SIKA-STREIT: Eidg. Kommission gibt Sika-Erben recht

Die Eidg. Übernahmekommission (UEK) hat im Streit um die Übernahme des Baustoffherstellers Sika erneut der Erbenfamilie den Rücken gestärkt. So greift die in den Sika-Statuten festgehaltene Opting-Out-Klausel auch bei der geplanten Transaktion.

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Eine Sika-Fabrik zur Leimproduktion  in Düdingen (Symbolbild) (Bild: Keystone/CHRISTIAN BEUTLER)

Eine Sika-Fabrik zur Leimproduktion in Düdingen (Symbolbild) (Bild: Keystone/CHRISTIAN BEUTLER)

Die Erbenfamilie, die ihre Sika-Aktien in der Schenker-Winkler-Holding zusammengefasst hat, beabsichtigt ihre privilegierten Anteile am Unternehmen dem französischen Saint-Gobain-Konzern zu veräussern. Saint-Gobain würde so mit nur 16 Prozent der Kapitalanteile 52 Prozent der Stimmenanteile kaufen und so die Kontrolle über die ganze Sika erlangen.

In der zweiten Verfügung der UEK, die von Saint-Gobain öffentlich gemacht wurde, ist nun festgehalten, dass beim geplanten Verkauf des Aktienpakets die in den Sika-Statuten enthaltene Opting-Out-Klausel Anwendung findet. Mit anderen Worten: Saint-Gobain muss den übrigen Aktionären kein Kaufangebot für ihre Aktien unterbreiten.

Einen Entscheid der UEK notwendig gemacht hat die Bill and Melinda Gates Stiftung und die Beteiligungsgesellschaft Cascade. Durch diese hält Gates seit längerem 3 Prozent der Sika-Stimmrechte. Anfang März hatte Gates ein Gesuch gestellt, wonach die UEK feststellen soll, dass Saint-Gobain zu einem öffentlichen Kaufangebot an alle Publikumsaktionäre verpflichtet sei.

Dieses Gesuch hat die UEK nun abgewiesen. Zudem müssen die unterlegenen Parteien auch die Gebühren der UEK in Höhe von 40'000 Franken tragen.

Klausel bereits für gültig erklärt

Anfang März hatte die UEK in einer Verfügung bereits festgehalten, dass die Opting-Out-Bestimmung in den SIKA-Statuten gültig sei. Allerdings entschied die UEK damals nicht, ob die Anrufung der Opting-Out-Klausel durch Saint-Gobain missbräuchlich sei.

Die Sika-Führung, die sich gegen die Verkaufspläne der Familie zur Wehr setzt, stellt sich nämlich auf den Standpunkt, dass durch den Verkauf der Aktien der Familienerben und der damit verbundenen Kontrollmehrheit die Opting-Out-Klausel missbräuchlich benutzt wird. (sda)