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Walchwil: Schon Tennisbälle bedeuten für sie ein bisschen Glück

Der Walchwiler Urs Flury hat einen Verein gegründet, der Waisenkinder in Tansania unterstützt. Die Projekte sind langfristig angelegt und werden von den lokalen Beteiligten mitgetragen.
Waisenkinder in Tansania. (Bild: PD)

Waisenkinder in Tansania. (Bild: PD)

Als Urs Flury vor einigen Jahren auf einer Reise durch die Serengeti ein kleines Mädchen mit grossen Augen am Strassenrand stehen sah, fragte er sich, wieso es ihm so gut gehe und ihr nicht. Dieses Erlebnis hat ihn so geprägt, dass kurz darauf die Idee geboren war, ein Hilfswerk für Waisenkinder in Tansania zu gründen. «Die Schwester unseres Fahrers durch die Serengeti betreut ein Heim für Waisen, weshalb ich mich entschieden habe, eben solche Kinder zu unterstützen», erklärt der Walchwiler seinen Entscheid. Zuerst hätten seine Frau und er im kleineren Rahmen finanzielle Hilfestellung leisten wollen. Bald habe sich allerdings gezeigt, dass viele Waisenhäuser Bedarf an Unterstützung hätten, weshalb sie im Oktober 2017 den Verein «Tansania lächelt» gegründet haben. «Inzwischen sind wir in Kontakt mit elf Waisenhäusern, in denen insgesamt ungefähr 260 Kinder wohnen», schildert der 65-Jährige. Nun wollen sie nach und nach das Hilfswerk aufbauen und die Förderung der Kinder und Waisenhäuser aufgleisen.

In gewissen Gebieten in Tansania würden Kinder auf der Strasse ausgesetzt, wenn die Familie kein Geld für deren Ernährung und Ausbildung habe. «Wie Haustiere bei uns. Die Eltern fahren mit den Kindern in eine Stadt und laden sie an einer Ecke aus», berichtet Flury, der über 20 Mal in Afrika war. Die Kinder würden dann von der Polizei eingesammelt und in eines der Waisenhäuser gebracht. Dort seien die Kinder dann zwar unter Aufsicht, aber meistens sei auch die Ausbildung unzureichend, die medizinische Versorgung nicht gewährleistet, und sie hätten oft kein eigenes Bett, sondern müssten im Turnus einmal im Bett und einmal am Boden schlafen. Das will der Verein «Tansania lächelt» ändern. «Wir möchten den Kindern eine Mahlzeit pro Tag und eine eigene Matratze zur Verfügung stellen», so der Präsident. Ausserdem sollen in Zukunft Moskitonetze angebracht und der Zugang zu Bildung ermöglicht werden. Er könne sich beispielsweise auch vorstellen, einen Container mit Grundmaterialien wie Stiften und Blöcken nach Tansania zu schicken. In medizinischen Notfällen werden auch Operationen im Spital bezahlt.

Die Kinder zum Lächeln bringen

Der Unterhalt der Waisenhäuser und die diversen Anschaffungen für die Kinder werden zwischen 60 000 und 100 000 Franken pro Jahr kosten, rechnet Flury vor. Diese Summe soll künftig mit Spenden und Crowdfunding abgedeckt werden. «Wir haben uns hohe Ziele gesteckt, denn 100 Rappen pro Franken der Spende gehen an die Kinder.» Dass der gesamte Betrag den Kindern zu Gute komme, sei ihm ein besonderes Anliegen. «Im Gespräch mit vielen Menschen habe ich immer wieder gehört, dass sie durchaus bereit wären, zu spenden, wenn sichergestellt sei, dass das Geld auch wirklich bei den Kindern ankomme und nicht für Spesen der Hilfsorganisation verwendet werde.» Die Spesen, die beispielsweise durch die Flüge der Vorstandsmitglieder nach Tansania entstehen, werden von diesen selber bezahlt. Der Mitgliederbeitrag des Vereins beläuft sich auf 100 Franken – aktuell zählt er 73 Mitglieder. Die Vorstandsmitglieder arbeiten unentgeltlich und würden sich für das Projekt sehr engagieren. «Über mindestens die nächsten fünf Jahre zahlen wir von der Kopie bis zum Flug nach Afrika alles selber», erklärt Flury.

Einige Spenden seien schon eingegangen. Einmal sogar eine von 10 000 Franken. «Und das, obwohl wir die Werbetrommel nicht gross gerührt haben», freut sich der ehemalige Walchwiler Friedensrichter. In den kommenden Wochen wolle er Flyer in die lokalen Haushalte verteilen und zudem Firmen ansprechen. «Die Menschen auf unser Projekt aufmerksam zu machen und dafür zu werben, ist mir nicht unangenehm. Schliesslich geht es nicht um mich, sondern um die Kinder», betont Flury. Durch die Unterstützung des Vereins sollen die Kinder häufiger ein Lächeln auf den Lippen tragen, wie sie es tun, wenn sie einen Tennisball bekommen haben – und dafür ist Urs Flury sowie der Rest des Vereins bereit, vollen Einsatz zu geben. So wird der Präsident am Montag zusammen mit Walter Kälin und seiner Frau sowie mit Jürg Portmann, einem ehemaligen Rektor, und dessen Frau für zwölf Tage wieder nach Tansania fliegen und die Waisenhäuser besuchen.

Hinweis

www.tansania-laechelt.ch

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