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Raiffeisenbank: Schliessung der Filiale in Oberägeri ist definitiv

Der Einsatz der Interessengemeinschaft Pro Raiffeisen hat sich nicht ausgezahlt. Die Bank-Verantwortlichen bleiben ihrer Strategie treu und heben den Standort per Anfang 2020 auf.
Carmen Rogenmoser
Die Tage der Raiffeisen-Bank in Oberägeri sind gezählt. (Bild: Werner Schelbert (22. März 2018))

Die Tage der Raiffeisen-Bank in Oberägeri sind gezählt. (Bild: Werner Schelbert (22. März 2018))

618 Unterschriften wurden in Oberägeri und Umgebung gegen die angekündigte Schliessung des Raiffeisen-Standorts in der Gemeinde gesammelt – genützt hat es nichts. Die Bankleitung informierte die Kunden letzte Woche darüber, dass die Aufhebung beschlossene Sache ist. «Angesichts der Gesamtsituation werden wir an unserer Strategie festhalten und voraussichtlich Anfang 2020 die Geschäftsstelle in Oberägeri schliessen», heisst es im entsprechenden Brief.

Präsentiert wurde diese Strategie an der Generalversammlung der Raiffeisenbank Region Ägerital-Sattel im März dieses Jahres. Darauf formierte sich die Interessengemeinschaft (IG) Pro Raiffeisen Oberägeri, die Unterschriften sammelte und diese als Petition im Juli der Bank übergab.

In der Zwischenzeit wurden die Unterschriften analysiert. Folgendes Bild hat sich ergeben: 407 Unterschriften stammen von Kunden und Nicht-Kunden, die ausserhalb der Gemeinde wohnen. 211 Oberägerer Raiffeisen-Kunden haben unterschrieben. 109 davon leben im Dorf, 57 in Morgarten, 45 in Alosen. «Die Zahl von 211 Unterschriften von Kunden aus Oberägeri widerspiegeln unsere Erfahrung, dass die Kunden die Geschäftsstelle nur noch in geringem Masse nutzen», heisst es in der Mitteilung, unterzeichnet von Michael Iten, dem Präsidenten des Verwaltungsrats und dem Vorsitzenden der Bankleitung Erik G. Müller.

Wenn ein Kunde vorbeikommt, beschränke sich die Nutzung weitgehend auf Bargeldbezüge und Bargeldeinzahlungen. «Rund 90 Prozent unserer Kunden erledigen solche Transaktionen am Bancomat.» Die restlichen 10 Prozent müssen sich künftig nun umgewöhnen, oder etwas mehr Aufwand und Planung auf sich nehmen.

Enttäuschung bei der Interessengemeinschaft

Die Raiffeisenbank Region Ägerital-Sattel, die weiterhin im Sattel und in Unterägeri vertreten ist, bietet dabei Unterstützung, etwa bei der Benutzung des Bancomats, zudem offeriert die Bank einen Tixi-Dienst für Kunden, die nicht mobil sind. Eine Beratung zu Hause ist auch möglich, ebenso gibt es einen Lieferdienst für Bargeld.

Ganz verschwinden wird das Raiffeisen-Logo aus Oberägeri indes nicht. Es soll weiterhin einen Bancomat geben. Nur, wo dieser hinkommen soll, das ist noch nicht klar. «Wir sind in Vorabklärungen», sagt Michael Iten auf Nachfrage. «Solange wir keinen neuen Standort haben, wird der Bancomat am alten Standort bleiben.» In Eile sei man diesbezüglich nicht, da die Geschäftsstelle frühestens 2020 schliessen werde.

Nicht zufrieden mit dem Entscheid der Bankleitung und des Verwaltungsrates ist die IG. «Ich bin sehr enttäuscht», sagt der Medienbeauftragte Klaus Bilang stellvertretend. «Es erstaunt mich, wie das Signal interpretiert wurde.» Seiner Meinung nach sei es egal, ob die Unterschriften von Oberägerern oder Unterägerern stammen. «Uns ging es darum, die Stimme des Volkes zu vermitteln.» Für ihn bedeuten die über 600 Unterschriften, dass sich die Bevölkerung weiterhin eine volksnahe und bodenständige Raiffeisenbank wünsche. Dass das von den Verantwortlichen nicht gesehen wird, «ist in meinen Augen überheblich», so Bilang.

Der IG ging es in erster Linie darum, ein Zeichen zu setzen. «Rechtlich können wir mit einer Petition ja nicht viel erreichen.» Angekommen sei das aber offenbar nicht. Die Kommunikation von Seiten der Bank sei nach wie vor «sehr fragwürdig».

Bereits bei der Übergabe der Unterschriften im Juli gestand der VR-Präsident Michael Iten ein, bei der Information der Kunden Fehler gemacht zu haben. Bilang aber reicht das nicht: «Sie entschuldigen sich für die Kommunikation, nicht für die Strategie.» Die Kunden würden nicht ernst genommen. Für ihn ist da Kapitel nun fürs Erste abgeschlossen. «Es ist mir ums Dorf gegangen. Da habe ich gemacht, was ich konnte.»

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