Kommentar

Schülerproteste gegen Klimaerwärmung: Unbequem lebenswichtig

Redaktorin Zoe Gwerder über die Schülerproteste gegen die Klimaerwärmung.

Zoe Gwerder
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Zoe Gwerder.

Zoe Gwerder.

«Wir sind hier, wir sind laut, weil man uns die Zukunft klaut!» Dieser Ruf von weltweit Tausenden Schülern hallte in den vergangenen Wochen durch die Strassen – so auch in Zug. Die Forderung an die Politik: Nehmt unser Klimaproblem ernst! Sie stützen sich dabei auf wissenschaftliche Studien, die besagen, dass wir nur noch wenige Jahre hätten, um die CO2-Emissionen zu drosseln, bis es zu spät sei und sich die Erde ohne weiteres Zutun des Menschen selber erwärmen würde. Bis die Klimaerwärmung quasi zum Selbstläufer wird.

«Netto 0 CO2-Ausstoss», lautet ihre Forderung. «Netto», da man ansonsten mit dem Atmen aufhören müsste. Und so ziehen Scharen von Schülern auf die Strasse und fordern eine Zukunft – ihre Zukunft. Zu Recht. Sie sind die Hoffnungsträger – sie, die wirklich treffen wird, was die Generationen ihrer Eltern und Grosseltern angerichtet haben. Sie, die noch wenig von Arbeitgebern und anderen Geldgebern abhängig sind. Dass sie nun endlich rebellieren ist gut, nötig, und eigentlich längst überfällig.

Ein schwedisches Mädchen mit Aspergersyndrom hat sie alle inspiriert. Ein Mädchen, das sich fragt, wieso man mit neuen, umweltfreundlicheren Technologien warten soll, bis sie sich lohnen. Denn in einer Zukunft mit einer sich selber erwärmenden Erde bringt uns auch Wirtschaftlichkeit nichts mehr. Zum WEF reiste sie mit dem Zug – mehr als 30 Stunden Reisezeit. Ein Nutzer der sozialen Medien kommentierte einen entsprechenden Beitrag auf Facebook: «Wieso fliegt sie nicht, das Flugzeug fliegt sowieso.»

Solange es immer noch Leute gibt, die so denken, ist unser Klima verloren. Und auch wenn ich wohl keine 80 Jahre mehr vor mir habe – es sind vielleicht noch gegen 50 – möchte ich es nicht miterleben, wie die Welt vor die Hunde geht, und es nur noch heisser, stürmischer und unberechenbarer wird. Nur schon die Aussicht, dass in Zukunft die Sommer so heiss und trocken werden, wie im vergangenen Sommer sollte beängstigend genug sein, um zu handeln.