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Leserbrief

Schwingeranlässe mit Politik und Wahlen zu vermischen, bedeutet eine rote Karte

Leserbrief zum Plakat von Ständerat Peter Hegglin

«Scho ghört? Nei nei, ich han no nüt ghört – ja was isch dänn?»: Vom 1. bis 2. Juli 2023 findet in Menzingen/ZG das 117. Isaf, das Innerschweizerische Schwing- und Älplerfest, statt! Wow – das sind ja tolle Nachrichten über ein Isaf-Schwingfest, das in vier Jahren, beziehungsweise in 47 Monaten stattfindet.

Dies zwei Wochen vor dem Esaf 2019 in Zug zu erfahren, kann kein Zufall sein. Die nationalen Wahlen 2023 werfen offenbar früh Schatten voraus. Oder hat sich jemand bei der Jahreszahl vertan? Warum ich das als Nichteingeweihter bereits weiss? Weil uns der Edlibacher Peter Hegglin, amtierender Zuger Ständerat und gemäss seinem neuen Wahlplakaten designierter OK-Präsident des Isaf 2023, die in den letzten Tagen im ganzen Kanton aufgetaucht sind, allen Zuger Wählerinnen und Wähler in bester Schwingerlaune nachruft: «Es gfreuts Esaf 2019 bi üs in Zug.»

Natürlich hoffen wir alle auf ein «gfreuts Esaf in Zug» – wir hoffen auf gutes Wetter, wir hoffen auf fairen guten Schwingsport, wir hoffen auf ein konfliktfreies, unfallfreies und in jeder Beziehung geglücktes Fest. Seit Jahren arbeiten unzählige Helfer an diesem grössten eidgenössischen Anlass, der je im Kanton Zug durchgeführt wird, mit.

Alt Regierungsrat Peter Hegglin hat sich mit seinem Schwinger-Wahlplakat selber auf den Rücken ins Sägemehl katapultiert. Nach seiner missglückten Bundesratswahl ist er nun als Trittbrettfahrer leider nochmals miserabel beraten. Das hätte ihm, dem langjährigen Politiker, nie passieren dürfen. Hätte das ein ziemlich unsensibler SVP-Politiker gemacht, hätte der «Blick» tagelang negative Schlagzeilen getextet, aber bei CVP-Politiker in der ganzen Schweiz kräht kein Hahn danach, die können bekanntlich noch ganz andere Dinge tun, die medial schnell wieder vergessen sind. Niemand in Zug will verpolitisierte Sportfeste ganz allgemein und es ist, absolut verpönt an irgendeinem Schwingfest politische Werbung zu machen, weder visuell noch verbal. Das macht ein richtiger Schwinger nie.

Dass Peter Hegglin sich als OK-Präsident des Isaf 2023 engagiert, ist zu begrüssen. Dass er zwei Monate vor den Wahlen 2019 als Kandidat sein langfristiges Engagement für den Schwingsport auf Plakaten thematisiert enttäuscht vermutlich nicht nur mich – ist unsympathisch. Sein öffentliches Wahlplakat, ohne das Logo der CVP, ist im Windschatten des Esaf 2019 leider einfach ein peinliches No-Go. Im Fussball würde man von einem Eigengoal sprechen – in der Politik winkt mindestens eine gelbe und diesmal gar die orange Karte. Schwingeranlässe wie Isaf oder Esaf mit Politik und Wahlen zu vermischen bedeutet klar eine rote Karte.

Philip C. Brunner, SVP-Kantonsrat, Zug

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