Leserbrief

Schuften für Gschänkli

Gedanken zum Thema Weihnachten

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Strahlende Kinderaugen – unter dem Weihnachtsbaum liegen neue Spielsachen für die Kleinen. Auch die Grossmutter freut sich, die Fotos werden auf den Sozialen Medien geteilt und ernten viele Likes. Ganz anders die Situation in den Spielwarenfabriken in China. Wanderarbeiterinnen, die ihre Kinder über Monate nicht in die Arme schliessen können, schuften für Löhne, die nicht zum Leben reichen. Sie schuften elf Stunden am Tag, sechs Tage die Woche. Sie leben in engen Fabrikunterkünften, in engen Schlafsälen unter miesen hygienischen Bedingungen.

Solidar Suisse hat zusammen mit China Labor Watch unter dem Titel «Toys Report 2018» ein ganzes Dossier zum Thema Spielzeugproduktion zusammengestellt. Wir wissen es eigentlich alle: Die multinationalen Spielwarenhändler versprechen zwar Verbesserungen, passiert ist aber herzlich wenig. Die Konzernverantwortungsinitiative ist daher ein Weg, diesem Missstand zu begegnen. Denn der Bundesrat hat es im Zusammenhang mit dem Freihandelsabkommen mit China verpasst, Menschenrechte und faire Löhne zu verankern. Wenn die Kasse klingelt und Profite winken, gehen die Menschen schnell vergessen. Weihnachten soll aber für alle ein Fest der Freude werden.

Andreas Lustenberger, Kantonsrat Alternative – die Grünen, Baar