Weisch no? Menzinger erinnern sich an früher

In Menzingen finden spezielle Gesprächsrunden statt, bei denen Zeitzeugen das Menzinger Dorfleben von damals Revue passieren lassen.

Vanessa Varisco
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Die Gespräche finden nicht auf einer Bühne, sondern am runden Tisch statt.

Die Gespräche finden nicht auf einer Bühne, sondern am runden Tisch statt.

Bild: Stefan Kaiser
(Menzingen, 9. November 2019)

Weisch no? Unter diesem Titel steht die Veranstaltungsreihe des Kulturvereins MenzingeHell. Ein Anlass hat bereits stattgefunden, zwei weitere sind geplant . Ziel ist, sich gemeinsam an vergangene Zeiten im Dorf zu erinnern. «An die guten und an die schlechten.

Die Vergangenheit soll nicht romantisiert werden», gibt die Präsidentin der Kulturkommission Barbara Beck-Iselin Auskunft. Zeitzeugen erzählen an den Vormittagen von ihren Erlebnissen in Menzingen, Remo Hegglin moderiert die Anlässe.

Die Geschichten bewegen

Das Besondere: Die Gespräche finden nicht auf einer Bühne, sondern an einem runden Tisch im Restaurant Rössli statt. Darum herum sitzt das Publikum. «Die Atomsphäre ist dadurch eine ganz andere. Es fühlt sich eher an, als sitze man am Stammtisch und tausche sich aus, als hielte man einen Vortrag», begründet Beck den Entscheid. Die drei Menzinger, die aus ihrer Vergangenheit erzählen, wurden von der Kommission angefragt. Bedingung war, dass sie im Dorf aufgewachsen sind oder zumindest schon lange dort leben. «Der Pool an Menzingern, die Geschichten zu erzählen haben, ist gross», weiss Beck. Die Idee für diese Veranstaltungsreihe ist entstanden, weil die Gemeinde Ausstellungen über vergangene Zeiten organisiert hatte. Gezeigt wurde dort zum Beispiel das Ortsbild vor und nach dem Abriss verschiedener Häuser. «Da wollten wir nachziehen und diese Erinnerungskultur ins Mündliche übertragen.»

Der erste Anlass kam auch gut an. «Das Gespräch hat Diskussionen angeregt, die nicht gleich verebbten, sondern auch auf dem Heimweg weitergeführt wurden», erinnert sich die Gemeinderätin. Die Gespräche werden ausserdem filmisch festgehalten. «Fürs Archiv», erläutert die Gemeinderätin.

Das Publikum sei mittleren Alters. «Leute, die jene Zeit miterlebt haben, sind hauptsächlich vertreten. Obwohl die Geschichten bestimmt auch für jüngere Menzinger interessant wären», zieht sie in Erwägung. Je nachdem wie es läuft, wird die Serie verlängert. Das wird man noch eruieren. Beim ersten Anlass war der Andrang noch etwas bescheiden, beim zweiten werden aber bereits mehr erwartet. «Denn die Geschichten bewegen», schliesst Beck.

Die nächste Gesprächsrunde findet am Samstag, 14.März, von 9.30 bis 11.30 Uhr im Restaurant Rössli statt.