Mein Lieblingsgegenstand: Schokolade zum Frühstück

Dass das Leben wie eine Pralinenschachtel ist, wurde mir nicht erst durch «Forrest Gump» bewusst.

Laura Sibold
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Ohne Schokolade geht es nicht, ist die Autorin überzeugt. (Bild: Stefan Kaiser, Zug, 5. August 2019)

Ohne Schokolade geht es nicht, ist die Autorin überzeugt. (Bild: Stefan Kaiser, Zug, 5. August 2019)

Es entbehrt nicht einer gewissen Ironie, als Lieblingsgegenstand ein vergängliches Lebensmittel zu wählen, das zu beträchtlichen Teilen aus Fett und Zucker besteht. Dennoch kann ich gar nicht anders. Schokolade begleitet mich schon mein ganzes Leben lang. Als Genussmittel nach dem Mittagessen, als Belohnung für kleine Erfolge oder als Trösterli bei Sorgen; der Klassiker dabei ist wohl nicht erst seit «Bridget Jones»-Liebeskummer. Ab und zu gibt es Schokolade bei mir auch zum Frühstück – einfach so, weil ich es kann und es mir schmeckt.

«Alles ist gut, wenn es aus Schokolade ist.»

Zu Hause und im Büro habe ich mir eine Vorratsschublade angelegt – nach dem Erscheinen dieses Artikels werde ich sie abschliessen müssen. Darin sind fein säuberlich verschiedene Lieblingsprodukte aufgereiht. Denn: Schokolade ist nicht gleich Schokolade – auch wenn die englische Komikerin Jo Brand sagt: «Alles ist gut, wenn es aus Schokolade ist.» Zu meinen Allzeitfavoriten gehört neben den Lindt-Tafeln und den Duplo-Riegeln auch die Ferrero-Kinderschokolade. Dafür fühle ich mich nie zu alt. Trotzdem tätige ich im Supermarkt den Griff ins Regal jeweils erst, wenn ich mich unbeobachtet fühle. Auch Schokobons, Caotina-Trinkschokolade und Pralinen können mich in Entzücken versetzten. Apropos Pralinen: Davon kann ich nicht erst seit «Forrest Gump» kaum genug kriegen. Wie Tom Hanks kann ich auf einem Bänkli sitzen, Praline um Praline geniessen und andere mit Lebensweisheiten beehren. Denn nicht umsonst heisst es: «Das Leben ist wie eine Schachtel Pralinen. Man weiss nie, was man kriegt.»

Was der Konsum von Schokolade bringt, liegt für mich allerdings auf der Hand. Schokolade macht mich glücklich. Das wussten schon die Azteken, die den Kakaobohnen eine heilende und eine berauschende Wirkung zuschrieben. Nach Überlieferung der Maya war die Kakaopflanze gar göttlichen Ursprungs.

Sie löst keine Probleme, aber ein Apfel auch nicht

Laut Wikipedia brachte der Entdecker Hernán Cortés 1528 Kakaobohnen nach Europa, woraufhin Kakao erstmals Mitte des 16. Jahrhunderts am spanischen Hof als Getränk genossen wurde. In der Schweiz wurde die erste Schokoladenfabrik 1819 in Vevey von François-Louis Cailler gegründet. Es folgten die Firmen Philippe Suchard, Lindt, Jean Tobler und Rudolf Sprüngli. Die erste Schweizer Milchschokolade wurde 1875 von Daniel Peter und Henri Nestlé auf den Markt gebracht. Bis ins 19. Jahrhundert wurde Schokolade in Apotheken zudem als Stärkungsmittel verkauft. Wieso das heute nicht mehr so gehandhabt wird, leuchtet mir nicht ein. Ich bin überzeugt, dass regelmässiger Schoggi-Konsum meine Serotonin-Produktion ankurbelt und so stimmungsaufhellend wirkt. Klar, Schokolade löst keine Probleme, aber das tut ein Apfel auch nicht.


In der Sommerserie der «Zuger Zeitung» stellen die Redaktorinnen und Redaktoren ihre Lieblingsgegenstände vor.