Vereine und Verbände
Das Coronavirus hat auch das Schulerlebnis bei Brückenangeboten stark beeinflusst

Seit sich das Virus in der Schweiz ausbreitet, veränderte sich der Alltag des schulischen Brückenangebots stark.

Für die Mediengruppe S-B-A: Leandro Gräff, Ronja Stemmle, Porpla Panyawai, Natalie Ut­tinger, Jessica Minder, Maurice Köhler und Kevin Skura
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«Ich kann mich nicht daran erinnern, wann ich zum letzten Mal einer Lehrperson zur Begrüssung die Hand geschüttelt habe», seufzt Mohini. Seit sich das Virus in der Schweiz ausbreitet, veränderte sich unser Alltag in einer Weise, die wir uns zuvor nicht vorstellen konnten.

Nach dem Lockdown und einem ruhigen Sommer starteten wir im August 2020 ins Schulische Brückenangebot S-B-A. Es war ein interessantes Jahr voller Hindernisse und Schwierigkeiten, mit denen wir umzugehen lernten. Mit den Masken hatten wir am meisten zu kämpfen. «Es war eine grosse Umstellung und sehr mühsam, immer eine zu tragen», bestätigt Jindra. Geri Kobelt, Mitglied der Angebotsleitung, ergänzt: «Eine Erschwernis im Schulalltag sind klar die Masken. Man sieht die Mimik des Gegenübers nicht. Dies kann zu falschen Interpretationen und Missverständnissen führen.» Misha meint: «Die meisten haben sich aber schnell daran gewöhnt.» Tatsächlich wurden die Masken für den Grossteil schnell zum «New Normal», ausser im Sport, wo wir sie immer noch als Behinderung er­leben.

Motivation und Interaktion waren schwierig

Im Januar ging es zurück ins Homeoffice. Im Vergleich zur Oberstufe galt am S-B-A der alternierende Modus: halbtagsweise zu Hause oder in der Schule. In dieser Phase war die Motivation das grösste Problem. «In der Schule ist es einfacher, sich fürs Arbeiten zu motivieren als zu Hause. Ich musste den ganzen Tag an einem Ort lernen und arbeiten, wo ich sonst meine Freizeit verbringe», erzählt Dario. Mohini fiel es einfacher: «Ich hatte immer ein klares Ziel vor Augen: die FMS.» Auch Interaktionen waren schwierig, da der direkte Kontakt nicht stattfand. Man musste länger auf Antworten warten oder es war mühsamer, in Gruppen zu arbeiten. «In der Präsenz konnten die Lernenden mehr von meiner Hilfe profitieren. Im Homeoffice ist es schwieriger, diese direkt zu bieten», berichtet Andreas Moll, Lernbegleiter am S-B-A.

Masken tragen und Abstand halten; Alltag am S-B-A.

Masken tragen und Abstand halten; Alltag am S-B-A.

Bild: PD

Geri Kobelt ergänzt: «Eine Herausforderung im Homeoffice der Lernbegleiter war, Aufträge so anzubieten, dass die Lernenden auch mit Stift und Papier arbeiten und nicht immer vor dem Laptop sitzen mussten.» Seit Anfang März wird nun zweimal die Woche getestet. So ist der volle Präsenzunterricht wieder möglich. Die grösste Einschränkung betraf aber unsere Berufswahl. «Das Ziel unseres Angebots ist, die Lernenden zu einer Anschlusslösung zu begleiten. Die Klärung in der Berufswahl steht im Vordergrund, und diese erfolgt vor allem durch Schnuppern», erklärt Geri Kobelt.

Schnuppern war oft nicht möglich

In vielen Branchen war dies wegen Homeofficepflicht oder geschlossener Betriebe aber nicht möglich. Viele Schnupperlehren wurden verschoben oder sogar abgesagt.

Diese Situation drückte aufs Gemüt und liess unsere Motivation schwinden. In der Zwischenzeit konnten aber fast alle eine passende Anschlusslösung finden.

Wenn wir jetzt auf dieses S-B-A-Jahr zurückblicken, sehen wir doch den einen oder anderen positiven Punkt an dieser Coronasache. Wir konnten uns sehr in Flexibilität üben. Es gelang uns meist, Änderungen von heute auf morgen anzunehmen und umzusetzen. Auch trainierten wir Ausdauer und Durchhaltevermögen, vor allem auf der Lehrstellensuche oder beim Maskentragen. Trotzdem hoffen wir, dass alles bald ein Ende hat. Und wir hoffen, dass sich Mishas Befürchtung nicht bewahrheitet: «Ich bin gespannt, ob ich meine neuen Schulkollegen später auch ohne Maske wiedererkennen werde!»