SCHOCHENMÜHLE ZUG: Brandursache soll diese Woche bekannt werden

Das ehemalige Bauernhaus aus dem 18. Jahrhundert, das Anfang März in Flammen stand, hat keinen Totalschaden erlitten. Ob das Haus nun abgerissen oder saniert wird, hängt aber nicht nur von dessen Zustand ab.

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Das alte Bauernhaus in der Schochenmühle ist beim Brand im März stark beschädigt worden. (Bild: Stefan Kaiser (6. März 2018))

Das alte Bauernhaus in der Schochenmühle ist beim Brand im März stark beschädigt worden. (Bild: Stefan Kaiser (6. März 2018))

Anfang März ist das vermutlich 1799 erbaute ehemalige Bauernhaus an der Schochenmühlestrasse 2 in Zug bei einem Brand stark in Mitleidenschaft gezogen worden. Trotz des schnellen Einsatzes von rund 55 Feuerwehrmännern der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Zug (FFZ) brannte das Holzhaus zum grössten Teil aus.

«Für uns ist das ein grosser Teilschaden», sagt Max Uebelhart, Chef der Gebäudeversicherung Zug (GVZG). Nur weil der untere Stock nicht gebrannt habe und trocken geblieben sei, handle es sich nicht um einen Totalschaden, ergänzt er und fügt an: «Das heisst, man kann das Haus theoretisch wieder sanieren.» Noch warte die Gebäudeversicherung auf die Ermittlungen der Polizei bezüglich der Brandursache. Unerheblich sei, ob das Haus unter Denkmalschutz stehe, antwortet Uebelhart auf die entsprechende Frage.

«Wir hatten nur beschränkten Zugang»

Klar ist: Das Holzhaus aus dem 18. Jahrhundert ist im Inventar der schützenswerten Denkmäler aufgeführt. Erst bei einem geplanten Abriss würde die Direktion des Innern über dessen Schutzwürdigkeit entscheiden. «Wir hatten wegen des Brandes nur beschränkten Zugang», erklärt Stefan Hochuli, Leiter des Amts für Denkmalpflege und Archäologie, und betont: «Entschieden ist bezüglich der Schutzwürdigkeit beziehungsweise die mögliche Entlassung aus dem Inventar noch nichts.» Das Stiegenhaus sei ausgebrannt, aber nicht Teil der historischen Substanz, erklärt Hochuli. Die Stadt als Eigentümerin müsse nun abklären, ob eine Sanierung ingenieurtechnisch möglich und finanziell sinnvoll sei. «Wenn die Stadt das Haus sanieren will, werden wir sie dabei unterstützen», sagt Hochuli: «Sollte aber eine Sanierung unverhältnismässig teuer und aufwändig sein und die Stadt den Antrag stellen, das Haus aus dem Inventar zu streichen, würden diese Umstände in der Gesamtbeurteilung sicher berücksichtigt werden.

Der Ball liege im Moment beim federführenden Amt für Raumplanung, sagt Stadtrat Karl Kobelt, der für die städtischen Liegenschaften verantwortlich ist. «Das Amt muss uns in Absprache mit der kantonalen Denkmalpflege sagen, ob die Besitzstandswahrung gewährleistet ist, das heisst, ob wir das Haus abreissen können und am selben Ort oder einem Ersatzort einen Neubau realisieren können.»

Warten auf Richtplananpassung

Eine Unbekannte für die Stadt ist zudem der Eintrag im Richtplan, da beim besagten Haus die mögliche Verlängerung der General-Guisanstrasse und deren Anschluss an die Autobahn realisiert werden könnte. «Wir erhoffen uns auch diesbezüglich in diesem Jahr eine Klärung», sagt Kobelt. «Denn der Kantonsrat soll bekanntlich bald einmal über die Eliminierung des Eintrags entscheiden. Die Immobilienabteilung bereite ausserdem die Beantwortung der SVP-Interpellation zum Brandschutz der städtischen Liegenschaften vor. «Da werden wir noch einige Antworten, womöglich auch zur Schochenmühle liefern können.»

Diese Woche, aber nicht vor Mittwoch, stellt Frank Kleiner, Mediensprecher der Zuger Polizei, eine Medienmitteilung bezüglich der Brandursache der Schochenmühlestrasse 2 in Aussicht. «Unsere Abklärungen sind noch nicht ganz abgeschlossen.»

Das alte Bauernhaus war in der Evaluation als Quartiertreff, wie aus der Antwort des Stadtrats auf einer Motion der SVP zum Kleinschulhaus Riedmatt zu lesen ist. «Die Abklärung betreffend Eignung der Liegenschaft Schochenmühlestrasse 2 als Quartiertreff ergab auf Grund hoher Sanierungskosten ein negatives Resultat. Der Brand der Schochenmühle am 6. März 2018 zerstörte die Option zusätzlich.»

 

Charly Keiser

charly.keiser@zugerzeitung.ch