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SERIE: Eine Oase der Ruhe

Unser Fotograf hat schon viel gesehen – doch bei diesem Anblick muss er immer wieder schmunzeln.
Stefan Kaiser
Der Fussballplatz auf dem Gottschalkenberg, der höchstgelegene im Kanton Zug. (Bild Stefan Kaiser)

Der Fussballplatz auf dem Gottschalkenberg, der höchstgelegene im Kanton Zug. (Bild Stefan Kaiser)

Stefan Kaiser

Die Frage nach meinem Lieblingsplatz lässt sich einfach beantworten: die Dachterrasse meiner Villa bei schönem Wetter mit einem selbstgebrauten Bier im Liegestuhl, mit Sicht auf den Zürichsee. Perfekt! Aber eben, Zürich. Hier es geht ja um den Kanton Zug. In diesem gibt es aber auch eine Vielzahl an tollen Plätzen, von denen ich über all die vielen Jahre als Fotograf für diese Zeitung schon einige entdecken konnte. Fast täglich bin ich im Kanton unterwegs, und die Liste der Gegenden und Plätze, wo ich noch nie war, wird immer kleiner. Trotzdem überrascht mich dieser kleine Kanton immer wieder aufs Neue.

Genau so erging es mir vor einigen Jahren, als ich zum ersten Mal geschäftlich, das heisst in fotografischer Mission, auf dem Gottschalkenberg unterwegs war. Meine Aufgabe war es, für die «Neue Zuger Zeitung» einen alten Militärbunker ausfindig zu machen und diesen zu fotografieren. Leider konnte mir keiner meiner Kollegen von der Redaktion richtig sagen, wo sich dieser genau befindet. «Beim Restaurant rechts, dann links, dann rechts im Wald, viel Glück», so ungefähr lautete mein Marschbefehl. Also los, Richtung Gottschalkenberg, hoch und rein in den Wald gemäss Anweisung, rauf und runter mit der ganzen Fotoausrüstung, quer durchs Unterholz – und auf was stosse ich dann da plötzlich? Auf einen Fussballplatz mitten im Wald! Die Überraschung über diese Entdeckung verwandelte sich schon bald in helle Begeisterung über die optische Qualität dieses Ortes.

Löchrige Tore

Verlassen liegt die saftig grüne Wiese inmitten von Tannenbäumen auf einer kleinen Anhöhe beim Restaurant Gottschalkenberg, zu dem der Platz auch gehört. Im dortigen Lagerhaus verbringen Kinder und Jugendliche aus dem Kanton Zug und der ganzen Schweiz ihre Schullager und gehören somit zu den Benutzern des höchstgelegenen Fussballplatzes des Kantons. Nur schon am löchrigen und durchhängenden Drahtgeflecht der Tore kann man sich vorstellen, dass darin schon eine grosse Anzahl an Bällen versenkt wurde. Ja, sogar im Wald selbst – denn einen Ballfangzaun gibt es nur in der nordöstlichen Ecke. Amüsant ist die Vorstellung vom Aufschrei auf dem Platz, wenn wieder mal einer den Ball in den Wald geschossen hat und es in der Folge einen längeren Spielunterbruch gibt, bis das runde Leder wieder gefunden ist.

Surreale Stimmung

Zugegeben, ich habe meinen Lieblingsplatz im Kanton nicht so häufig besucht, wie man das von einem Ort, dem dieses Prädikat verliehen wird, erwarten könnte: insgesamt vielleicht viermal. Doch jedes Mal muss ich schmunzeln über die fast surreale Stimmung, die dieser Platz ausstrahlt. Den Kontrast, den diese gerade Fläche, die sich in einer hügeligen und unwegigen Waldlandschaft befindet, ausstrahlt, wirkt geografisch gesehen paradox. Und an einem nebligen Herbsttag dazu noch sehr mystisch. Doch auch an einem Sommertag, wie hier im Bild, wo mit direkter Sonneneinstrahlung die umgebenden Bäume ein geometrisches Spiel zwischen Hell und Dunkel zeichnen, zeigt sich der Platz von seiner schönen Seite.

Stefan Kaiser, Fotograf bei der Neuen Zuger Zeitung. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)

Stefan Kaiser, Fotograf bei der Neuen Zuger Zeitung. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)

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