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Schönste Spaziergänge im Kanton Zug: Wenn die grandiose Aussicht lockt

Unsere Autorin findet ihr Glück auch auf wenigen hundert Metern. Hauptsache, es gibt einige Höhenmeter – für den Ausblick am Ziel.

Zoe Gwerder
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Belohnt nach dem Aufstieg: der Ausblick.

Belohnt nach dem Aufstieg: der Ausblick.

Bild: Maria Schmid (Baar, 31. Juli 2020)

Mein liebster Weg unter meinen Füssen – und jenen meiner Familie – ist kein allzu langer. Doch er hat es zum einen in sich und zum andern wartet das Bouquet ganz am Ende auf die Spazierenden: Die tolle Aussicht über die Stadt Zug bis zum Ennetsee.

Gestartet wird bei der Bushaltestelle Brauerei oder den Parkplätzen der Spinnerei in Baar. Von hier aus geht’s zunächst noch kurz vorbei an historischer Industriegeschichte, bis es gleich nach der Filiale des Detailhändlers Otto’s den Wald hochgeht. Sind die Kinder noch klein, kann mit dem Kinderwagen auch auf der asphaltierten Strecke gestartet werden, die gleich daneben weggeht. Viel angenehmer ist jedoch der Weg im Wald. Über Stock und Stein– zuerst steil hinauf, um dann etwas flacher dem Grat nach bis auf eine erste Anhöhe zu steigen. Zwischen den Bäumen sind von dort – sofern es das Blätterdach zulässt – die farbigen Höllhäuser mit ihren grossen Gärten zu sehen.

Ein Projekt gefährdet die Weite

Von dieser ersten Anhöhe, wo notfalls bereits am Steinbrunnen ein erstes Mal der Durst mit kaltem Wasser gestillt werden kann, geht’s etwas weniger abenteuerlich auf dem Asphaltweg weiter. Wer lieber im Wald unterwegs ist, hat auch hier eine Alternative, wobei dieser Weg weniger Aussicht zulässt und etwas weiter ausholt. Der weniger prickelnde Aufstieg auf dem befestigten Weg lässt sich durch die Aussicht, die bereits hier eindrücklich ist, mehr als nur rechtfertigen. Ein Ausblick, den man jetzt noch während des Spazierens geniessen kann. Denn werden die Pläne der Korporation Baar-Dorf Wirklichkeit, soll die freie Wiese, die jetzt noch die Aussicht während des Wanderns zulässt, überbaut werden. Zwar verspricht ein weiteres Projekt – der Schlaufensteg – das Lorzentobel mit der Anhöhe zu verbinden und dort mit einem Turm die Aussicht über die Überbauung hinweg wieder zu ermöglichen. Die Weite während des Gehens zu geniessen, wird jedoch nicht mehr im gleichen Umfang möglich sein.

Doch mit oder ohne Aussicht beim Schnuepereboden lohnt es sich, am «Erdbeerihügel» vorbei zu marschieren und weiter bergwärts zu streben. Weshalb übrigens der Hügel nach den roten Sommerfrüchten benannt ist – zumindest im Volksmund –, hat sich mir bis heute nicht erschlossen. Erdbeere hin oder her, am Hügel vorbei, beziehungsweise entlang, führt der asphaltierte Weg, welchen wir meistens bestreiten, weiter bergwärts. Wer vom Kinderwagenschieben sehr durstig ist, hat nur einige hundert Meter nach dem ersten Brunnen hier nochmals die Möglichkeit, den Durst zu stillen und die Getränkereserven für den anschliessenden Brätel-Rast aufzufüllen. Denn nur noch rund 100 Meter geht es von hier zum ersehnten Ziel: Die Trumpf-Feuerstelle, die sich auf einer Anhöhe – also eigentlich auf dem Rücken des Erdbeerihügels – in einem kleinen Wäldchen rechts des Weges befindet. Diese hat ihren Namen nicht eben vom Schweizer Nationalspiel, sondern vom Unternehmen, welches bis vor wenigen Jahren einen grossen Standort in Walterswil betrieb und die Feuerstelle anlässlich eines Jubiläums erstellen liess.

Die Fakten

Strecke: Brauerei Baar; alte Spinnerei; Altgutsch; Schnueperenboden; Oberallmig. Dauer: Rund 30 Minuten (mit Kindern). Einkehrmöglichkeiten: Restaurant Brauerei in Baar oder je nach Rückweg Restaurant Moosrank beim Talacher.  Besonderheiten: Kinderwagentauglich, Aussicht, attraktive Feuerstelle.

Und diese Feuerstelle ist das grosse Ziel unseres Sonntagausflugs – und Grund genug, das Jammern der Kinder beim Aufstieg auf sich zu nehmen. Denn nicht nur ist der Platz gemütlich und gut eingerichtet. Von dort aus bietet sich durch die Bäume hinweg oder auf dem Bänkli vor den Bäumen eine grandiose Aussicht auf einen Grossteil des Kantons Zug, den Zugersee und je nach Wetterlage auch weiter.

Wer nun nicht denselben Weg zurücknehmen will – und sowieso mit dem öffentlichen Verkehr unterwegs ist –, kann über die Oberallmig südlich ziehen, und bei der Bushaltestelle Moosrank – mit der Möglichkeit zum Einkehren im gleichnamigen Restaurant – oberhalb des Talachers den Bus nach Hause nehmen. Oder aber einen der vielen Waldwege am Hange des Lorzentobels nach unten schreiten und so – über lang oder kurz– zurück zur Bushaltestelle Brauerei kehren. Wo im Restaurant Brauerei ein Dessert nach dem «Wurst-Zmittag» eine durchaus attraktive Option darstellt.

Hinweis: In dieser Serie stellen unsere Autoren ihren Lieblingsweg im Kanton Zug vor.

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