SCHUTZRÄUME/ZIVILSCHUTZANLAGEN: Weinkeller, Abstellkammer und Gästechâlet

Im Notfall findet hier jeder Einwohner Schutz – ansonsten lassen sie viel Raum für die fantasie- vollsten Zwischennutzungen.

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Die Gäste können kommen: Urs Haab, Zivilschutzanlagewart der Gemeinde Cham, richtet die Anlage unter dem Werkhof ein. (Bild Fabienne Arnet/Neue ZZ)

Die Gäste können kommen: Urs Haab, Zivilschutzanlagewart der Gemeinde Cham, richtet die Anlage unter dem Werkhof ein. (Bild Fabienne Arnet/Neue ZZ)

Robert Ascher hat sie fast alle gesehen: umfunktioniert zum Bandübungsraum mit abenteuerlichem Wand- und Deckenschmuck, als gepflegten Weinkeller oder als Abstellraum für den Trachtenverein. Der Grossteil aller Schutzräume werde zivil genutzt, erklärt Ascher, Sachbearbeiter beim kantonalen Amt für Zivilschutz und Militär. Im Kanton Zug existieren rund 5300 vollwertige Schutzräume, die meisten davon in Überbauungen oder Einzelgebäuden. Rund 50 davon sind öffentliche Schutzräume, die sich teilweise in öffentlichen Gebäuden befinden.

Im vergangenen Jahr wurden 22 Schutzräume genehmigt: 15 im Zusammenhang mit Grossüberbauungen, 7 in Einzelwohnbauten. «Der Kanton Zug ist grundsätzlich gut mit Schutzräumen ausgerüstet», erklärt Robert Ascher.

Eine Liegestelle, ein Trockenklo und unbeklebte Wände
Im Ernstfall muss ein Raum innerhalb von fünf Tagen eingerichtet werden können: Noch vor fünf Jahren musste das innerhalb von 24 Stunden passieren. Notrationen oder Verbandsmaterial muss nicht ständig gelagert sein. Vorschrift ist jedoch, dass für jeden Einwohner eine Liegestelle vorhanden ist. Zudem muss ein Trockenklosett vorhanden sein.

Vorschriften gibt es auch bezüglich Brandschutz. «Wände dürfen nicht beklebt sein. Bands installieren gerne Schallschutz. Der muss angeschraubt sein, damit er im Notfall schnell abmontiert werden kann», sagt Ascher. Jährlich werden vom Amt für Zivilschutz rund 500 Schutzräume auf ihre Funktionalität kontrolliert.

Auch die Zivilschutzanlagen werden häufig fremdgenutzt, wie beispielsweise in Cham. «Nächste Woche übernachten Mitglieder des Schweizerischen Turnverbandes in der Werkhofanlage», verrät Urs Haab, kommunaler Brandschutzexperte und Zivilschutzanlagewart der Gemeinde Cham. Die Gäste werden einen heimelig eingerichteten Raum vorfinden, den sie als Aufenthaltsraum nutzen können.

Luc Müller

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Freitag in der Neuen Zuger Zeitung.