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Zuger Jagdlehrgänger schützen junge Obstbäume

Nicht schiessen, sondern hämmern, sägen und nageln war für die Jagdlehrgänger am Samstag, 11. Mai, angesagt. Dies, weil ein «irrer Rehbock» am Werk war.
Charly Keiser
Samuel Schnell, Stefan Henggeler und Reto Rust (von links) bringen auf dem Klosterhof im Gubel einen Schutz für einen jungen Obstbaum an. (Bild: Charly Keiser, Menzingen, 11. Mai 2019)

Samuel Schnell, Stefan Henggeler und Reto Rust (von links) bringen auf dem Klosterhof im Gubel einen Schutz für einen jungen Obstbaum an. (Bild: Charly Keiser, Menzingen, 11. Mai 2019)

Am Samstag, 11. Mai, haben Mitglieder des Zuger Jagdlehrgangs auf dem Klosterhof Gubel 45 Obstbäume mit einem Schutz versehen. Vier Teams brachten je drei Holzpfähle an, die mit Latten zu einem sogenannten Einzelschutz verbunden und verschraubt wurden. Geschützt werden müssen die jungen Pflanzen vor einem «irren Rehbock», der im Jahr zuvor sein Geweih an den empfindlichen Stämmchen gerieben hat und die darob zum Teil eingegangen beziehungsweise «verblutet» sind.

Im August 2018 wandte sich Benedikt Schmid vom Klosterhof Gubel in Menzingen an die Wildhut. Er rapportierte die Schäden, die er in seiner Obstbaumplantage vorfand, und fragte, was gegen die Zerstörung gemacht werden könne. Der Bock, der die Obstbäume drangsalierte, konnte von der Wildhut nicht gesichtet werden, worauf ein langjähriger Schutz für die Pflanzen angedacht wurde.

Schutz für mehrere Jahre

Am Samstag war es soweit. Dank der Hegearbeit der Jagdlehrgänger, die von Adrian Zehnder vom Amt für Wald und Wild sowie Bauer Schmid perfekt vorbereitet worden ist, sind die jungen Bäume des Klosterhofs künftig vor dem Wild sicher. «Ich stamme aus dem Flachland und wollte auch hier auf 900 Meter Obstbäume haben», erklärt Schmid und Zehnder ergänzt: «Normalerweise lassen Rehe die jungen Obstbäume in Ruhe.» Ob der Bock, der die Schäden verursacht habe, im Herbst gefallen sei, oder weiterhin eine Gefahr für die Jungpflanzen darstelle, sei nicht klar. «Dank der Einzelschützen sind die jungen Obstbäume aber für die nächsten Jahre vor dem Wild sicher.»

Nach vier Stunden war die Arbeit erledigt und es ging zum offerierten Imbiss in Küche von Heidi und Beni Schmid. Wobei Imbiss ein Inbegriff für Untertreibung wurde. Nach Suppe und Salat wurden den Lehrgängern nämlich Kartoffelsoufflé, Gitzi- und Bratwurst gereicht. Dann gab es Kaffee-Avec und Kirschtorte. Ein veritables Festtagsmenü für einen Einsatz, der wirklich allen Spass gemacht hat.

Der Klosterhof ist ein Familienbetrieb, in dem Heidi und Beni ihr Sohn und eine Lehrtochter zur Hand gehen. 45 Kühe und Milchgeissen, aber eben auch Obstbäume, gehören zum Hof, von dem man über weite Teile des Kantons Zug sieht. Schon am Montag drückten die Jagdlehrgänger im Schluechthof in Cham wieder die Schulbank. Förster Simon Merz führte dabei ins Fach Wildtierökologie ein und präsentierte im zweiten Unterrichtsteil fast 20 Äste von Bäumen und Sträuchern, die es an der einschlägigen Prüfung dereinst zu wissen gilt. Schon interessant, was welches Wild so gerne isst ...

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