SENIORENFASNACHT HÜNENBERG: Bei den Gemütlichen ging die Post ab

Das Meisterchörli und die Schnitzelbänke rissen die Senioren am Montag von den Sitzen des Heiri-Saals.

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Ja, die Sutrosen und ihre witzigen Schnitzelbankverse stiessen auf Begeisterung. (Bild Stefan Kaiser/Neue ZZ)

Ja, die Sutrosen und ihre witzigen Schnitzelbankverse stiessen auf Begeisterung. (Bild Stefan Kaiser/Neue ZZ)

Der Saal Heinrich von Hünenberg war gestern Nachmittag bis auf den letzten Platz belegt, als der ehemalige Eichenzunftvater, Cäsar I., die Fasnachtsveranstaltung des Kreises der Gemütlichen eröffnete. Unter dem Patronat der Hünenberger Frauengemeinschaft Kontakt hatten Pia Brügger, Ruth Schuler und Margrit Weibel ein Programm zusammengestellt, das die Seniorinnen und Senioren von den Sitzen riss.

Meisterlich sang der Meisterchor
Erhards Musik-Band, welche die Veranstaltung umrahmte, sorgte für lüpfige Klänge. Der im Jahr 2001 gegründete Meisterchor, bestehend aus allen ehemaligen Eichenzunftmüttern und -vätern unter der Leitung von Edelfasnächtler Klaus Meyer begeisterte mit hoch stehenden Liedervorträgen.

Ein wahrer Genuss waren die pointierten Schnitzelbänke, die lokale und internationale Geschehnisse aufs Korn nahmen. Sozusagen frisch aus der Presse verkündete die Gruppe Mey-Mei: «E französische Muni rüft de Bruni: Du härzigs Beeri, bisch jetzt mi Cherie. De französischi Muni hed d'Carla Bruni ganz still und heimlich in Stall ine gno - Sarkosy duja ho, duja ho - und i ne paar Johr cha sie wieder goh.»

«Welch ein gelungenes Werkel»
Die Gruppe Sutrose vermutete gar, dass SVP-Nationalrat Marcel Scherrer das politische Lager gewechselt hat. Musikalisch perfekt erklang: «Sie ist ein Mädchen aus der Fremde; hat ganz geschickte Hände und flüstert gern ins Ohr. Hilft Schweinekinder zu gebären, die leichten und die schweren, das tut sauwohl der Mohr. Ja Marcels Schweine, die sind so schön wie keine, haben so schlanke Beine und sind top in Form. Ja Marcels Ferkel gleichen nun Angie Merkel, welch ein gelungenes Werkel - genau nach EU-Norm.» Seniorin Maria De Sepibus zollte Applaus und sagte voller Begeisterung: «Der Meisterchor und die Fasoni-Guggen zaubern eine tolle Stimmung in den Saal, und die Texte der Schnitzelbänke sind an Feinheit und Pointen kaum mehr zu überbieten. Ich besuche die Fasnachtsveranstaltung des Kreises der Gemütlichen jedes Jahr.»

«Wir sind überwältigt»
Wer glaubte, die gute Stimmung hätte den Höhepunkt überschritten, der täuschte sich. Als das Zunftpaar, Pesche I. und Mägi die Fasnächtliche, im Saal erschien, ging die Post vollends ab.

Wie ein riesiger Tatzelwurm setzte sich eine kaum mehr enden wollende Polonaise durch den Saal in Bewegung. Es wurde geklatscht und gesungen, was das Zeug hielt. Und der Hünenberger Zunftvater Pesche I. nahm seine Mägi in den Arm und sagte gerührt: «Wir sind überwältigt.»

Martin Mühlebach