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SCHLUECHTHOF CHAM: Eine Ausstellung zeigt die Digitalisierung in der Landwirtschaft

Schüler des Landwirtschaftlichen Bildungs- und Beratungszentrums haben eine Ausstellung zum Thema Landwirtschaft 4.0 präsentiert. In einem Bereich gibt es grossen Nachholbedarf
Wolf Meyer
Die Ausstellung im Schluechthof zeigt Chancen und Gefahren der Digitalisierung in der Landwirtschaft auf. (Bild: Jakob Ineichen (Cham, 8. März 2018))

Die Ausstellung im Schluechthof zeigt Chancen und Gefahren der Digitalisierung in der Landwirtschaft auf. (Bild: Jakob Ineichen (Cham, 8. März 2018))

Wolf Meyer

redaktion@zugerzeitung.ch

Der Abschlussjahrgang der Agrotechniker am Landwirtschaftlichen Bildungs- und Beratungszentrum (LBBZ) im Chamer Schluechthof zeigt auf, wie die Digitalisierung und Automatisierung von Arbeitsprozessen im Schweizer Agrarsektor unweigerlich Einzug hält. «Die Herausforderung liegt darin, diese Entwicklung positiv zu nutzen», sagt der Projektleiter und Student Aurel Helfenstein am vergangenen Donnerstag bei der Eröffnung der Ausstellung. Auch die beiden Referenten des Tages Martin Pfister, Rektor des Schluechthofs, und René Hüsler, Direktor des Departementes Informatik an der Hochschule Luzern, sind sich einig, dass die Umwälzungen Chancen und Risiken bergen. «Viele Schweizer Landwirte setzen bereits selbstfahrende Traktoren ein um ihre Felder zu bearbeiten», schildert Pfister. Traktoren seien teuer, aber der arbeitende Mensch, der ihn fahren muss, kostet auf Dauer mehr.

«Die meisten Agrargüter sind Massenware, also austauschbar. Ob die Milch in der Tüte von meinen Kühen oder von denen meines Nachbars kommt, interessiert in der Migros keinen», erklärt er den grossen Kostendruck auf die Landwirte. Das sieht Hüsler gleich: «Die romantische Vorstellung vom ländlichen Familienbetrieb ist zwar noch stark in der Gesellschaft verankert, der Realität entspricht das aber immer weniger. Auch hier muss, wie überall sonst ebenfalls, rational gewirtschaftet werden.»

Das Tier kann seinem eigenen Rhythmus folgen

Die Ausstellung in Cham zeigt Videos von vollautomatischen Ställen, in denen sich die Kühe von Maschinen melken lassen, wann es ihnen passt. «Auch das Tier profitiert von der Automatisierung der Betriebe, weil es sich nicht länger dem menschlichen Rhythmus anpassen muss», ist Pfister überzeugt. Flächendeckende Sensorik am Tier und im Feld erlaubt es zudem, Krankheiten und Pilze schneller zu erkennen und gezielter zu behandeln. Dadurch verringere sich der Gebrauch von Medikamenten und Pestiziden.

«Für uns junge Bauern sind Smartphone und Tablet auch im persönlichen Leben fest verankert. Da ist es klar, dass wir diese Technologien auch in unserer Arbeitswelt gewinnbringend einsetzen möchten», sagt Manuel Ulrich. Er ist einer der Schüler, die diesen Sommer das Diplom der Höheren Fachhochschule zum Agrotechniker erlangen werden und nutzt die Technik intensiv. Mit einer App scannt er beispielsweise seinen Raps, um anhand des Chlorophylanteils die benötigte Düngermenge für das Feld zu berechnen. «Das spart Geld beim Dünger und schont das Grundwasser», zeigt er auf. Die Vorzüge der neuen Technologien nutzen schon viele Landwirte. Der Risiken, die damit einhergehen sind sich aber viele noch nicht bewusst, meint René Hüsler. «Viele der verwendeten Geräte werden über das Internet angesteuert. Diese Zugänge laufen oft über eine Plattform des Anbieters und sind in vielen Fällen praktisch nicht gesichert.» Die IT-Sicherheit ist also noch nicht im Stall angekommen.

Hinweis Die Ausstellung im LBBZ dauert noch bis Ende März.

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