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SICHERHEIT: Bostadel hat sich gegen Drohnen gerüstet

Um Schmuggel durch die Luft zu verhindern, wurde in der interkantonalen Strafanstalt Bostadel in Menzingen dieses Jahr eine Detektionsanlage installiert. Diese ermöglicht eine Früherkennung von Flugobjekten oder Wurfgegenständen.
Christopher Gilb
Neu wird auch der Luftraum der interkantonalen Strafanstalt Bostadel in Menzingen überwacht.B (Bild: ild: Stefan Kaiser (Menzingen, 29. November 2017))

Neu wird auch der Luftraum der interkantonalen Strafanstalt Bostadel in Menzingen überwacht.B (Bild: ild: Stefan Kaiser (Menzingen, 29. November 2017))

Drohnen, die unbemannten Flugobjekte, die sich einfach per Fernbedienung steuern lassen und immer beliebter werden, sind nicht nur bezüglich Einhaltung der Privatsphäre eine Herausforderung, sondern auch bei der Sicherheit im Strafvollzug. Im Jahr 2014 etwa wurde versucht, mit Hilfe einer Drohne ein Handy in die interkantonale Strafanstalt Bostadel in Menzingen zu schmuggeln. Auch über der Justizvollzugsanstalt Pöschwies im Kanton Zürich wurden schon Drohnenüberflüge registriert.

Ende 2016 dann kündigte der Direktor des Bostadels, Andreas Gigon, in unserer Zeitung eine Verschärfung der Sicherheitsmassnahmen an. Man plane ein Detektionssystem. Dieses solle Drohnen frühzeitig erkennen, damit sie dann bei einem Absturz oder Abwurf im Gefängnis lokalisiert werden könnten. Wie er nun bestätigt, wurde das System 2017 installiert. Die Kosten dafür hätten sich auf 170000 Franken belaufen. «Wir gehen davon aus, dass das System auch eine präventive Wirkung entfaltet, da die Insassen die Installationen mitbekommen haben», so Gigon. Nach 2014 hätte es aber keinen weiteren Fall mehr mit einer Drohne im Bostadel gegeben.

Vögel irritierten das System

Nun sorgte die Anlage, die ebenfalls in der Justizvollzugsanstalt Lenzburg installiert wurde, dort aber anfänglich für einige Pro­bleme, denn wie Fabian Ochsner vom Hersteller Rheinmetall gegenüber der Zeitung «Blick» sagte, registriere das System alle Vögel, egal wie gross. Fliege also ein Vögelchen in die Zone, sei in der Zentrale der Teufel los. Zwar würden die meisten Vögel herausgefiltert, aber ungefähr zehnmal täglich werde ein Objekt gemeldet, das vom Bediener verifiziert werden müsse. Das System sei nun aber justiert. Fragen dazu, ob es auch im Postadel Störungen gab, und zur Funktionsweise des Systems allgemein, will Direktor Gigon aus Sicherheitsgründen nicht beantworten. Wie Recherchen ergeben, handelt es sich beim System vom Typ Rad­shield um eine Mischung aus Radar, Infrarotsensoren und Videokameras. Und wie sieht es bei der zweiten Strafanstalt im Kanton Zug, der Strafanstalt Zug, aus? Dort hiess es 2016 auf Nachfrage, dass man keine Kenntnis von uner­laubten Drohnenflügen über dem Gefängnisareal habe. Dies wohl auch, weil die meisten Insassen nur eine kurze Haftstrafe von maximal einem Jahr verbüssen würden und die Motivation, einen solchen Schmuggel zu riskieren, bei einer kurzen Strafe eher klein sein dürfte. Zudem sei das Gefängnis punkto Drohnenflüge «gut gelegen», da es von hohen Wohnblöcken umgeben sei.

Dieser Meinung ist man auch heute noch, denn: «Wegen der baulichen Gegebenheiten und der fehlenden Peripherie rund um die Strafanstalt Zug steht der Einwurfschutz im Fokus», sagt Toni Amrein, Leiter des Amtes für Justizvollzug. «Wir planen für 2019 den Bau von Schutzgittern.» Die Drohnenproblematik erachte man derzeit als kleiner, behalten sie aber im Auge. «Jetzt wollen wir erst einmal die Erfahrungen mit dem System im Bostadel abwarten. Wenn nötig ist die Zuger Polizei zudem schnell zur Stelle, da sich ihr Hauptgebäude ja gleich neben der Anstalt befindet», so Amrein weiter.

Christopher Gilb

christopher.gilb@zugerzeitung.ch

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