SERIE: Mami vom TV-Bachelor: «Mein grösstes Hobby ist meine Familie»

Stefanie Bachmann ist die Mutter von TV-Bachelor Janosch Nietlispach. Die Chamerin hat ein enges Verhältnis zu ihren Kindern und unterstützt sie, wo sie kann. Der ganze Rummel um die Sendung stört die 55-Jährige nicht im Geringsten.

Rahel Hug
Drucken
Teilen
Die Hunde gehören zur Familie: Stefanie Bachmann mit Bulldogge Frau Tyson bei sich zu Hause in Cham. (Bild: Stefan Kaiser (Cham, 20. Dezember 2016))

Die Hunde gehören zur Familie: Stefanie Bachmann mit Bulldogge Frau Tyson bei sich zu Hause in Cham. (Bild: Stefan Kaiser (Cham, 20. Dezember 2016))

Rahel Hug

rahel.hug@zugerzeitung.ch

Als am 10. Oktober die erste Episode der diesjährigen «Bachelor»-Staffel im Fernsehen lief, herrschte bei Stefanie Bachmann zu Hause Hochbetrieb. Sie hatte mehrere Freunde und Bekannte in ihre Wohnung eingeladen, um gemeinsam mit den Gästen ihrem Sohn beim Flirten zuzuschauen. Stefanie Bachmann ist die Mutter des «begehrtesten Junggesellen der Schweiz», wie der Rosenkavalier des Privatsenders 3+ von den Medien gemeinhin genannt wird. Der Kickbox-Profi Janosch Nietlispach (28) hat während neun Folgen im TV nach der grossen Liebe gesucht (siehe Box). «Wir haben sehr viel gelacht», erzählt Stefanie Bachmann über die Abende, an denen sie gemeinsam mit ihrem Mann und Bekannten die Turteleien ihres Sohnemanns mitverfolgte. «Die Sendung ist sehr unterhaltsam, und Janosch war absolut authentisch, das hat mir gefallen.»

Zunächst war die 55-Jährige eher skeptisch, als sie im Sommer erfuhr, dass Janosch der neue «Bachelor» sein wird. «Vor allem wollte ich selber nicht ins Fernsehen», berichtet sie. Dass sie schlussendlich sogar spontan für die TV-Crew kochte und eine Szene der letzten Episode in der Stube der Bachmanns gedreht wurde, hat einerseits mit Janoschs Überzeugungskünsten, aber auch mit der unkomplizierten und aufgeschlossenen Art seiner Mutter zu tun. «Er rief mich an und fragte, ob das Kamerateam spontan zu uns kommen könne», berichtet Stefanie Bachmann. Für sie sei sofort klar gewesen, dass sie mitmache. «Der Dreh lief schliesslich sehr entspannt und in familiärer Atmosphäre ab.»

«Stimmt es für sie, stimmt es auch für mich»

Wenn die Chamerin von der «Bachelor»-Zeit erzählt und dabei immer wieder laut lacht, spürt man, dass sie selber grossen Spass an der ganzen Sache hatte. Und dass sie voll und ganz hinter den Entscheidungen ihres Sohns steht. Das gleiche gelte natürlich für Ramon (30), Janoschs älteren Bruder, der in Zug das Restaurant Meating führt, betont Bachmann. «Meine Familie bedeutet alles für mich. Ich habe zwei wunderbare Kinder. Wenn sie etwas in Angriff nehmen, helfe ich mit. Stimmt es für sie, stimmt es auch für mich.» In ihrem Leben drehe sich grundsätzlich alles um «ihre Jungs», mit denen sie täglich Kontakt habe. Dies sagt Bachmann gleich zu Beginn des Interviews, und man glaubt es ihr aufs Wort, wenn sie davon berichtet, wie sie sich für ihren Nachwuchs engagiert. So kümmert sie sich etwa um die Buchhaltung in Ramons Restaurant, hat Janosch beim Aufbau seines Fitnesscenters Crossfit Zug unterstützt und ist die treibende Kraft in seinem Fanclub. «Bei jedem seiner Kämpfe sind wir dabei, sei es in der Schweiz, in der Türkei oder in Tschechien. Wir fiebern jeweils lautstark mit.»

Mit «wir» meint sie sich und ihren Mann Walter Bachmann, den sie vor 20 Jahren geheiratet hat. Der leibliche Vater von Janosch hat sich im Alter von 34 Jahren das Leben genommen. Zum 60. Geburtstag von Walter Bachmann haben Janosch und Ramon ihm die unterzeichneten Adoptionspapiere geschenkt und ihn damit als «neuen» Papi anerkannt. «Ohne Walti ginge gar nichts», bestätigt Stefanie Bachmann. «Er ist der Fels in der Brandung, der ruhende Pol.» Zur Familie gehören ausserdem Mischlingshund Aramis und die beiden Katzen Amelie und Frau Meier. Regelmässig zu Besuch ist zudem Frau Tyson, die französische Bulldogge von ihrem Sohn Ramon. «Die Hunde sind überall mit dabei. Sie sind Balsam für die Seele.»

Sich von der Welle mitreissen lassen

Zurück zum «Bachelor». Dass die Sendung zum Teil belächelt wird und ihr Sohn wegen seiner offensiven Flirtversuche gar als «Grapschelor» bezeichnet wurde, hat Bachmann, die bei Siemens in Zug als Assistentin arbeitet, mit Humor genommen. Auch, dass sie selber plötzlich im Rampenlicht stand, hat die aufgestellte und temperamentvolle Frau nicht gestört. «Klar, es wurde getuschelt, als ich mich Ende November am ‹Chomer Märt› unter das Volk mischte. Ich wurde oft darauf angesprochen, es gab kaum ein anderes Thema mehr.» Doch das müsse man locker nehmen, so die Haltung von Stefanie Bachmann. «Janosch hat sich von dieser Welle mitreissen lassen, und wir haben mitgemacht.» Neu war die Fernseh-Welt für die Familie übrigens nicht: Janosch hat früher einmal bei der Abenteuershow «Homerun» mitgemacht und wurde schon von Talkmaster Kurt Aeschbacher in die Sendung eingeladen. Eines der Public-Viewings im «Meating» wird die Chamerin in guter Erinnerung behalten. «Wir hatten es sehr lustig. Die Frauen waren alle sehr herzlich.» Das Finale hat sich Stefanie Bachmann zusammen mit ihrem Mann im «Kaufleuten» in Zürich angeschaut. «Wir waren sprachlos über den grossen Andrang und das Interesse.»

Und was sagt die «Bachelor»-Mama zu Kristina, die von Janosch die letzte Rose erhalten hat? «Sie ist eine tolle Frau, die entspannt durchs Leben geht. Ich mag ihren Humor und ihre Bodenständigkeit.» Zu Beginn der Sendung habe sie sich keine der 22 «Ladies» an der Seite von Janosch vorstellen können. «Doch die Frauen sind ganz anders, wenn man sie neben der Kamera kennen lernt. Kristina passt gut zu Janosch. Ich habe mit der Zeit gespürt, dass er sie auswählen wird, obwohl er lange dicht gehalten hat.» Dass sich ihr Sohn in der Sendung verlieben wird, war für sie von Anfang an klar. «Er ist ein sensibler Mann, der schnell Gefühle aufbauen kann.»

Der Medienrummel, zeigt sich Bachmann überzeugt, habe sich nicht negativ auf die Familie ausgewirkt. «Janosch ist auf dem Boden geblieben, und an unserem offenen, ehrlichen und sehr engen Verhältnis hat sich nichts geändert.» Dennoch ist die Chamerin froh, dass es nun wieder etwas ruhiger zu- und hergeht. Denn die «Mutter mit Leib und Seele», wie sich Stefanie Bachmann selbst bezeichnet, hat auch ohne «Der Bachelor» alle Hände voll zu tun. Ihre Söhne und deren Projekte treiben sie täglich um. Und da wären noch die Haustiere, das Ferienhaus im Wallis, die Bücher, die darauf warten, gelesen zu werden, und vieles mehr. «Mein grösstes Hobby», sagt Bachmann, auf die Frage nach ihrer Freizeit angesprochen, «ist und bleibt aber meine Familie.»

Hinweis

In unserer Serie «Menschen hinter den Geschichten» zum Jahreswechsel lassen wir Menschen zu Wort kommen, die Teil eines schlagzeilenträchtigen Ereignisses im Jahr 2016 waren, dabei jedoch eher im Hintergrund blieben.