Ein Hünenberger Traditionsbetrieb geht in neue Hände

Philipp von Burg und Sebastian Aschmann haben einen Betrieb für Landtechnik in Hünenberg übernommen.

Vanessa Varisco
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Philipp von Burg (links) und Sebastian Aschmann haben den Betrieb der AgraroTech GmbH übernommen.

Philipp von Burg (links) und Sebastian Aschmann haben den Betrieb der AgraroTech GmbH übernommen.

Bild: Maria Schmid (Hünenberg, 9. Januar 2020)

Noch ist die Sonne nicht aufgegangen, doch in den Hallen der AgraroTech GmbH in Hünenberg brennt Licht. Zwischen Traktoren und Handmähgeräten steht Philipp von Burg mit seinen zwei Mitarbeitern. Dass sie früh auf den Beinen sind, hat einen Grund: Vom Service bis zur Reparatur oder Wartung von Landmaschinen und Motorgeräten aller Art gibt es einiges zu erledigen. Denn darauf ist die Firma spezialisiert. Zwar arbeitet von Burg bereits seit fünf Jahren an diesem Standort, doch hat sich seit Anfang Jahr etwas geändert: Gemeinsam mit Sebastian Aschmann hat er den Betrieb von Cornel Schuler übernommen – die Firma hiess davor Cornel Schuler Landtechnik GmbH. Schuler führte sie mit seiner Frau Ruth über 40 Jahre lang und ist in Pension gegangen.

«Die Überlegung, dass ich die Firma übernehme, wurde schon seit längerer Zeit besprochen», erinnert sich von Burg. Er wurde bereits während seiner Zeit als Angestellter beigezogen, galt es betriebliche Entscheidungen zu fällen. Da er die Firma gut kannte und mit der Kundschaft vertraut war, nahm die Idee bald konkretere Formen an. Es fehlte ihm allerdings noch jemand, der die administrativen Aufgaben übernimmt. Damit kennt sich Sebastian Aschmann aus, arbeitete er doch davor in der Versicherungsbranche. «Den Sprung in die Selbstständigkeit zu wagen, war schon länger mein Wunsch», gesteht Aschmann.

Noch ist die Veränderung nicht allzu gross

Nach einem rund zweijährigen Prozess vom ersten Gedanken bis zur Übergabe sitzen die zwei nun also gemeinsam an der Weidstrasse 1 in Hünenberg und haben die ersten Arbeitstage in der Selbstständigkeit geschafft. Und, wie fühlt es sich an, Chef zu sein? «Zurzeit noch nicht viel anders als bis anhin», findet von Burg und erklärt: «Die Wirkung der getroffenen Entscheidungen ist zurzeit noch nicht überall spürbar. Ich freue mich darauf, wenn die Entscheidungen ihre Wirkung zeigen.» Sebastian Aschmann hat allerdings festgestellt, dass es vor allem hinter den Kulissen einiges zu tun gibt.

«Damit der Betrieb überhaupt läuft, gibt es mehr administrativen Aufwand als erwartet», weiss er, ist aber zuversichtlich, dass sich das mit der Zeit einpendelt. Die Hünenberger sind froh, sich nicht neu in der Branche etablieren zu müssen. Denn das wäre laut Aussage der beiden ein schwieriges Unterfangen geworden. «Cornel Schuler hat sich in der langjährigen Tätigkeit einen Ruf aufgebaut. Davon werden wir mit Sicherheit profitieren», erklärt Aschmann. Auch jetzt nach der Standortübernahme, stünden Cornel und Ruth Schuler noch für Fragen zur Verfügung. «Darüber sind wir froh, denn 40 Jahre Erfahrung lassen sich nicht einfach ersetzen.»

In welche Richtung es in Zukunft gehen soll, ist noch nicht festgelegt. «Zuerst wollen wir ankommen. Aber», so Aschmann, «natürlich haben wir Visionen.» Je nachdem, wie gut es läuft, ist auch vorstellbar, mehr Mitarbeiter einzustellen. Eile haben sie keine. Philipp von Burg resümiert: «Wir gehen jetzt alles Schritt für Schritt an.»