SCHLIESSUNG VON POLIZEIPOSTEN: Die Sicherheitschefs steigen auf die Barrikaden

Die Regierung prüft die Schliessung aller örtlichen Polizeiposten. «Das darf nicht sein», kontern die Gemeinden.

Drucken
Teilen
Steht künftig etwas die Polizeidienststelle Baar für Einwohner nicht mehr offen? (Bild Dominik Hodel/Neue ZZ)

Steht künftig etwas die Polizeidienststelle Baar für Einwohner nicht mehr offen? (Bild Dominik Hodel/Neue ZZ)

«Wir sind uns bewusst, dass die Schliessung von Polizeidienststellen ein sehr emotionales Thema ist», sagt FDP-Fraktionschef Daniel Grunder (Baar). 

Ein Blick nach Neuheim oder Walchwil zeige aber: Hier, wo es keine Polizeiposten gebe, sei die Sicherheitslage keineswegs schlechter als in anderen Gemeinden
.
Mit seiner Sympathie für die regierungsrätliche Idee setzt sich Grunder jedoch heftiger Kritik aus. Vor allem die gemeindlichen Sicherheitschefs haben eine dezidiert andere Meinung: «Eine Schliessung können wir nicht verantworten. Das wäre schlimm», sagt etwa der Baarer Sicherheitschef Paul Langenegger (CVP), «ein Schritt in die falsche Richtung.»

Lebensqualität beeinflusst
Die Zuger Polizei müsse volksnah sein – und in den Dörfern präsent. Das beeinflusse auch die Lebensqualität. Bereits mit dem neuen Polizeigesetz seien die Leistungen zurückgefahren worden: «Wir akzeptieren nicht, dass sich die Polizei aus den Gemeinden verabschiedet», führt Langenegger aus. Allenfalls könne die Administration und der Bürokram abgebaut werden, nicht aber die Präsenz auf den Strassen und in den Dörfern.

«Wollen Polizisten vor Ort»
Selbst aus der Stadt Zug – die ja distanzmässig am wenigsten unter dem Zusammenzug leiden würde – tönt es ganz ähnlich: «Für die Sicherheit in der Stadt ist die Polizeipräsenz etwas ganz Wichtiges. Darum bringen wir der Idee kein Verständnis entgegen», sagt Andreas Bossard (CSP), Chef des Departementes Soziales, Umwelt und Sicherheit. 

«Die Polizei vor Ort zu haben, ist ein Standortvorteil.» Er habe dies wieder am Neuzuzüger-Apéro gehört: Im Gegensatz zum Ausland könne in Zug eine Frau abends noch allein nach Hause gehen: «Solche Qualitäten müssen wir erhalten. Für einen Abbau gebe es keine Notwendigkeit – auch keine finanzielle», so Bossard.

Jürg J. Aregger

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Mittwoch in der Neuen Zuger Zeitung.