Kolumne

«Seitenblick»: Mit Kasperli und Muffli im Zug

Redaktorin Andrea Muff über Kindheitserinnerungen und was diese mit ihrem Nachnamen zu tun haben.

Andrea Muff
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Redaktorin Andrea Muff

Redaktorin Andrea Muff

Bild: Maria Schmid

«Potz Holzöpfel und Zipfelchappe» diese Kasperli-Geschichte kenn ich gar nicht. «S Rhinozeros isch dureprännt» ging völlig an meiner Kindheit vorbei. Das ist sehr schade, denn wie mir mein Pultnachbar anvertraute, geht es neben Kasperli und dem Rhinozeros nämlich um Muffli, der nach Beleidigungen schnell mufflig wird und dann gar nichts mehr sagen möchte.

Mein Nachname war oft Zielscheibe von Wortwitzen – wenige lustig, die meisten unkreativ. Besonders beliebt in meiner Jugend war der Reim meines Namens auf ein Erotik-Etablissement in der Schweizerdeutschen Umgangssprache. Lustig? Nein. Oder die Frage, ob ich als «Muff» gut «druff» bin. Harmlos? Unkreativ? Zweimal ja. Ich ertrug die schlechten Witze. Sie waren immerhin besser als die Blondinen-Witze, die später folgen sollten.

Aber zurück zu Muffli und Kasperli. Was die Witze meiner Sandkastenfreunde nicht konnten, schaffte Jörg Schneider innerhalb weniger Minuten: mir ein herzhaftes Lachen zu entlocken. Die Wortspiele mit dem Namen Muff sind derart übertrieben, dass sie genau meinen Humor treffen. Und dass ich beim Hören zurück in meine Kindheit geworfen werde, ist ein weiterer Pluspunkt. Im Gegensatz zum Protagonisten in der Kindergeschichte werde ich aber nicht schnell mufflig.

Das Hörspiel heute zu entdecken, macht genauso Spass wie früher. Jedoch brauchte es viel Körperbeherrschung im Zug nicht laut loszulachen. Und wie macht das Rhinozeros? Genau: «Schnupf, schnupf, mampf!»