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Häusliche Gewalt: Sensibilisierung soll gestärkt werden

Laut Studien sind Frauen und Kinder deutlich öfter Opfer von häuslicher Gewalt als Männer. In Sachen Prävention gäbe es noch einiges zu tun, findet die SP-Fraktion Zug.
Laura Sibold
Es braucht noch mehr Prävention gegen häusliche Gewalt, sagt die SP-Fraktion. (Bild: Esther Michel)

Es braucht noch mehr Prävention gegen häusliche Gewalt, sagt die SP-Fraktion. (Bild: Esther Michel)

Es sei kein dringender, dafür ein wichtiger Vorstoss, betont Kantonsrätin Barbara Gysel (SP/Zug). Am 30. November hat die SP-Fraktion eine Interpellation eingereicht und will damit in Erfahrung bringen, was der Kanton Zug gegen Gewalt an Frauen und Kindern tut. Wo ist die gesellschaftspolitische Relevanz, fragt man sich, sind es doch andere Staaten, die wegen Gewalttaten Schlagzeilen machen.

Barbara Gysel sieht die Relevanz in der Istanbul-Konvention als gegeben. Am 1. April 2018 ist diese Konvention zur Verhütung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt für die Schweiz in Kraft getreten. Das Übereinkommen des Europarats will geschlechtsspezifische und familiäre Gewalt bekämpfen und Betroffenen Schutz bieten. «Zuständig für die Umsetzung der Istanbul-Konvention ist nicht nur der Bund, sondern auch die Kantone und Gemeinden», erklärt Gysel.

Zahlen zu Gewaltopfern im Kanton sollen vorliegen

Mit dem Vorstoss will die SP-Fraktion wissen, welche Massnahmen der Kanton Zug vorgesehen hat, um die Konvention umzusetzen und Gewalt zu bekämpfen. Auch Zahlen zu Gewaltopfern und den Stellen innerhalb der Verwaltung, die mit dem Thema in Berührung kommen, sollen dargelegt werden. Das könnten etwa die Polizei, die KESB, Sozialdienste oder die Opferhilfe sein, erläutert Barbara Gysel. «Bezüglich Gewaltprävention gibt es auch im Kanton Zug noch einiges zu tun. Gerade bei Kindern ist jede Gewalttat eine zu viel», argumentiert die SP-Kantonsrätin. So soll die Regierung auch Massnahmen für Prävention und Intervention von Gewalttaten aufzeigen.

Wirkungsvolle Massnahmen gefordert

Sind Frauen und Kinder im Kanton Zug denn besonders gefährdet? Es gehe nicht um eine besondere Bedrohungslage in Zug, verneint Gysel. «Studien belegen allerdings, dass Frauen unter den Opfern von häuslicher Gewalt überrepräsentiert sind.» Auch sei aus Studien bekannt, dass fast jedes dritte Kind in der Schweiz im Alter von 15 Jahren einmal einen sexuellen Übergriff, beinahe jedes siebte Kind einen Übergriff mit Körperkontakt erlebt habe. Laut Gysel kam es 2017 schweizweit fast jeden fünften Tag zu einem versuchten oder vollendeten Tötungsdelikt im Bereich häuslicher Gewalt.

Barbara Gysel ist überzeugt, dass eine öffentliche Diskussion darüber, was etwa in der Erziehung überhaupt unter Gewalt falle, Not tue. «Dabei unterschätzen viele die Auswirkungen auf das Kind. Auch ein Klaps auf den Po oder eine handgreifliche Auseinandersetzung zwischen den Eltern kann das Kind beeinflussen.» Bei häuslicher Gewalt handle es sich meist um Wiederholungstäter. Auch hier brauche es Massnahmen und eine stärkere Sensibilisierung.

Laut SP-Fraktion werden zurzeit in anderen Kantonen ähnliche Vorstösse eingereicht. Die nationale Kampagne «16 Tage gegen Gewalt an Frauen», die noch bis am 10. Dezember läuft, macht zudem mit symbolischen Aktionen und Veranstaltungen auf das Thema aufmerksam.

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