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Streit ums Gesundheitshaus in Unterägeri geht weiter

Bei der Überbauung «Am Baumgarten» in Unterägeri geht es vorwärts, nur das Gesundheitshaus bleibt blockiert.
Christopher Gilb
So soll die Überbauung dereinst aussehen. Beim grossen Haus hinten handelt es sich um das Gesundheitshaus. Visualisierung: Bonainvest

So soll die Überbauung dereinst aussehen. Beim grossen Haus hinten handelt es sich um das Gesundheitshaus. Visualisierung: Bonainvest

Die Freude beim Investor war gross, als der Gemeinderat im April das Nutzungsänderungsgesuch für Haus G der Überbauung «Am Baumgarten» bewilligte und damit den Baustopp seit Sommer 2017 aufhob. Laufe es nach Wunsch, werde der Bau im Spätsommer 2019 fortgesetzt werden und das Gesundheitshaus inklusive der 44 Residenzwohnungen Anfang 2022 bezugsbereit sein, so die Bonainvest Holding. Neun Einsprachen waren eingegangen, zwei wurden zurückgezogen, die restlichen sieben vom Gemeinderat abgewiesen. «Damit sind wir auf gutem Weg, für die Bewohner und die Bevölkerung», sagte auch Hugo Berchtold, Präsident der Stiftung St.Anna. Er hoffe nun, dass es schnell vorwärtsgehe. Die alte Geschichte soll abgehakt werden.

Damit spielte er auf das ursprünglich geplante Kinderhotel (siehe Box) an. Aber diese Geschichte ist anscheinend nicht abgehakt, denn zwei der Einsprecher haben Beschwerde beim Regierungsrat erhoben. «Die Konsequenz ist, das wir die Baustelle zum zweiten Mal winterfest machen müssen und dies ohne jeglichen Baufortschritt, sagt Alain Benz, Geschäftsleitungsmitglied bei der Bonainvest aus Solothurn. Das tue auch finanziell weh. «Unsere mittelfristige Planung war auf die Einnahmen des Gesundheitshauses ausgerichtet.

Die Vorgeschichte

2014 verkaufte die Stiftung St. Anna ihr Grundstück der Bonainvest. Diese plante mit dem Projekt «Am Baumgarten» drei Neubauten, die Sanierung der bestehenden Gebäude und ein Gesundheitshaus mit einem Hotel für pflegebedürftige Kinder. Die Bevölkerung stimmte einer höheren Ausnutzung sowie guten Konditionen zu. Kurz nach dem Spatenstich Ende 2017 wurde die Idee mangels Rentabilität begraben. Stattdessen sollen Residenzwohnungen entstehen. Dagegen gab es Widerstand. Der Verein Pro St. Anna formierte sich und sammelte Unterschriften, dass die Nutzungsänderung durch den Gemeinderat nicht bewilligt werden soll. (cg)

Restliches Projekt auf Kurs

Und aus einem Projekt würden nun zwei Projekte werden. Denn bei den restlichen Häusern auf dem Areal ist man im Zeitplan: So werden die drei Neubauten im vorderen Bereich ab 1. März 2020 bezugsbereit sein. Dort wird generationendurchmischtes Wohnen für Jung und Alt angeboten. Bereits 22 von 27 Wohnungen konnten vermietet werden. Und auch die Sanierung der drei bestehenden Gebäude auf dem Areal sei derzeit im Gang. Würde sich der Bau des Gesundheitshauses nicht verzögern, wären auch die Emissionen früher vorbei gewesen, so Benz. Das frustriere auch die Mieter der bestehenden Alterswohnungen. «Wir hatten kürzlich ein Gespräch mit sieben von ihnen, für sie nimmt das Gesundheitshaus mit den geplanten öffentlichen Begegnungsorten wie der Coffee-Lounge eine wichtige Funktion in der Überbauung ein», so Benz. Dass sie möglicherweise noch lange darauf warten müssten und eben die Baustelle länger daure, werde als Belastung wahrgenommen. «Zudem ist es unangenehm, dass wir den etlichen Interessenten für die Residenzwohnungen nicht sagen können, wann der Bezugstermin ist.» Im September habe auf dem Areal nun eine Begehung mit den Einsprechern stattgefunden. An einer zweiten Besprechung Anfang Oktober soll eine gemeinsame Lösung für die Nutzungen im Gesundheitshaus definiert werden. Die zuständige Baudirektion will sich dazu auf Anfrage nicht äussern, da es sich um ein laufendes Verfahren handle.

Gang vors Gericht droht

Ob die Lösung gefunden wird, ist fraglich, zu weit liegen die Positionen auseinander. «Es geht darum, eine Lösung zu finden, von der auch die lokale Bevölkerung etwas hat», sagt Oswald Iten vom Verein Pro St.Anna, dem auch die Einsprecher angehören. Schliesslich habe der Investor das Grundstück für bessere Konditionen erhalten. «Für uns geht es um die Frage, was eine betreute Altersresidenz ist. Dazu gehören Pflegeleistungen und Fachpersonal. Wohnungen für Senioren mit einem Alarmknopf und der Möglichkeit, sich Essen bringen zu lassen, das gebe es heute für jede Wohnung. Alain Benz hat dafür kein Verständnis. «Deshalb haben wir uns ja im Rahmen der Nutzungsänderung in einem verwaltungsrechtlichen Vertrag mit der Gemeinde verpflichtet, dass das Sockelgeschoss der ganzen Bevölkerung offensteht und ein Concierge vor Ort vertreten ist. Und die Konditionen sowie die Renditeerwartung, kontert er, seien marktüblich. Doch die Gegner bleiben hart: Sei der Investor nicht bereit, mehr zu bieten, gehe es wohl vors Verwaltungsgericht, so Oswald Iten.

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