Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Konto per E-Mail erhalten.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

SCHULE: Die Stunde der Wahrheit

Gestern haben zahlreiche Schüler im Kanton ihre Zeugnisse erhalten, bevor sie in die Sommerferien entlassen wurden. Für einige ist das ein freudiger Moment, bei anderen überwiegt die Anspannung.
Samantha Taylor
Eine Frau unterrichtet an einer Schule (Symbolbild). (Bild: Keystone)

Eine Frau unterrichtet an einer Schule (Symbolbild). (Bild: Keystone)

Samantha Taylor

samantha.taylor@zugerzeitung.ch

Pause: Gestern hat für viele Kinder und Jugendliche im Kanton die schönste Zeit begonnen: die Sommerferien. Bevor es aber so weit war, gab es erst noch Zeugnisse. Auch wenn die Noten viele Schüler nervös machen, so haben Zeugnisse doch eine positive Wirkung, wie Stefan Christen vom Schulpsychologischen Dienst des Kantons sagt: «Normalerweise freuen sich die Kinder darauf. ­Noten motivieren Kinder zu weiterem Lernen.» Einen negativen Beigeschmack erhalten laut Christen Noten vor allem dann, wenn sie nicht mit dem Einsatz übereinstimmen. Der Druck auf die Schüler entstehe in der Regel nicht durch die Zeugnisse selbst. Denn diese sind keine Black Box. «Kinder und Eltern wissen durch die Lernkontrollen, die zu Hause unterschrieben werden müssen, bereits im Vorfeld, was sie erwartet und wie es bezüglich der Leistungen aussieht», sagt Christen.

Das bestätigt Judith Kerins. Sie ist Lehrerin im Kirchmatt in der Stadt Zug und hat gestern ihrer vierten Klasse die Zeugnisse übergeben. «Wir schauen die Noten unter dem Jahr an und besprechen sie.» Die Schüler müssten sich, bevor sie die Zeugnisse erhalten, selbst beurteilen. Kerins: «Die meisten können sich gut einschätzen.»

Lieber Zeit schenken als Geld

Notendruck entsteht vor allem bei schwächeren Schülern. Hier könnten Schule und Eltern entgegenwirken, indem die Wichtigkeit der Noten und der Zeugnisse relativiert werde, sagt Christen. «Es geht darum, dass das Kind in anderen Bereichen als der Schule Erfolgserlebnisse haben kann und so sein Selbstvertrauen nicht verliert.» Belohnungen oder ein «Zeugnisbatzen» für gute Leistungen sind laut Christen nicht immer sinnvoll oder nötig. Viele Kinder seien von sich aus motiviert und wollten gute Noten. «Hier braucht es grundsätzlich keine Belohnungen von aussen. Solche können die eigene Motivation ­sogar reduzieren.» Bei weniger motivierten Kindern könne eine Belohnung hingegen helfen. Diese rein auf die Schulnote zu reduzieren, sei jedoch nicht sinnvoll. «Belohnungen sollten im Zusammenhang mit Einsatz und Aufwand erfolgen», sagt Christen. Besonders schöne Belohnungen seien, wenn die Eltern mit den Kindern Zeit verbrächten und etwas Tolles unternähmen, das sonst nicht einfach so möglich sei. «Natürlich ist es nicht verboten, dem Kind auch mal etwas Geld zu geben, wenn es für seinen grösseren Wunsch am Sparen ist. Aber grundsätzlich sollten die Eltern mit materiellen Belohnungen vorsichtig sein und sie nur einsetzen, wenn nichts anderes funktioniert», sagt Christen.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.