Leserbrief
Schweiz-EU: Wie weiter?

«Fahrplan Schweiz-EU soll bis Januar stehen», Ausgabe vom 16. November

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Nachdem der Bundesrat nach jahrelangen Verhandlungen das Rahmenabkommen mit der EU nicht unterschrieben hat, ist unser Land in eine schwierige Situation geraten. Nun hofft man, mittels der Kohäsionsmilliarden wieder mit Brüssel ins Gespräch zu kommen. Da wir Schweizer auch schon als Rosinenpicker verschrien worden sind, sollte daran erinnert werden, dass wir zuerst für 28 Milliarden Franken, die Gotthard- und Ceneri-Basistunnels gebohrt haben. Damit haben wir die erste alpenquerende Flachbahn gebaut. Dazu kommt, auch als Teil der NEAT, der Lötschberg-Basistunnel für 6 Milliarden Franken, der momentan durchgehend doppelspurig ausgebaut wird. Weiter bezahlt, die Schweiz Beiträge an die Zubringerlinien in Deutschland und Italien, sodass unser Land gesamthaft bis heute über 35 Milliarden Franken aus dem eigenen Sack für den wichtigsten Güterkorridor Europas investiert und zur Verfügung gestellt hat. Und das zu Gunsten unserer mitteleuropäischen Nachbarn. So gesehen haben wir damit doch schon viel Goodwill gezeigt.

Auch in der EU sind alpenquerende Flachbahnen im Bau: der Brenner- und der Mont-Cenis-Basistunnel. An diese Bauwerke bezahlt Brüssel rund 20 Milliarden Euro, Beiträge, die die EU bei uns durch unser Abseitsstehen sparen konnte. Ich hoffe, dass Bundesrat Cassis diese Aspekte in seine Verhandlungen mit Herrn Sefcovic einbezieht. Vielleicht helfen sie, dass die wichtigen Gespräche zu einem allseits befriedigenden Ergebnis führen. Die NEAT beweist, dass die Schweiz, wie seit dem Mittelalter, ein offenes, innovatives Durchgangsland ist und eigentlich keine abgeschottete Insel.

Hanswalter Schnyder, Zug

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