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Schlechte Noten vom Kommunikationsexperten für Beat Villiger

CVP-Regierungsrat Beat Villiger will in Klausur gehen, bevor er seine politische Zukunft klärt. Kommunikationsexperte Patrick Suppiger übt harsche Kritik.
Wurde wiedergewählt: Der Zuger CVP-Regierungsrat Beat Villiger. (Bild: Urs Flüeler / Keystone (Zug, 7. Oktober 2018))

Wurde wiedergewählt: Der Zuger CVP-Regierungsrat Beat Villiger. (Bild: Urs Flüeler / Keystone (Zug, 7. Oktober 2018))

Tritt der Zuger Regierungsrat Beat Villiger (CVP) sein Amt an? Eine Antwort bekommt die Öffentlichkeit noch nicht, Villiger bleibt stumm. Seine Partei teilt mit, der Entscheid über den Rücktritt sei sistiert.

Villiger und die CVP schweigen. Kein weiser Entscheid, sagt Patrick Suppiger, der Präsident des Schweizer Verbandes für Krisenkommunikation: «In einer solchen Situation muss man die Informationsgewalt bei sich behalten.» Mit der versuchten Nicht-Kommunikation passiere das aber Gegenteil: «Die Bevölkerung wird gezwungen, sich ohne genaue Informationsgrundlage ein eigenes Bild zu schaffen.» Das sei gefährlich. Dass nun die Partei, nicht mehr aber Villiger kommuniziert, sei zudem unklug: «Die Angelegenheit wurde quasi zur Chefsache erklärt, was Villiger in einem schlechteren Licht dastehen lässt. Dadurch, dass er die Partei sprechen lässt, unterminiert er seine eigene Glaubwürdigkeit noch mehr.»

Patrick Suppiger, Präsident des Schweizer Verbands für Krisenkommunikation.Bild: PD

Patrick Suppiger, Präsident des Schweizer Verbands für Krisenkommunikation.Bild: PD

Patrick Suppiger stellt der Zuger CVP und Villiger ein vernichtendes Zeugnis aus, wenn es um die Informationspolitik in diesem Fall geht: «Villiger hätte von Anfang Transparenz schaffen sollen.» Alle seien Menschen und Menschen würden Fehler machen. «Doch wenn ein Fehler passiert, muss man hinstehen, ihn zugeben und den Worten Taten folgen lassen.»

Offene Kommunikation schafft Vertrauen

Ein Verbleib Villigers im Amt könnte parteipolitisch gesteuert sein: Am vergangenen Sonntag eroberte die CVP einen dritten Sitz in der Kantonsregierung. Bei einem Rücktritt käme es zu Ersatzwahlen, das Feld wäre für alle Parteien offen. Mit Verweis auf seine Aussensicht sagt Suppiger: «Möglich ist, dass die Nachwahlen ein Szenario gewesen sind, und dass die Parteispitze den Kampf um den Sitz vermeiden will.» Suppiger glaubt, die CVP hätte viel gewinnen können. Nämlich, wenn Villiger offen kommuniziert hätte: «Es ist ein langwieriger und schwieriger Prozess, Vertrauen in der Öffentlichkeit aufzubauen. Mit einer offenen Kommunikation hätte man aber einen grossen Beitrag leisten können, das zu schaffen.» (kük)

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