Tennisgruppe von Procap Zug reist in die Dominikanische Republik

Eine Tennisspielerin und drei Tennisspieler vertreten die Behindertenorganisation Procap Zug an einem Grossanlass in der Karibik. Dabei gilt es, nicht nur gegnerische Spieler zu bezwingen.

Raphael Biermayr
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Christoph Meienberg, Nicole Wicki, Max Meienberg (Coach), Flavio Völlm und Antonio Barukcic (von links) werden am 3. November in Richtung Dominikanische Republik aufbrechen. (Bild: Stefan Kaiser (Cham, 29. Oktober 2018))

Christoph Meienberg, Nicole Wicki, Max Meienberg (Coach), Flavio Völlm und Antonio Barukcic (von links) werden am 3. November in Richtung Dominikanische Republik aufbrechen. (Bild: Stefan Kaiser (Cham, 29. Oktober 2018))

Als Nicole Wicki vor sechs Jahren mit Tennis spielen begann, war ihr Ziel klar: «Ein Star werden!» Die 24-jährige Baarerin ist auf gutem Weg dazu: Vor drei Jahren gewann sie an den Special-Olympics-Sommerspielen in Los Angeles die Bronzemedaille auf ihrer Leistungsstufe. Gleiches gelang ihr dieses Jahr an einem Turnier in Lenzerheide.

In der Woche vom 5. November wird Wicki sich am Tennis-Weltturnier der Special Olympics in Santo Domingo erneut auf internationalem Parkett messen. Sie ist Teil der vierköpfigen Gruppe der Behindertenorganisation Procap Sport Zug, die daran teilnehmen wird. Die Steinhauser Christoph Meienberg (42) und Antonio Barukcic (18) sowie der Zürcher Flavio Völlm (15) komplettieren das Quartett. Meienberg spielt auf der stärksten Leistungsstufe – er ist auch in der regulären Schweizer Interclubmeisterschaft aktiv und R7-klassiert. Am Samstag werden die vier Spieler, ihre zwei Coaches und Familienangehörige die Reise in die Dominikanische Republik antreten. Die ersten Tage werden sie im bekannten Küstenort Punta Cana weilen, um sich an die Zeitumstellung und die klimatischen Bedingungen zu gewöhnen.

Roger Federer stand am Anfang

Die Zuger Tennisgruppe, die total 13 Aktive umfasst, trainiert einmal wöchentlich im Chamer Sportcenter Zugerland unter der Anleitung eines Profitrainers. Nicole Wicki war das nicht genug. Zusätzlich nimmt sie dienstags Privatstunden. Ihre Faszination am Tennis entdeckte die Zuwebe-Mitarbeiterin, als sie ein Match von Roger Federer schaute. «Danach googelte ich und fand die Procap-Tennisgruppe. Nach den ersten Trainings fand ich das voll cool», sagte sie. Für das Turnier in Santo Domingo, bei dem pro Match ein Satz gespielt wird, hat sie sich keine Rangierung als Ziel vorgenommen. «Ich will mein Bestes geben», sagt sie. Das bedingt, dass sie ihre Nervosität in den Griff kriegt, die ihr manchmal einen Strich durch die Rechnung machen würde.

Im Gegensatz zu Roger Federer darf Wicki sich während der Spiele – bei den Seitenwechseln – mit ihrem Coach austauschen, was ihr dabei hilft. Ihr Coach ist Max Meienberg (72), der Vater von Christoph. Er erklärt, dass bei den Behindertenturnieren eine Menge Zeit auf die Einteilung der Leistungsstufen verwandt wird, damit die Voraussetzungen für alle Teilnehmer fair sein würden. Meienberg war bereits an den besagten Sommerspielen 2015 in Los Angeles als Coach dabei. Wegen der 24-Stunden-Betreuung der Spieler seien diese Reisen auch für die Betreuer ein Belastungstest. Einer jedoch, dem sie sich – wie die Spieler dem sportlichen – mit Freude aussetzen würden.