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Der selbstfahrende Bus in der Stadt Zug muss schneller werden

Der selbstfahrende Zuger Shuttle kommt bei Testpersonen gut an, ein Knackpunkt bleibt aber seine Geschwindigkeit.
Christopher Gilb
Der Shuttle bei einem Halt an der Station Aabachstrasse. Noch steigen nur Testfahrer ein. (Bild: SBB)

Der Shuttle bei einem Halt an der Station Aabachstrasse. Noch steigen nur Testfahrer ein. (Bild: SBB)

In den letzten Wochen sah man ihn wieder, wie er gemächlich seine Runden durchs Zuger Zentrum dreht, den selbstfahrende Bus «MyShuttle». Nach Startschwierigkeiten (siehe Kasten) fanden im März 2018 mit dem aktuellen Modell erste Testfahrten statt. Es ging darum, die Umgebung zu erfassen und sich im Strassenverkehr zurechtzufinden. Während in Sion und Schaffhausen solche Elektromobile bereits im regulären Linienverkehr unterwegs sind, wird in Zug aber noch immer getestet.

Derzeit, wie die SBB auf Nachfrage schreibt, finden Fahrten mit Testkunden bestehend aus Mitarbeitern von den Projektpartnern Mobility, ZVB, SBB, V-Zug und der Stadt Zug statt. Die bisherigen Rückmeldungen würden grosses Interesse für die Technologie und ein hohes Vertrauen in die anwesenden Sicherheitsfahrer bestätigen, so die SBB.

Verzögerter Start

Anfang März 2017 war das von SBB, Mobility, ZVB, Stadt Zug und Technologiecluster Zug getragene Projekt «MyShuttle» präsentiert worden. «Wir wollen etwas zu Stande bringen, was es noch nicht gibt», kündigte SBB-CEO Andreas Meyer damals an. Erste Testläufe sollten im Sommer 2017 stattfinden, doch ein Wechsel des Herstellers verzögerte den Plan. Dazu kommt gemäss SBB ein komplexer Zulassungsprozess, «da wir Fragen rund um die Sicherheit klären und unsere hohen Sicherheitsbedingungen einbringen wollten.» (cg)

Konkret brachte der Shuttle zuletzt Mitarbeiter der V-Zug am Mittag in die Stadt und wieder zurück. Der Industriekonzern hat sich im Hinblick auf den Technologiecluster Zug, der aktuell Gestalt annimmt, am Projekt beteiligt. «Dieser bedeutet längerfristig eine Verdreifachung der Beschäftigtenzahl auf dem Firmenareal», erläutert Technologiecluster-Marketingchef Lukas André. «Unser Ziel ist es, herauszufinden, welche Mobilitätstechnologien für die sogenannte letzte Meile, also den Weg vom Bahnhof zum Areal in Frage kommen.» Dabei ginge es darum, möglichst viele Beschäftigten, dazu zu bewegen, nicht mit dem Auto zur Arbeit zu fahren. Der Shuttle sei eine Variante von vielen.

Noch fährt er zu langsam

Lukas André bestätigt die Einschätzung der SBB: «Die bisherigen Rückmeldungen sind durchaus positiv.» Ein Kritikpunkt sei aber die Geschwindigkeit. Derzeit ist der Shuttle mit einer Geschwindigkeit von 8 bis 13 Kilometer pro Stunde unterwegs. Er benötigt also für die gemäss «Google Maps» 1,5 Kilometer lange Strecke vom Metalli zum V-Zug-Areal zwischen sieben und elfeinhalb Minuten und dies auch nur bei durchgehender Fahrt. Im heutigen Zustand sei er deshalb noch nicht alltagstauglich, so Andrés Fazit. Aber irgendwo müsse man ja anfangen.

Die SBB schreibt zur Frage der Geschwindigkeit, dass derzeit versucht werde, diese, soweit es die Sicherheit zulasse, sukzessiv zu erhöhen. Die zugelassene Höchstgeschwindigkeit des Shuttles beträt 20 Kilometer pro Stunde. Auch die Stadt Zug ist am rund 2,7 Millionen Franken teuren Projekt beteiligt, gemäss Stadtschreiber Martin Würmli mit einem mittleren fünfstelligen Betrag. Auf die Shuttles in Sion und Schaffhausen angesprochen, relativiert er: «Für uns ist das Ziel, Erfahrungen mit dieser Innovation in der Stadt Zug zu sammeln und nicht, das es möglichst schnell einen Linienbetrieb gibt.» Da seien die Erwartungen der Öffentlichkeit vielleicht etwas hoch gegriffen.

Zwangspause während des Schwingfests

Für Lukas André vom Technologiecluster kommt hinzu, dass der Shuttle «in Zug mit allen Herausforderungen des Stadtverkehrs zurechtkommen muss». Was eine grosse Herausforderung sei. «Das unterscheidet ihn von den Shuttles in anderen Städten, die auf verkehrsarmen oder verkehrsfreien Zonen unterwegs sind.»

Bis Ende August wurde dem Shuttle nun wegen des bevorstehenden Schwingfests eine Zwangspause verordnet. Noch vor Jahresende sollen aber endlich auch erste öffentliche Testfahrten stattfinden.

Der selbstfahrende Shuttle-Bus im Test (Video vom 10. April 2018):

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