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Kanti Ennetsee in Cham: Sie wollen die Grünfläche erhalten

Am Samstag, 19. Januar 2019, fand eine Führung über das Gelände statt, wo die Kantonsschule Ennetsee bei einem Ja der Chamer Stimmbürger errichtet werden soll. Die Besucher waren grösstenteils gegen den Standort Röhrliberg/Allmendhof.
Vanessa Varisco
Moritz Keller (Mitte) führte die Interessierten um das Gelände der geplanten Kanti Ennetsee. (Bild: Roger Zbinden (Cham, 19. Januar 2019))

Moritz Keller (Mitte) führte die Interessierten um das Gelände der geplanten Kanti Ennetsee. (Bild: Roger Zbinden (Cham, 19. Januar 2019))

Obschon es empfindlich kalt ist an diesem Samstagmorgen, haben sich mehr als ein Dutzend Interessierte auf dem Parkplatz Röhrliberg zusammengefunden, um den heiss diskutierten Standort der geplanten Kantonsschule Ennetsee genauer in Augenschein zu nehmen. Moritz Keller von der IG Allmendhof, welche gemeinsam mit Vertretern der SP und dem Verein «Mehr Wert Cham» das Nein-Komitee gegründet hat, führt die Besucher rund um das Gelände.

«Viele wissen gar nicht, wo die Mittelschule zu stehen kommen soll», beginnt er und ergänzt: Es sei ihm ein Anliegen, dass möglichst viele Chamer den Standort nicht nur auf Plänen, sondern in natura zu sehen bekommen. Bereits am Infoanlass vom letzten Donnerstag, veranstaltet durch die Gemeinde, gab er ein Votum ab: Er sei nicht gegen eine Kanti Ennetsee; lediglich einige Fakten, wie etwa die Umzonung von landwirtschaftlichem Land, empfinde er als stossend. Gleich zu Beginn macht er darauf aufmerksam, dass die Erschliessung noch geregelt werden muss. «Die Auffahrt ist mit den zwei Kurven unübersichtlich, das ist gefährlich für die Schüler», findet er, «In der Planung muss dafür eine Lösung gefunden werden.»

Chams Gemeindepräsident Georges Helfenstein, der auch an der morgendlichen Führung teilnimmt, stimmt zu: «Dafür finden wir bestimmt eine Lösung.»

Sie wollen Grünflächen erhalten

Dem Siedlungsrand entlang aufwärts schreitet Moritz Keller voran. Er erklärt den Anwesenden, welche Fläche eingezont werden soll. Auch weist er auf die Schutzzone hin, welche für den Übergang zur grünen Lunge eingerichtet werden soll. Auf einer kleinen Anhöhe bleibt er schliesslich stehen und deutet auf die noch unbebaute Fläche. Wo bei einem Ja zur «Teiländerung Zonenplan und Bauordnung neue Kantonsschule Allmendhof/Röhrliberg sowie Standortbeitrag» künftig die Kanti Ennetsee gebaut werden soll, weiden jetzt noch einige Schafe. «Es ist das einzige Gebiet am Siedlungsrand in Cham, wo die Sicht so gut ist», wirbt Moritz Keller. Er erklärt, dass man bei Föhnlage bis ins Berner Oberland sehe. «Und an Sommertagen ist hier ein Sonnenuntergang zu beobachten, der mit jenem am Zugersee vergleichbar ist.»

Viele Familien aus dem anliegenden Quartier kämen hierher auf die Spielplätze. Ähnlich wie Moritz Keller vom Nein-Komitee sind auch viele Besucher wenig bis nicht überzeugt vom Standort. Einige empören sich regelrecht darüber und finden es unhaltbar, dass an einer «wertvollen Grünfläche» ein grosses Bauvorhaben realisiert werden soll. «So ein Projekt geht gar nicht», bestärkt ein Anwesender.

Für konkrete Baupläne ist es noch zu früh. «Einige Modelle wurden allerdings bereits jetzt angeschaut, um zu sehen, was möglich wäre auf dieser Fläche», so Moritz Keller. Er erörtert, dass in den Modellen Gebäudehöhen besprochen wurden, die etwa einer Höhe von siebenstöckigen Wohnhäusern entsprechen. «Das sind riesige Wände, die hier hochgezogen werden könnten. Das muss man sich vor Augen halten», betont er. Die Besucher nicken.

Jemand ist ausserdem der Meinung: «In der Gegend um den Röhrliberg gibt es bereits genug Schulen. Mit einer Kanti wären es dann irgendwann einfach zu viele Schulen.» Die Gruppe marschiert weiter über Wanderwege durchs Grüne, dabei stets in Gespräche über den Standort vertieft. «Ein gemütlicher morgendlicher Spaziergang», so eine Besucherin. Während andere gegen eine Kantonsschule sind wegen des Standortbeitrags über 20 Millionen, wehrt sich Moritz Keller nicht deswegen.

«Der buchhalterischen Übung kann man zustimmen oder nicht. Mir geht es darum, dass nicht immer mehr Land eingezont wird. Land, welches für viele Chamer ein Naherholungsgebiet ist», führt er aus und lässt seinen Blick noch einmal über das Feld schweifen. Das Projekt Kanti Ennetsee sei realisierbar, findet er, doch das Gebiet Allmendhof sei nicht der richtige Standort. Dafür, dass dieser Teil der grünen Lunge erhalten bleibt, sprechen sich auch die meisten Besucher aus.

Am nächsten Samstag, 26. Januar, findet erneut eine Führung statt. Besammlung ist um 10 Uhr beim Parkplatz nördlich der Anlage Röhrliberg.

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