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Das zweite «Sommerklänge»-Konzert
begeisterte

Für das zweite «Sommerklänge»-Konzert vereinigte sich die bekannte im Kanton Zug aufgewachsene Geigerin Esther Hoppe mit dem italienischen Pianisten Lorenzo Cossi. Das Konzert in Walterswil widmete sich vor allem dem Komponisten Robert Schumann.
Jürg Röthlisberger
Die in Zug aufgewachsene Geigerin Esther Hoppe und der italienische Pianist Lorenzo Cossi bei ihrem Auftritt. (Bild: Roger Zbinden (Baar, 15. Juli 2018))

Die in Zug aufgewachsene Geigerin Esther Hoppe und der italienische Pianist Lorenzo Cossi bei ihrem Auftritt. (Bild: Roger Zbinden (Baar, 15. Juli 2018))

Das Motto des zweiten «Sommerklänge»-Konzerts «Unerhört» bezog sich auf die Tatsache, dass zwei der drei gespielten Werke erst lange Zeit später an die Öffentlichkeit gelangten. Felix Mendelssohn-Bartholdy schrieb seine F-Dur-Sonate für Violine und Klavier 1838; als Manuskript wiederentdeckt und veröffentlicht wurde sie erst 1953, also 115 Jahre später. Die sogenannte FAE-Sonate entstand 1853 zu Ehren des Violin-Virtuosen Joseph Joachim als Gemeinschaftswerk der drei Komponisten Robert Schumann (1810-1856), Johannes Brahms (1833-1897) und Albert Dietrich (1829-1908), welche je ein bis zwei Sätze beisteuerten. Die erste gedruckte Gesamtausgabe erschien erst 1935.

Im Zentrum des Musikerlebnisses am Sonntag in Walterswil stand aber ein wesentlich bekannteres Werk, nämlich die nach der Pause gespielte Schumann-Sonate Opus 121 in d-Moll. Das hohe musikalische Können der beiden Mitwirkenden, der im Kanton Zug aufgewachsenen Geigerin Esther Hoppe und dem italienischen Pianisten Lorenzo Cossi, erlaubte von Anfang an volle Aufmerksamkeit auf die stilistischen Eigenheiten und ihren Nachvollzug durch die Musiker. Schumann hatte schon in jungen Jahren seine eigene Karriere als Klaviervirtuose durch einen Selbstunfall verpfuscht. Trotzdem blieb er durch seine ganze Laufbahn im Grunde genommen Pianist, was sich in der instrumentengerechten, aber gleichzeitig anspruchsvollen Ausgestaltung des Klavierparts ausdrückte.

Gelungener Auftritt

Lorenzo Cossi überzeugte in gleicher Weise durch technische Souveränität wie durch stilgerechte Gestaltung, und er wusste die Qualitäten des edlen Stainway-Instruments voll zur Geltung zu bringen. Am Spiel der Violinistin Esther Hoppe verdient besondere Anerkennung, wie sie im ersten Satz den aus vielen Kleinfragmenten bestehenden Notentext in eine grosse Linie brachte. «Leise und einfach» ist bei Schumann nicht mit einem Anfängerstück zu verwechseln. Gerade im dritten Satz überzeugten die für Violin-Verhältnisse lang gehaltenen Pizzicati, so wie eine tadellose Intonation, die sich wie selbstverständlich auch in die Doppelgriffe fortsetzte. Fast wie ein Violinkonzert endete das mit ausgezeichneter Präzision gespielte Finale. Schumann schrieb und träumte zeitlebens an Grossformen wie Sinfonie und Oper, obwohl sich seine Begabung viel stärker in der Kammermusik, in den Klavierstücken und im Solo-Lied entfaltet hat.

Das kurze Intermezzo der FAE-Sonate war eines der letzten Stücke, das Schumann noch im Besitz seiner geistigen Kräfte beendet hat. Das daneben gestellte Scherzo des jungen Brahms zeugte von frischem Schaffensdrang und gleichzeitig von Verehrung gegenüber dem anerkannten Meister. Schade, dass der vom heute weitgehend vergessenen Dietrich beigesteuerte Satz nicht gespielt wurde; er hätte gut zum Motto «unerhört» gepasst.

Bisweilen vom Klavier übertönt

Einen stimmungsvollen Einstieg brachte Mendelssohn: Organisch ergänzten sich die Kantilenen der Violine mit den lebendigen und manchmal sogar unruhigen Figuren des Tasteninstruments. Nur zu Beginn des zweiten Satzes wurde das sonst immer sehr sichere klangliche Gleichgewicht bisweilen vom Klavier übertönt.

Wie Georg Frey zum Konzertort ausführte, war Walterswil einst eine wichtige Zwischenstation des Weges, welcher vom Rheintal mit einem möglichst hohen Anteil Seetransport bis nach Luzern führte. Der Ort galt vom 16. bis ins 18. Jahrhundert auch als Heilbad. Später war es ein Erholungsheim für Mönche, dann ein von Klosterfrauen geführtes Schulheim. Aktuell ist die «International School of Zug an Lucerne» dort untergebracht. Die 2010 eröffnete Aula erwies sich als für Ausführende und Publikum angenehmer Konzertort mit guter Akustik. Der Schlussapplaus wurde mit einer Romanze von Clara Schumann verdankt.

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