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Zug: «Schochenmühle» wird untersucht

Der Stadtrat hat beschlossen, dass ein Gutachten aufzeigen soll, ob eine Reparatur des abgebrannten Gebäudes sinnvoll ist. Bis es tatsächlich zu einer Baustelle kommt, dauert es länger.
Andrea Muff
Das historische Gebäude an der Schochenmühlestrasse ist Anfang März abgebrannt. (Bild: Stefan Kaiser (Zug, 6. März 2018))

Das historische Gebäude an der Schochenmühlestrasse ist Anfang März abgebrannt. (Bild: Stefan Kaiser (Zug, 6. März 2018))

Das abgebrannte Haus steht noch immer an der Schochenmühlestrasse in Zug. In der Nacht auf den 6. März dieses Jahres brannte das Mehrfamilienhaus aus. Wie aus den Antworten des Zuger Stadtrates zur SVP-Interpellation «Der ‹Feuerteufel› ist in Zug erwacht – was machen jetzt die ‹Engel› im Stadthaus, um städtisches Eigentum vor Zerstörung zu schützen und zu bewahren?» hervorgeht, sei die Stadt Zug aus denkmalpflegerischer Sicht der Meinung, «dass ein Wiederaufbau des abgebrannten historischen Gebäudes nicht sinnvoll ist». Eine Kopie könne ein Original nicht ersetzen und mache nur in Ausnahmefällen Sinn (Artikel vom 18. Juni). Nun soll ein externes Gutachten klären, ob nicht doch ein Wiederaufbau erfolgen könnte.

Der Grund für die Ansicht des Stadtrates in der Interpellationsantwort liege in den Einschätzungen durch das Amt für Denkmalpflege und Archäologie. Dieses habe einen Substanzverlust von ungefähr 50 Prozent festgestellt und das ehemalige Bauernhaus aus dem Jahre 1799 aus dem Inventar der schützenswerten Baudenkmäler entlassen. «Die Unterschutzstellung gegen den Willen der Stadt wurde von der Denkmalpflege als unverhältnismässig bezeichnet», erklärt FDP-Stadtrat Karl Kobelt, Vorsteher Finanzdepartement.

Nutzungsmöglichkeiten noch nicht geklärt

Die Debatte am 26. Juni im Grossen Gemeinderat (GGR), bei der die Antworten der Stadt behandelt wurden, liess den Stadtrat nun umschwenken. Denn etliche Votanten bedauerten einen allfälligen Abbruch der «Schochenmühle» und forderten eine Reparatur. «Diese müsste nach Vorgaben der Denkmalpflege erfolgen», präzisiert Karl Kobelt.

Der Stadtrat nimmt die Bedenken des Parlaments ernst: «Wir möchten es jetzt genau wissen», so der Finanzchef. Denn aus finanzieller Sicht würde eine Reparatur wohl weitaus mehr Kosten als ein Neubau – auch die künftigen Nutzungsmöglichkeiten seien nicht geklärt. «Es ist zum heutigen Zeitpunkt unmöglich, die Kosten einer Reparatur auch nur ansatzweise zu schätzen», führt der FDP-Stadtrat aus. Deshalb wurde entschieden, die Brandruine mit einem Notdach vor weiteren Schäden zu schützen und ein Gutachten von einem unabhängigen Experten erstellen zu lassen.

«Im Gutachten sollen drei Punkte genauer betrachtet werden: Erstens, wie gross der Schaden wirklich ist. Zweitens, wie eine Reparatur im Sinne der Denkmalpflege aussieht und drittens, wie hoch die Kosten dafür sind», erklärt Kobelt. Dieses Gutachten und die politische Entscheidungsfindung werden mehrere Monate in Anspruch nehmen.

Schlussendlich werde der Stadtrat im Parlament einen entsprechenden Kredit beantragen: entweder für den Abriss und Neubau oder für die Reparatur des Gebäudes. Bevor aber bei der Schochenmühle überhaupt ein Stein verschoben werden kann, muss der Kantonsrat erst über die Streichung der Verlängerung der General-Guisan-Strasse nach Steinhausen aus dem Richtplan befinden. «Diesen Entscheid müssen wir abwarten», sagt Karl Kobelt. Bis also Nägel mit Köpfen gemacht werden können, «geht noch ziemlich viel Zeit ins Land», meint der Stadtrat.

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