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Eine Walchwilerin kämpft um jede Fledermaus

Karin Schneebeli betreibt bei sich zu Hause ehrenamtlich eine Notpflegestation für Fledermäuse. Mit viel Hingabe pflegt sie dort verletzte Tiere wieder gesund und zieht Jungtiere mit spezieller Aufzuchtmilch auf.
Vanessa Varisco
Fledermäuse sollte man mit Handschuhen oder einem Lappen anfassen. (Bild: Stefan Kaiser (Walchwil, 30. Juli 2018))

Fledermäuse sollte man mit Handschuhen oder einem Lappen anfassen. (Bild: Stefan Kaiser (Walchwil, 30. Juli 2018))

Vernarrt in Fledermäuse – das ist Karin Schneebeli, seit sie 2009 ihre erste verletzte Fledermaus fand. Sie wendete sich damit an Ursi Clerc-Schupp, die damals in Walchwil eine Notpflegestation für diese Tiere betrieb und die ­sofort erkannte, wie viel Ein­fühlungsvermögen Schneebeli diesen entgegenbringt. Karin Schneebeli lernte von der erfahrenen Spezialistin alles über Fledermäuse und deren Pflege. Nach einiger Zeit konnte sie die Tiere mit einer kantonalen Bewilligung alleine betreuen. Schliesslich übernahm sie von Clerc-Schupp, die nach über 22 Jahren Tätigkeit kürzertrat, die Pflegestation an der Zugerstrasse 20.

Auch das Füttern mit Mehlwürmern gehört zu den Aufgaben von Karin Schneebeli. (Bild: Stefan Kaiser (Walchwil, 30. Juli 2018))

Auch das Füttern mit Mehlwürmern gehört zu den Aufgaben von Karin Schneebeli. (Bild: Stefan Kaiser (Walchwil, 30. Juli 2018))

Seit 2010 pflegt die Personalfachfrau – zusammen mit der Baarerin Elke Raffa – in ihrer Freizeit Fledermäuse. Wird eine verletzte Fledermaus gefunden, nimmt Schneebeli sie in Obhut. «Fledermäuse sind sehr freundlich. Nichtsdestotrotz sind es Wild- und keine Kuscheltiere, weshalb sie immer in die Hände von Fachleuten gehören und nur mit Handschuhen oder einem Lappen angefasst werden dürfen», sagt sie.

Die Jungtiere dürfen zur Arbeit mit

Pro Jahr werden im Kanton Zug an die 70 Tiere betreut. Neuankömmlinge werden erst in Plastikboxen gehalten, ausgestattet mit Rinden und Tüchern zum Verkriechen. Nach einer Quarantänezeit werden sie – je nach Fall – in grosszügigeren Behausungen mit Artgenossen zusammengebracht. Zu den Aufgaben der Pflegerin gehören das Entgegennehmen der Tiere, Versorgen von Verletzungen und Wunden, Tierarztbesuche sowie das Füttern mit Mehlwürmern. Die Jungtiere brauchen alle zwei Stunden eine Spezialmilch, weshalb Schneebeli sie sogar mit zur Arbeit mitnimmt. «Man muss verliebt sein in diese Tiere, um bereit zu sein, so viel Zeit zu opfern. Doch es ist eine sehr erfüllende Aufgabe, man bekommt die Dankbarkeit der Tiere zurück», führt die Walchwilerin aus.

Behutsam müssen Verletzungen lokalisiert werden. (Bild: Stefan Kaiser (Zug, 30. Juli 2018))

Behutsam müssen Verletzungen lokalisiert werden. (Bild: Stefan Kaiser (Zug, 30. Juli 2018))

Die Mehlwürmer müssen präpariert werden. (Bild: Stefan Kaiser (Zug, 30. Juli 2018))

Die Mehlwürmer müssen präpariert werden. (Bild: Stefan Kaiser (Zug, 30. Juli 2018))

Im Sommer nehmen Flugübungen mit den noch nicht flugfähigen Jungtieren ihre Geduld in Anspruch. Die Pflegerin lässt sie mitunter in ihrem grossen Wohnzimmer fliegen. «Wenn Fledermäuse verletzt sind, dürfen sie nur ganz wenig flattern. Später hängen sie am speziellen Vorhang und dürfen fliegen, wann immer sie Lust haben, um genug Training zu erhalten», sagt die Fledermausfreundin.

Feinde und fehlender Unterschlupf

Das Ziel ist es, die Tiere so schnell wie möglich in die Natur zurückzubringen. Schneebeli will sie möglichst dort wieder freilassen, wo sie gefunden wurden. «Fledermäuse bilden lebenslange Freundschaften, daher ist es mir ein Anliegen, sie wieder in die Nähe ihrer Kameraden zu bringen», weiss die Expertin und ergänzt: «Es gibt nichts Schöneres, als die Tiere gestärkt in den Abendhimmel fliegen zu sehen.»

Manchmal mache sie sich zwar Sorgen um die Zukunft ihre Schützlinge. In ihrer natürlichen Umgebung haben es Fledermäuse nicht immer leicht. Katzen belauern sie, ausserdem fehlt es auch an geeigneten Quartieren. Denn gewisse Fledermäuse mögen es eng und quetschen sich in Rollläden und Spalten an Häusern. Schädlich seien sie nicht, sagt Schneebeli: «Die Tiere kehren immer wieder an den gleichen Ort zurück. Sie bleiben aber meist nur ein paar Wochen und nagen nichts an.» Es gebe immer mehr Menschen, die sich über die versteckten Mitbewohner freuen. «Weil man mehr über Fledermäuse und ihre Gefährdung weiss, werden zunehmend auch mehr Tiere abgegeben», so Karin Schneebeli.

Auch dank ihres Einsatzes können viele Fledermäuse gerettet und ihre Arten für zukünftige Generationen erhalten werden.

Mehr Informationen auf www.zg.ch/fledermaus oder www.fledermausschutz.ch

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