Schüler erläutern ihre Visionen für die Zukunft der Gemeinde Cham

70 Abc-Schützen haben am Raumentwicklungskonzept der Gemeinde Cham mitgewirkt.

Vanessa Varisco
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Die Kinder durften ihrer Kreativität freien Lauf lassen.

Die Kinder durften ihrer Kreativität freien Lauf lassen.

Bild: PD

Seit rund einem Jahr arbeitet Cham auf verschiedenen Stufen an der Ortsplanungsrevision. Ein wesentlicher Bestandteil davon ist das Raumentwicklungskonzept, das von der Bevölkerung mitgetragen werden soll. In dessen Rahmen fand deshalb bereits ein Mitwirkungsanlass statt.

Nun wurden auch die jungen Chamerinnen und Chamer in den Prozess einbezogen. In den vergangenen zwei Monaten hat die Jugend- und Gemeinwesenarbeit dazu in verschiedenen Primarschulen Zukunftswerkstätten durchgeführt. «Ziel war es, dass die Kinder in die Gestaltung mit einbezogen werden», erklärt Renato Scherrer, Zukunftswerkstatt/soziokultureller Animator. Zusammengekommen sind viele Ideen, immerhin wirkten insgesamt 70 Kinder jeweils einen Tag lang am Projekt mit.

Gewünscht wird auch ein gläsernes Baumhaus

Die Erarbeitung der Vision war in drei Phasen aufgeteilt. Um Spannungsfelder zu definieren, konnten die Schülerinnen und Schüler zuerst erläutern, was in Cham fehlt oder was sie in der Gemeinde bemängeln. Danach durften sie ihrer Fantasie freien Lauf lassen und ihre Wunschvorstellung schildern, um in einem nächsten Schritt daraus möglichst realitätsnahe und umsetzbare Ziele zu definieren. Als Beispiel für die Resultate nennt Renato Scherrer folgendes: Aus dem Spannungsfeld «Natur, Autos und Umweltschutz» entstand der fantasievolle Wunsch eines gläsernen Baumhauses. «Daraus resultierte die konkrete Forderung, dass es ‹mehr Grün als Grau› braucht», gibt der Projektleiter Auskunft. Was etwa durch die Begrünung von Fassaden und Dächern erreicht werden solle.

Besonders die Vernetzung – vor allem für den Fuss- und Veloverkehr –, die Ökologie und die Förderung von Grünräumen waren Bereiche, welche die Schülerinnen und Schüler bewegt haben. Auch der Wunsch nach Möglichkeiten, um sich zu bewegen, wurde laut. «Das liegt vermutlich daran, dass diese Bereiche sich im direkten Umfeld der Kinder liegen und sie sich damit befassen», zieht er in Erwägung. Inhaltlich haben sich die Anregungen nicht wesentlich unterschieden von den Ideen der Erwachsenen, die sich am ersten Mitwirkungsanlass äussern konnten. «Die Kinder haben lediglich kleinräumiger gedacht. Ihre Wünsche bezogen sich zum Beispiel eher aufs eigene Quartier oder den Schulweg», präzisiert Scherrer. Der Workshop sei indes auch gut angekommen bei den jungen Chamerinnen und Chamer. «Das Engagement war gross», weiss Scherrer und ergänzt: «Es ist schön, zu sehen, wie sich die Kinder einsetzen.» Herausforderungen habe es nur wenige gegeben. Da die Schüler beispielsweise unterschiedlich alt gewesen seien, galt es, diese Gruppendynamik geschickt zu moderieren.

Die Ergebnisse der Kinder sollen für die Öffentlichkeit auch sichtbar gemacht werden. Zum einen wird eine Präsentation an der Ergebniskonferenz (siehe Hinweis) stattfinden und zum anderen werden die Plakate, welche die Kinder gestaltet haben, ab April im Mandelhof ausgestellt. «Das soll auch ein Zeichen dafür sein, dass die intensive Mitarbeit geschätzt wird», erklärt Scherrer.

Der zweite öffentliche Mitwirkungsanlass findet am Samstag, 28. März, von 9 bis 12.30 Uhr in der Mehrzweckhalle in Hagendorn statt. Eine Anmeldung ist bis zum Sonntag, 15. März, hier möglich.