Schützenfest: Diesen November bleibt es ruhig in Morgarten

Für die Organisatoren des traditionellen Morgartenschiessens ist die Durchführung wegen der Coronapandemie unmöglich.

Desirée Hotz
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Impressionen des Morgartenschiessen 2019

Impressionen des Morgartenschiessen 2019

Bild: Maria Schmid

Das Morgartenschiessen ist nicht nur für Schützen ein Event mit grosser Bedeutung, es ist auch ein Volksfest für das Dorf Morgarten und besitzt einen hohen Stellenwert im Kanton Zug. Doch dieses Jahr müssen die Organisatoren die Feierlichkeiten schweren Herzens absagen. Die Coronapandemie verunmögliche eine Durchführung, erklärt John Hüssy, Vizepräsident und Medienbeauftragter des Morgartenschiessverbands: «Das historische Morgartenschiessen findet jeweils im Freien auf einer grossen Wiese, oberhalb des Schlachtdenkmals, statt.

Gleichzeitig ist aber die historische Morgartenhütte der grosse Treffpunkt aller Schützen und Schützinnen aus der ganzen Schweiz. Dazu gesellen sich zusätzlich auf sehr engem Raum an die 1500 Gäste, Ehrengäste, Sponsoren und Freunde des Morgartenschiessens sowie unzählige Schlachtenbummler.» Somit sei der Mindestabstand nicht durchsetzbar, insbesondere während des Schiessens selbst.

«Auf der Schützenlinie liegen im Normalfall 70 Schützen Mann an Mann nebeneinander im Gelände», erklärt Hüssy. Dies könne auch nur schlecht angepasst werden, denn es sei ein wichtiger Teil der Schützenkameradschaft, so der Vizepräsident.

Gastronomie wurde einbezogen in die Planung

Obwohl das Morgartenschiessen für alle Beteiligten ein Freuden- und Feiertag darstelle, zeigten die Schützen vollstes Verständnis für den Entscheid des Vereins, unterstreicht John Hüssy.

Dies obwohl kein Alternativprogramm angedacht sei. Dass für den Verein somit eine grosse Einnahmequelle wegfalle, könne man jedoch gut verschmerzen: «Unser in allen Belangen umfassend geführter Entscheidungsprozess, zusammen mit einer gut funktionierenden Kommunikation unter allen Beteiligten der organisierenden Institutionen, verschont uns vor negativen finanziellen Auswirkungen.»

Die Feierlichkeiten rund ums jährliche Morgartenschiessen sind auch für das lokale Gastrogewerbe von grosser Bedeutung. Hierzu meint Hüssy: «Im Entscheidungsprozess wurde der gesamte Gastronomiebereich einbezogen.» Doch auch für die Restaurantbetriebe sei momentan kein zusätzlicher Anlass angedacht. «Alle Helferinnen und Helfer sowie die Morgartenschützen-Kommission als organisierende Instanz arbeiten gesamthaft nach dem Milizprinzip ohne Entschädigung, dafür mit Idealismus und Herzblut, für eine gute Sache. Sie tragen den Entscheid, ohne irgendwelche Forderungen zu stellen», legt der Vizepräsident dar und fügt stolz hinzu: «Das ist gelebter Morgartengeist!»

Die Organisatoren hoffen nun auf eine Durchführung im nächsten Jahr. «Das 107. historische Morgartenschiessen wird von Grund auf – sauber und adäquat – im gewohnten Rahmen für den 15. November 2021 geplant und organisiert in der Hoffnung, dass wir dann in der Covid-19-Pandemie den nachhaltigen Durchblick haben», so John Hüssy. Diese Hoffnung dürfte von den Schützen und Festfreunden geteilt werden, die dieses Jahr von zu Hause aus der Schlacht am Morgarten gedenken müssen.

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