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Schloss in Buonas wich einem Ausbildungszentrum

Das Schloss auf der Halbinsel Buonas sorgte vor seinem Abriss für Diskussionen. Der Neubau sollte mehr dem Zeitgeist entsprechen.

Vanessa Varisco
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Das Roche Forum Buonas wurde innert Jahresfrist erstellt.

Das Roche Forum Buonas wurde innert Jahresfrist erstellt.

Bild: Christof Borner-Keller (19. Mai 2017)

«Importierte Architektur aus England mit wenig Bezug zum Hier gewachsen.» Mit diesen wenig schmeichelhaften Worten beschrieb der damalige Zuger Baudirektor Alois Hürlimann das Neue Schloss auf der Halbinsel Buonas. Denn 1969 wurden der Abbruch dieses Schlosses und der Neubau eines Landhauses geplant. Doch nicht jedermann befürwortete den Abbruch: Paul Hofer, Professor für Architektur an der ETH, plädierte für den Erhalt – was eine Diskussion um den denkmalpflegerischen Wert entfachte. Letztlich aber überwog wohl der Sinn fürs Praktische.

Im Schloss wohnen konnte man nicht mehr wirklich und die Eigentümer sperrten sich dagegen, weiter ins Schloss zu investieren und Renovationen vorzunehmen. Womit das Schicksal des Schlosses besiegelt war, 1970 wurde es abgerissen. In einem Bericht der Lokalzeitung sprach man davon, dass das «in einer gewissen Weise doch romantische Schloss der Wirtschaftlichkeit des Jahrhunderts» geopfert werden müsse. Das Schloss wich dem Roche-Forum, dem Ausbildungszentrum des Pharmakonzerns.

Gebäude soll die Landschaft nicht dominieren

Wie das Projekt gestaltet werden sollte, wurde in einem mehrjährigen Entwicklungsprozess ausgearbeitet. 1999 wurden die ersten Projektstudien beurteilt, 2001 schliesslich das Siegerprojekt auserkoren und anschliessend innert Jahresfrist gebaut.

Experten zufolge zeichnet sich das Projekt nicht zuletzt dadurch aus, dass das Gebäude sich «klein macht» und weder «zu hoch wird» noch «auftrumpfen» will. Die Landschaft am Zugersee Westufer bleibt entsprechend vordergründig. Um die Entwicklung dieses Ufers und die landschaftlich beispielhafte Halbinsel Buonas zu steuern, wird eine Stiftung eingesetzt.

Dies hat unter anderem den Vorteil, dass das Gelände nicht durch eine Parzellierung zerstückelt wird. Massgebend für die Erhaltung der Landschaft waren in der Vergangenheit – und werden es wohl in Zukunft auch bleiben – Verhandlungen, umsichtige Planung und eine gute Standortbeurteilung.

Hinweis: Die elfteilige Serie «Mensch vs. Natur» beleuchtet Projekte, deren geplante Eingriffe in die Landschaft die Emotionen hochkochen liessen. Im 4. Teil lesen Sie heute über das Westufer des Zugersees. Quelle: «Zug, natürlich», Peter F.X. Hegglin, 2008.