Schwarze Zahlen und grosse Investitionen in Unterägeri

Die Berggemeinde budgetiert einen Ertragsüberschuss. Trotz der Krise und grossen Projekten, die anstehen, ist der Finanzchef guter Dinge.

Rahel Hug
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So soll das Schulhaus Acher Mitte in Unterägeri nach seiner Fertigstellung aussehen. Es ist eines der grossen Investitionsprojekte, die die Gemeinde zurzeit realisiert.

So soll das Schulhaus Acher Mitte in Unterägeri nach seiner Fertigstellung aussehen. Es ist eines der grossen Investitionsprojekte, die die Gemeinde zurzeit realisiert.

Visualisierung: PD

Vorsichtig optimistisch. So blickt der Unterägerer Finanzchef Josef Iten-Nussbaumer in die finanzielle Zukunft seiner Gemeinde. Positiv stimmen ihn die schwarzen Zahlen, die eine Vorfinanzierung ermöglichen und bei denen trotzdem noch ein Plus resultiert. Der Voranschlag für 2021 sieht bei einem Ertrag von 52,4 Millionen und einem Aufwand von 50,7 Millionen Franken ein operatives Ergebnis von 1,7 Millionen Franken vor. Berücksichtigt man die Einlage von 1,5 Millionen Franken für die Vorfinanzierung des Schulhauses Acher Mitte, resultiert ein Gesamtergebnis von 232000 Franken. «Es ist erfreulich, dass wir trotz Corona mit einem Ertragsüberschuss rechnen können», sagt Iten-Nussbaumer. Die Rechnungen in den letzten Jahren sind ebenfalls positiv ausgefallen, die Gemeinde hat also ein Polster.

2 Millionen Franken mehr aus dem ZFA

Das heisst aber nicht, dass sich die Pandemie nicht auf die Finanzen auswirkt. Insbesondere bei den Steuererträgen muss mit grösseren Einbussen gerechnet werden. Laut Mitteilung der Gemeinde ist ein Rückgang von rund zehn Prozent im Budget berücksichtigt. Neben den eher geringer erwarteten Einbussen bei den natürlichen Personen, hier dürften sich insbesondere Ausfälle bei der Vermögenssteuer einstellen, sind bei den Erträgen der juristischen Personen stärkere Auswirkungen prognostiziert. «Da in Unterägeri weniger juristische Personen angesiedelt sind als in einigen anderen Gemeinden, sind wir etwas weniger stark betroffen», so der CVP-Gemeinderat.

Der Finanzausgleich wird aufgrund der Vorjahreserträge berechnet und fällt dadurch für das kommende Jahr nochmals um rund 2 Millionen Franken höher aus. Unterägeri bekommt 20,3 Millionen Franken aus dem Zuger Ausgleichstopf. Diese Entwicklung werde jedoch kaum anhalten, sagt Iten-Nussbaumer. Er sei deshalb erfreut, dass auf der Aufwandseite das Kostenbewusstsein zu spüren sei. «Das stimmt mich entsprechend optimistisch für die Zukunft.»

Unterägeri wächst – entsprechend muss investiert werden. Die Nettoinvestitionen 2021 belaufen sich auf 8,55 Millionen Franken. Rund 6,1 Millionen entfallen auf den Neubau des Schulhauses Acher Mitte. Die Ergänzung der Schulanlage sei auf Kurs, heisst es in der Mitteilung. Das neue Schulhaus soll auf das Schuljahr 2022/2023 bezogen werden. Aber nicht nur für die Bildung, sondern auch für die Strasseninfrastruktur und die Verwaltung wird die Gemeinde in den kommenden Jahren in die Tasche greifen müssen. «Unterägeri wächst jährlich um gegen 100 Personen.» Die Marke von 10000 Einwohnern werde man noch längere Zeit nicht erreichen, doch es sei wichtig, mit dem Wachstum mithalten zu können. So ist auch eine Totalsanierung der denkmalgeschützten Liegenschaften Gemeindehaus und Dorfschulhaus geplant. In den kommenden fünf Jahren sind Investitionen von rund 44 Millionen vorgesehen. «Wir werden die Investitionen etwa drei Jahre lang aus eigenen Mitteln tätigen können», prognostiziert der Finanzchef. «Dann werden wir Darlehen aufnehmen müssen.»

Am Steuerfuss wird nicht gerüttelt

In den letzten Jahren konnte Unterägeri den Steuerfuss kontinuierlich senken, von 68 Prozentpunkten im Jahr 2017 auf aktuell 60 Prozent. Am aktuellen Steuerfuss will der Gemeinderat nicht rütteln. Nach einem nochmaligen Rückgang der Steuererträge 2022 rechnet man ab 2023 wieder mit einem moderaten Wachstum. Trotz Unsicherheiten – sowohl im politischen wie auch im wirtschaftlichen Umfeld – rechnet Josef Iten-Nussbaumer nicht mit einer Anpassung des Steuerfusses in absehbarer Zeit.