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Diese drei haben beim Esaf überall ihre Finger drin

Ein ehemaliger Pilot, ein Anwalt und ein ehemaliger Polizist geben vollen Einsatz für die Sicherheit am Eidgenössischen Schwing- und Älplerfest (Esaf) in Zug.
Christopher Gilb
Von links: Erich Scherer, Reto Steinmann und Sepp Käppeli auf dem Festgelände. (Bild: Stefan Kaiser, Zug, 17. Juli 2019)

Von links: Erich Scherer, Reto Steinmann und Sepp Käppeli auf dem Festgelände. (Bild: Stefan Kaiser, Zug, 17. Juli 2019)

Der Sicherheitschef des Eidgenössischen Schwing- und Älplerfestes (Esaf) vom 23. bis 25. August in Zug Reto Steinmann und seine wichtigsten Mitarbeiter Erich Scherer und Josef (Sepp) Käppeli kommen gerade aus Aarau. Sie haben sich mit den Verantwortlichen des Eidgenössischen Turnfestes, das kürzlich stattgefunden hat, zu einem Gedankenaustausch getroffen. «Es ging um Erkenntnisse aus dem Grossanlass, die auch für uns interessant sind», sagt Steinmann.

Vor viereinhalb Jahren hat der Zuger Anwalt und ehemalige Einzelrichter von Swiss Ice Hockey die Verantwortung für die Abteilung Sicherheit übernommen, die rund 17 Personen umfasst und eng mit den Zuger Blaulichtorganisationen zusammenarbeitet. Eine sehr gute Zusammenarbeit, wie er betont. Zu seinem Stellvertreter und Ressortleiter Einsatzplanung hat der 60-Jährige den ehemaligen Piloten Erich Scherer gebeten, zum Gesamteinsatzleiter am Fest den früheren Zuger Polizeioffizier Sepp Käppeli. Beide seien schon von Berufswegen sehr sicherheitsaffin, so Steinmann.

Diverse Auflagen

Und die Affinität brauchen sie auch, denn Herausforderungen gibt es bei diesem Esaf etliche: «Es ist etwas anderes, ob ein Schwingfest irgendwo auf der grünen Wiese oder in urbanem Gebiet stattfindet», erklärt der 64-jährige Sepp Käppeli. Entsprechend müssten viele Auflagen in Bezug auf die Anwohner erfüllt werden. «Man muss sich nur vorstellen, betrunkene Besucher demolieren im Herti-Quartier Spielplätze oder urinieren gegen Haustüren, dann hätten wir den Skandal», ergänzt Reto Steinmann. Auch das Thema Personenflüsse verlange ihnen viel Respekt ab. «Alle drei Minuten wird am Samstag- und Sonntagmorgen ein Zug ankommen, bei rund 1200 Sitzplätzen pro Zug sind das ein Haufen Leute», erklärt Käppeli. «Das muss gelenkt werden, sonst kommt es zum Chaos.»

Am Fest selbst – auch beispielsweise bei einem Gewitter – laute dann die grosse Frage: evakuieren oder nicht? «In einer halben Stunde ist die Arena geleert. Bis sie aber anschliessend wieder voll besetzt ist, geht es doppelt so lange», erläutert Steinmann. Verlorene Zeit bei einer Sportveranstaltung. Man geht davon aus, dass sich je rund 100 000 Besucher gleichzeitig auf dem Areal aufhalten: Eine wahre Herkulesaufgabe für die Sicherheitsabteilung. So erstaunt es nicht, dass der Esaf-Einsatz fürs Sicherheitsteam fast zu einer Vollzeittätigkeit geworden ist. «Erzähl doch mal von deinem heutigen Tagesablauf», sagt Steinmann an Scherer gerichtet: «Um 7 Uhr eine Besprechung mit dem Rettungsdienst Zug, danach eine Teilnahme beim Sicherheitsbriefing der Mitarbeiter, dann ein Termin mit der Abteilung Verkehr zur Frage der Zulieferwege, dann nach Aarau», berichtet der 61-Jährige. Und nebenbei versuche er, die Feuerlöscher für das Fest zu bestellen. Wie bei vielen anderen sei aber auch ihr Antrieb, persönlich zum Erfolg dieses Jahrhundertanlasses beitragen zu können, sagt Steinmann. «Das entschädigt für vieles.»

Aber die Arbeit sei aufwendig, denn bei fast jeder Entscheidung – egal in welcher Abteilung – seien sie mindestens am Rand involviert. Manchmal würden Mitarbeiter der anderen Abteilungen sie deshalb «anzünden», sagt Käppeli schmunzelnd. Alles in allem sei aber viel Verständnis da. «Die generelle Sensibilität für Sicherheitsbelange ist in den letzten Jahren stark gewachsen», ergänzt Reto Steinmann.

Maximalempfehlungen umgesetzt

Ganz allgemein müsse beispielsweise die Bewachung der Infrastruktur sichergestellt sein, weiter die Zutrittskontrollen zu elf Sicherheitszonen, die Videoüberwachung von Hotspots und der Einsatz der Patrouillen im und um das Gelände. «Und momentan beschäftigt uns der Brandschutz stark», konkretisiert Scherer. Für alle Objekte mussten der Stadt Brandschutzkonzepte vorgelegt werden. «Dabei ist auch der Blitzschutz sehr wichtig», so Scherer.

Ein grosser Posten sei auch der Sanitätsbereich. Wie bei anderem auch, hat sich das Esaf-Sicherheitsteam dabei an Maximalempfehlungen orientiert. «Das ist nicht vorgeschrieben, aber von überall auf dem Festgelände beispielsweise ist die nächste Sanitätshilfestelle in 200 Metern erreichbar», erklärt Scherer. Dort stünden dann nicht nur Sanitäter, sondern auch Ärzte bereit. Details zu ihrem Sicherheitskonzept können die drei der Presse aber nicht verraten. Sie wollen schliesslich niemandem, der böse Absichten hat, eine Anleitung dafür liefern.

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