltweit Bitcoin für einzelne Gebührenzahlungen zu akzeptieren. Über diese «Pioniertat» berichteten damals die «New York Times», CNN, der «Stern» oder die «Frankfurter Allgemeine Zeitung». Inzwischen hat sich der von den Zuger Behörden, auch vom Kanton, ins Spiel gebrachte Begriff des «Crypto Valley Zug» etabliert, auch in den ausländischen Medien. So übertitelte das Wirtschaftsnachrichtenportal «Bloomberg» am 10. Oktober einen langen Artikel über den Hype, der um die Region entstanden ist, mit «Welcome to Crypto Valley». Das amerikanische Portal berichtet, Zug habe sich zum Magneten für Kryptofirmen entwickelt, verweist dabei aber auch auf die Risiken, die digitale Währungen mit sich bringen. Eingang in die Berichterstattung findet das Crypto Valley auch in Deutschland. Die Boulevardzeitung «Bild» versuchte vor ein paar Wochen unter dem Titel «11 irre Storys über den Bitcoin-Schatz» den Höhenflug der bekanntesten Kryptowährung und den Boom der Szene zu veranschaulichen. Zug spielt als eine der elf Geschichten eine prominente Rolle: «Früheres Fischerdorf ist ‹Crypto Valley›», lautet der Zwischentitel. Als Technologiefirma komme man «am Schweizer Örtchen Zug kaum vorbei», heisst es da. Und: «Das ehemalige Fischerdörfchen, 23 Kilometer südlich von Zürich idyllisch am Zugersee gelegen, ist ein heisses Pflaster für den neuen Finanzsektor.»

Der undurchsichtige Streit um die Zuger Tezos-Stiftung

Eine weitere Geschichte aus Zug, die international für viel Wirbel sorgte und dies weiterhin tut, ist jene der Stiftung Tezos mit Sitz in der Stadt Zug. Hinter der Stiftung steht das französisch-amerikanische Ehepaar Arthur und Kathleen Breitman. Diese wollen eine eigene Kryptowährung schaffen. Dafür haben sie eine Stiftung im vergleichsweise wenig regulierten Zug errichtet, über welche Kryptogelder im Wert von 232 Millionen US-Dollar von Investoren eingenommen wurden. Durch die Wertgewinne der Kryptowährungen in den letzten Wochen ist der Betrag auf bis zu 800 Millionen gestiegen. Über die eingenommene Millionensumme schrieb bereits im September das «Wall Street Journal». Inzwischen ist ein erbitterter Kampf um die Tezos-Millionen ausgebrochen: Die Breitmans kommen nicht an ihr Geld, da sie sich mit dem Präsidenten des Tezos-Stiftungsrats, Johann Gevers, zerstritten haben. Dieser wolle sich ungerechtfertigt bereichern, so der Vorwurf der Breitmans. Gevers wehrt sich und spricht von «Rufmord» und einem «illegalen Coup». Die britische «Daily Mail Online» griff den Fall Mitte Dezember auf und berichtete über die neueste Entwicklung unter der Schlagzeile «Tezos director resigns, sowing more uncertainty at crypto startup» – «Rücktritt von Tezos-Direktor sät zusätzliche Ungewissheit bei Krypto-Start-up». Schon Ende Oktober widmete die britische Wirtschaftszeitung «Financial Times» dem Streit einen Artikel, in dem auch die Frage der Regulierung thematisiert wurde.

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