Porträt

Nach schwierigen Jahren in Biel hat Simon Wüest beim EVZ die Freude wiedergefunden

Der Center hat die EVZ Academy verstärkt. Mit seinen 20 Jahren verfügt er bereits über eine grosse Erfahrung.

Michael Wyss
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Simon Wüest hat schon in der Champions League gespielt, jetzt ist er für die EVZ Academy in der Swiss League tätig.

Simon Wüest hat schon in der Champions League gespielt, jetzt ist er für die EVZ Academy in der Swiss League tätig.

Bild: Jakob Ineichen (Zug, 11. Oktober 2020)

«Ich wollte wieder Freude am Eishockey haben, meine Leidenschaft ausleben können», sagt Simon Wüest offen auf die Gründe für seinen Wechsel von Biel zur EVZ Academy Equipe. Und weiter: «Die Ausbildung, welche der Verein anbietet, hat mich am meisten überzeugt.»

Der Center war bei seinem letzten Arbeitgeber EHC Biel nicht mehr richtig glücklich, für den er mit 17 Jahren debütiert hatte. «Ich hatte im Fanionteam nicht die erhoffte Spielpraxis bekommen, musste immer wieder in die U20-Elit-Mannschaft. Zwischen mir und dem dama­ligen Trainer Antti Törmänen stimmte es nicht mehr.» Wüest hatte auch mit Knieproblemen zu kämpfen. Nun kann er wieder vorwärtsschauen: «Ich bin nun richtig happy, hier spielen zu können», sagt der mittlerweile 20-Jährige.

Dass Wüest mit dem Wechsel von der National League in die Swiss League etwas kleinere Brötchen backt, ist für den Stürmer sekundär:

«Ich will einfach spielen und mich weiterentwickeln. Ich stehe lieber eine ganze Saison in der Swiss League im Einsatz als nur einige Spiele in der höchsten Liga.»

Wüest, der in einer Spieler-Wohngemeinschaft in Hünenberg wohnt und Profispieler ist, hat für ein Jahr in Zug unterschrieben.

Die Freude zum Eishockey entdeckte der Berner Seeländer im Alter von fünf Jahren, als er die Hockeyschule besuchte. Den Weg dazu hatten seine Eltern geebnet: «Sie nahmen mich schon früh immer mit an die Spiele des EHC Biel ins Eisstadion. So wurde ich ein Fan. In Biel geniesst das Eishockey auch einen hohen Stellenwert.» Tatsächlich ist Biel eine Hochburg dieses Sports. Davon zeugen Namen wie Köbi Kölliker, Gaëtan Boucher oder Olivier Ankens, die auch dem Nationalteam angehörten und in den 1970er- und 1980er-Jahren das Schweizer Eishockey mitprägten. ­Wüests Schwester Deborah spielt allerdings nicht Eishockey, sondern Korbball im DTV Täuffelen in der NLA.

Vier Niederlagen in vier Saisonspielen

Simon Wüest kam bereits auf internationalem Parkett zum Einsatz, er spielte mit Biel in der Champions League. Und er gehörte der U18-Nationalmannschaft an. «Aktuell konzentriere ich mich auf meine Aufgabe in Zug. Ich will so schnell wie möglich in die National League ­zurück. Die Academy ist ein Sprungbrett», sagt er. Mit den Zugern will er die Playoffs erreichen. Das wird ein langer Weg: Nach vier Spieltagen ist die Academy mit nur einem Zähler Letzter. In der vergangenen Woche unterlagen sie dem EHC Winterthur (3:4 nach Verlängerung), dem HC Thurgau (0:2) und dem HC Sierre (1:4). Wie schon in den Vorsaisons kranken die Zuger an der schlechten Chancenauswertung.

Simon Wüest nimmt dem Sierre-Goalie Connor Hughes die Sicht.

Simon Wüest nimmt dem Sierre-Goalie Connor Hughes die Sicht.

Bild: Jakob Ineichen (Zug, 11. Oktober 2020)

In der laufenden Woche spielt die Academy gegen Olten (Mittwoch, 18.45, Bossard-Arena) und in Langenthal (Samstag, 17.30, Schoren). Simon ­Wüest gibt sich trotz der tiefen bisherigen Ausbeute kämpferisch: «Nach unserem resultatmässig nicht befriedigenden Auftakt müssen wir nun einen Grossen schlagen.»

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