Sika mit deutlicher Gewinnsteigerung

Nach dem Einbruch im Vorjahr hat Sika wieder mehr verdient. Der Reingewinn des Bauchemie- und Klebstoffherstellers mit Sitz in Baar stieg in den ersten sechs Monaten 2012 um 11 Prozent auf 126,1 Millionen Franken.

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Der Sika-Hauptsitz in Baar. (Bild: PD)

Der Sika-Hauptsitz in Baar. (Bild: PD)

Den Betriebsgewinn konnte der Konzern um 10,1 Prozent auf 195,5 Mio. Fr. steigern. Man habe es geschafft, die gestiegenen Materialkosten auf die Kunden zu überwälzen, teilte Sika am Donnerstag in einem Communiqué als Begründung für das überproportionale Gewinnwachstum mit. Denn der Umsatz legte lediglich um 3,4 Prozent auf 2,307 Milliarden Franken zu. Hier machte Sika der starke Franken zu schaffen. In Lokalwährungen habe man die Verkäufe um 6,4 Prozent gesteigert, hiess es.

Und dies trotz der Schwäche im von der Schuldenkrise geplagten Europa und trotz der Flaute in China. In Nord-, Mittel- und Osteuropa schrumpfte der Umsatz in Lokalwährungen um 2,7 Prozent. Wegen der Sparmassnahmen verschiedener Regierungen seien diverse Bauprojekte gestoppt oder verschoben worden, teilte Sika mit.

Im von Schuldenbergen niedergedrückten Südeuropa konnte Sika die Verkäufe leicht um 2,8 Prozent steigern. Dies gelang aber nur durch Akquisitionen. Ohne diese wären die Absätze deutlich geschrumpft. In Griechenland, Italien, Spanien und Portugal sei der Rückgang des Bauvolumens besonders stark gewesen. Dagegen konnte Sika in Grossbritannien und Frankreich weiter wachsen.

China lahmt

Auch im einstigen Boomland China wachsen die Bäume offensichtlich nicht mehr in den Himmel. Gestoppte Infrastrukturprojekte und eine staatlich verordnete Abkühlung hätten zu einem starken Umsatzrückgang geführt. Dagegen sei Sika in den übrigen fernöstlichen Ländern gewachsen. Insgesamt legte der Umsatz in Lokalwährungen in der Region Asien/Pazifik um 2,1 Prozent zu.

Ganz anders zeigt sich indes die Lage auf dem amerikanischen Kontinent. Sowohl in Nord- als auch in Südamerika habe Sika im ersten Halbjahr zweistellig zugelegt. Auch in Indien, dem Nahen Osten und Afrika sei man wieder in den zweistelligen Wachstumsbereich zurückgekehrt.

Mit den Zahlen hat Sika die Erwartungen der Finanzgemeinde in etwa getroffen. Analysten hatten gemäss der Nachrichtenagentur AWP im Durchschnitt mit einem Umsatz von 2,319 Milliarden Franken und einem Reingewinn von 128,5 Millionen Franken gerechnet.

Unsicherheiten in Europa Für das zweite Semester rechnet Sika weiterhin mit Wachstumsimpulsen aus den Schwellenländern Lateinamerikas und Asiens. Ausserdem sei mit einer Wiederbelebung der Baukonjunktur und der Infrastrukturprojekte in China zu rechnen.

Während sich das solide Wachstum in Nordamerika fortsetzen sollte, sei die Entwicklung in Europa schwer abzuschätzen. Vor allem in den von der Euro-Krise getroffenen Mittelmeerländern würden sich kaum Erholungstendenzen zeigen. Für das zweite Halbjahr geht der Konzern von einer weiteren Verbesserung der Margen aus.

sda/zim