SCHULE: Sie verfilmen die Essenz des Buchs

Jugendliche machen Jugendlichen Bücher schmackhaft. Wichtigstes Werkzeug dazu ist das Smartphone.

Marceline Iten
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Franziska Schwaiger, Tharsiya Theivendran und Sukanya Sele (von links)sammeln Video-Schnappschüsse für ihren Buchtrailer. (Bild Stefan Kaiser)

Franziska Schwaiger, Tharsiya Theivendran und Sukanya Sele (von links)sammeln Video-Schnappschüsse für ihren Buchtrailer. (Bild Stefan Kaiser)

«Schweig still, süsser Mund». Dieser Buchtitel verspricht eine bittersüsse Geschichte. Der perfekte Stoff, um einen packenden Trailer zu machen – davon sind die drei Schülerinnen Sukanya Sele, Tharsiya Theivendran und Franziska Schwaiger aus Cham überzeugt. Die letzten Monate haben sich die Mädchen intensiv mit diesem Buch auseinandergesetzt und sich darüber Gedanken gemacht, wie ein Buchtrailer – der Kurzfilm zum Buch – am besten inszeniert werden könnte.

Viel Vorbereitungsarbeit

Was für die drei Realschülerinnen als Schulprojekt im Dezember 2013 angefangen hat, begann für die drei Oberstufenbibliothekarinnen Claudia Bucheli in Baar, Verena Gabriel in Steinhausen und Dagmar Stärkle in Cham schon lange vorher. «Im September 2012 fingen wir an einer gemeinsamen Tagung Feuer für diese Idee», sagt Stärkle. Im Kanton Luzern wurde ein ähnliches Projekt bereits durchgeführt. Die drei stellten die Buchtrailer-Idee den zugerischen Schulbibliothekarinnen vor, wo gleich ein gemeinsames Projekt beschlossen und die drei zur Projektleitung gewählt wurden. «Wir beschlossen, das Projekt auf die Oberstufe zu beschränken, und begannen, alles in die Wege zu leiten.» Ein Vorhaben, das viel Zeit und Energie brauchte. Von der Kalkulierung der Kosten über die Planung des Ablaufs bis hin zur Information und Einbindung der Lehrpersonen: Unter der Leitung der drei Initiantinnen haben sich die Schulbibliotheken Grosses vorgenommen – und erreicht. Das Projekt läuft zurzeit in 15 Gemeinden, und 20 Klassen sind dabei, in kleinen Gruppen Trailer zu Büchern zu produzieren.

Eigene Musik komponiert

Sukanya, Tharsiya und Franziska haben während des Lesens ihres Buchs ein Lesetagebuch geführt; es wurde eine wichtige Stütze für die Videoproduktion. Mit viel Liebe zum Detail haben die drei es mit Texten und Zeichnungen zusammengefasst. «Am Anfang waren wir echt ein bisschen überfordert mit der Aufgabe», gesteht die Schülerin Sukanya. Bald aber haben die drei jungen Filmemacherinnen Spass an der Aufgabe bekommen. «Ich habe die Musik für den Trailer mit Hilfe des Programms Garage Band komponiert», sagt die 16-Jährige.

Gefilmt wird mit dem Handy. Das ist praktisch, denn die meisten Schüler haben sowieso eines. «Ich war total beeindruckt, welches technische Wissen die Schüler schon hatten. Da konnte ich noch viel lernen», erzählt Simone Seeholzer, die Lehrerin der 3. Realklasse. Sie hat sich sofort mit ihrer Klasse für das Projekt beworben. «Im neunten Jahr der obligatorischen Schulzeit und kurz vor der Lehre brennen die Schüler darauf, in praktischen Projekten ihre Kreativität einfliessen lassen zu können.»

Weitere Jugendliche animieren

Jetzt sind alle Projektgruppen im Endspurt. Anfang Mai ist die Abgabe der Buchtrailer, und Ende Mai werden jeweils die besten zwei Trailer aus jeder Klasse präsentiert. Diese kommen dann auch auf die Homepage, die eigens für das Projekt gemacht wurde. Zudem sollen die Trailer auch tatsächlich als Buchinformation zum Einsatz kommen: Sukanya, Tharsiya und Franziska sind gespannt auf die Resultate ihrer Mitschüler. «Hie und da konnten wir schon bei einigen ein paar Szenen anschauen, aber wenn wir dann alle Trailer ganz sehen, wird das sicher spannend», findet Tharsiya.